Screen Vor Zurück

Eines vorweg, ich werfe hier Zusammenfassungen und Rückblenden in einen Topf, auch wenn das nicht jedem passen mag. Das Stilmittel & Werkzeug der Rückblende, sowie der Vorschau wird besonders in US Amerikanischen Serien sehr oft genutzt.

Es ist auch in Kinofilmen und in der Literatur nicht fremd. Einer der angeblich ersten Filme, der die Rückblende nutzte war laut Wikipedia Sturmhöhe (1939), er gewann 2 Oscars bei 8 Nominierungen. Nicht selten wird eine neue Folge mit den typischen Worten “Was zuletzt geschah…” eingeleitet, es folgt ein Zusammenschnitt der Handlung aus einer oder mehrerer vorangegangener Folgen der Serie, die einem den Anschluss an die aktuelle Sendung möglichst nahe bringen. Doch auch nach dem regulären Anfang einer Folge kann es selbstverständlich zu ausgefallenen R&V’s kommen, besonders auffällig finde ich das bei Desperate Housewives. (Link führt zu einem Beispiel)

Man reißt durch Rückblenden nicht so leicht von einer Serie ab, weil man nach einer ereignisreichen Woche entweder schon vieles wieder vergessen hat oder bei zwischendurch verpassten Folgen einen leichteren Wiedereinstieg findet. Außerdem kann der Zuschauer notfalls erneut mit dem Holzhammer auf Feinheiten in der Storyline oder eventuelle Nebenplots hingewiesen werden, die schon mehr als eine Folge zurückliegen und scheinbar im Sande verliefen oder nicht als wichtig wahrgenommen wurden.

StaffelEins VorRuck

Gerade in diesem Punkt wird klar, das sich die Blenden nicht nur durchgesetzt haben, weil das Echo der Zuschauer so euphorisch gewesen wäre. Ich erinnere mich bei den ersten Serien, die Rückblenden einführten, noch heute sehr gut an genervte Aussagen dazu.

Die Rückblende ist als Werkzeug für die Produzenten einfach zu machtvoll um sie dem Zuschauer zu ersparen. Man kann eigene Schwächen damit ausgleichen, indem man das, was wichtig hätte sein sollen, nocheinmal verstärkt. Zusätzlich kann man Dinge, die gut ankommen, aber gar nicht so geplant waren, wieder aufgreifen, als ob sie von Anfang an als Geniestreich für den Fortbestand der Serie erdacht worden wären.

Nebenbei, kann man mit Rückblenden jederzeit den emotionalen Start einer neuen Staffel ausschmücken und zeigen was man hat(te) – als Beispiel referenziere ich mal aktuell Lost – dieser Teaser zeigt erstmal nichts Neues, er dient nur dazu komplett neue Zuschauer über die gröbsten Umstände zu informieren und zeigt den alten Zuschauern, was man doch schon alles zusammen auf der kleinen Südsee Insel erlebt hat. Danach gibt es ein paar sentimentale Vorschaubilder, die wesentlich weniger verraten.

Persönlich bin ich ein Freund von Rückblenden. Zuschauerbindung wird zwar auch durch eine Vorschau erzeugt, diese sehe ich persönlich aber weitaus weniger gern, weil ich mich zu oft dabei ertappe, mit meinen sich daraus ergebenden Vorstellungen, den Plot weitgehend zu erraten.

PS: Deshalb tragen ab jetzt Beiträge zu alten Serien bei mir das Label Rückblende und Berichte über kommende Serien Vorschau. ;-)

Tagged with:
 

Leave a Reply

Set your Twitter account name in your settings to use the TwitterBar Section.