Archive for March, 2009

StaffelEins MentalistDie Serie läuft nun seit etwa einem Monat auf Sat1 und ich bin spät eingestiegen. Simon Baker spielt die Hauptrolle eines leicht übersinnlichen oder mit besserer Wahrnehmung ausgestatteten früheren TV Psychologen, der anscheinend durch den ungeklärten Mord an seiner Frau und seiner Tochter aus der Bahn geworfen wurde und nun eine Polizei Einheit unterstützt. Erst seit Ende 2008 läuft die Serie in den USA und wurde dort zu einem Überraschungserfolg, den man sich nun am Sonntag um 21:15 Uhr ins Programm legte.

Man kommt zudem mit wenigen Spezieleffekten aus, Patrick Jane, so wird er in der Serie genannt, muss den Leuten häufig nur intensiv genug in die Augen schauen oder seine Umgebung mit einem Seitenblick würdigen, dann gibt es ein paar verschwommende Erinnerungs-/Vergangenheitsblenden und die Ermittlungen laufen in die richtige Richtung. Bei sovielen Zuschauern für so einfach gelöste Fälle  wurde von CBS wahrscheinlich auch aus streng wirtschaftlichen Überlegungen heraus gleich mal eine komplette 23 Folgen Staffel bestellt, im Gegensatz zu einigen traurigeren Fällen der jüngsten Seriengeschichte. In “Beste Freundinnen” grenzt Jane jedenfalls geschickt jede Hilfe der normalen Polizei aus und verlässt sich auf sein Gespür für das überlebende Opfer zweier Freundinnen, das nach einem brutalen Angriff unter Amnesie leidet.

Screen Mentalist

Die englischen Titel der Folgen sind bis Folge 13 alle mit dem Wort Red=Rot ausgestattet, danach wird zumindest meistens ein Wort eingesetzt, das mit der Farbe assoziiert werden kann. Wahrscheinlich erlebt man an diesem Punkt einen entscheidenden Fortschritt in der Storyline, ansonsten sind die Fälle mit hoher Chance am Ende der Folge abgeschlossen. Weitere große Plots, als der von Patrick Jane, waren für mich jedenfalls nicht erkennbar. Rot hat etwas mit dem Namen oder Spitznamen des gesuchten Killers zu tun. In Deutschland wurde die Benennung der Folgen nicht am Original ausgerichtet. Auf Beste Freundinnen von heute, wird am 5. April – Tisch 43 folgen.

Von mir aus ist The Mentalist ein durchaus ordentlicher Krimi-Baustein für den Sender, mir gefällt die Auswahl der Schauspieler, man kann auch durchaus an solch einer “mittendrin” Folge dranbleiben und wird nicht ermüdet. Andererseits fiebere ich dem nächsten Fall auch nicht sonderlich entgegen oder warte auf glorreiche Einfälle. Dazu muss ich sagen, dass ich die zahlreichen CIS/CSI Geschichten noch weniger ansprechend finde. Krimi Fans dürfen ruhig einen Blick wagen.

Hinweis:

The Mentalist erscheint im August 2009 bei amazon auf DVD

StaffelEins FringeÄußerst schwer vergleichbar sind Terminator und Fringe in jedem Fall. Letztlich ist aber für mich schon nach dem Pilot und einem Teil der zweiten Folge klar, dass der Montagabend jetzt qualitativ besser für Pro7 dasteht als vorher. Dabei ist Fringe nicht so reißerisch und penetrant, wie die wochenlang vorher geschaltete Werbung des ausstrahlenden Senders, wegen der ich eigentlich gar keine Lust hatte in die Serie einzusteigen. Ich zappte anfangs sogar noch zu einem anderen Kanal…besann mich jedoch, denn irgendwo habe ich nun doch eine gewisse Verantwortung für unseren Blog verspürt – und ich wurde belohnt.

Fringe – Grenzfälle des FBI läuft in den USA bei Fox. Hört sich stark nach einem Wiederaufleben von Akte X an. Die Fälle mögen sich wohl ähneln, allerdings fehlen die unerklärlichen Hintergründe bei Mulder & Scully und die Ermittlungen werden von einem Trio durchgeführt, die durch das Büro nicht behindert, sondern gefördert werden – allerdings ist das FBI auch diesmal bereits von anderen Interessensgruppen unterwandert worden.

Screen Fringe

Keine völlig abwegigen Außerirdischen, Vampire oder PSI Begabten machen dem Team zu schaffen, sondern halbwegs realistische Gen-Manipulationskünstler und andere Laborratten unter dem Deckmantel größenwahnsinniger, offen im Verborgenen handelnder Industriekapitäne. Dagegen haben wir als einzige Lösung einen genialen Wissenschaftler, der in dieser Grenzforschung als einziger die nötigen Querdenkerfähigkeiten besitzt und fast alles erstmal mit der Hilfe von Kokain behandeln kann, normal müsste er weiterhin bis zum Lebensende in einer Nervenheilanstalt verwahrt werden. Trotzdem ist die Figur von Dr. Walter Bishop, gespielt von John Noble, der eine schreckliche offizielle Website besitzt, mit das beste, was mir an Charakteren in der jüngsten Krimi Geschichte untergekommen ist.

Unterstützt wird er von Peter Bishop (Joshua Jackson) und Olivia Dunham (Anna Torv). Er ist der Sohn des Wissenschaftlers und war MIT Student, zuvor ist er anscheinend in höchst fragwürdige weltweite Deals verwickelt, nun zeigt er aber ein für meinen Geschmack vielleicht zu gutes Herz und lässt sich als Aufpasser für seinen Vater einspannen. Sie ist die Hauptfigur, die ihren eigenen Liebhaber und Kollegen erst rettet um dann festzustellen, dass er für die unbekannte Gegenseite arbeitet, daraufhin jagd sie ihn zu Tode und die Serie kann so richtig beginnen.

In dem ersten gemeinsamen Fall ermittelt man gegen einen Frauenmörder, der schnell alternde Embryos einsetzt, trotzdem ist er nur ein Opfer von etwas Größerem und versucht lediglich sich selbst zu retten ohne um Hilfe zu fragen. Was soll man abschließend sagen? Die Serie ist in jedem Fall Up-to-Date. Zügig, charakterstark, technisch, gegenwärtig, atmosphärisch – witzig, da sie sich selbst nicht komplett ernst nimmt und doch mit einem gewissen Spannungsfaktor ausgestattet ist. Außerdem prognostiziere ich, dass man auch ein paar Folgen im Gegensatz zum abgefahrenen Lost verpassen kann.

PS: Terminator war allerdings um Längen besser, als das auf Fringe folgende Primeval

Die erste Staffel von Fringe soll laut amazon am 21.08.2009 für 39 Euro erhältlich sein

StaffelEins Pushing DaisiesDas Serienfinale von Pushing Daisies habe ich mit etwas Wehmut verfolgt. Die letzten Folgen hatten einiges in sich, auf das man in ähnlicher Form bestimmt – mindestens ein Jahrfünft – warten muss. C.S.I. Norwegen, war so eine Folge die man einfach nur begeisternd finden darf. Noch besser war Seelenfutter, eine Geschichte rund um einen skurrilen Fast Food Wettbewerb, bei dem Olive Snook (Kristin Chenoweth) zu Höchstform aufläuft und für mich zum heimlichen Star der Serie avanciert.

Bekannterweise werden tatsächlich keine weiteren Staffeln von Pushing Daisies produziert. Dieses Schicksal teilen in den letzten Jahren besonders die aufwendigen Produktionen, die in der ersten Staffel fulminant starten und dann, eigentlich logischerweise, an Zuschauern verlieren, weil natürlich dann irgendeine andere erste Staffel läuft und sich viele der Interessierten beginnen, weitere Folgen einfach aus dem Netz zu laden, weil sie bereits wissen, dass die Serie eine hohe Qualität hat und sie sich nicht im TV erst noch davon überzeugen lassen müssen. Tools wie Online TV Recorder oder Save TV werden bestimmt auch nicht von der Quotenmessung erfasst.

Screen Pushing Daisies

Weniger aufwändige Produktionen mit mittelgutem Inhalt, wie Eli Stone, kommen da gerade wegen ihrem wenig pompösen Dasein größtenteils besser weg und fallen höchstens um ein paar hunderttausend Zuschauer um sich dann ab der dritten Staffel soweit aufgewärmt zu haben um zum Dauerläufer zu werden. Die Werbeplatzverkäufer werden nicht so kribbelig, als wenn es um 2-3 Millionen weniger Zuschauer im erstklassigen Segment geht, die erst durch viel Eigenwerbung angelockt wurden. Es geht um den Spitzenplatz, also muss eine neue Staffel Eins von and now for something completely different her.

Was passierte nun in den letzten beiden Pushing Daisies Folgen? “Wasser und Strom” hat Detektiv Emerson Cod nahe an seine verschwundene Tochter gebracht, am Ende einer abwechslungsreichen Folge mit vielen netten Einstellungen auch außerhalb des Pie Hole und mit der entschwundenen Ehefrau des Detektivs, bekommt man die Tochter sogar kurz zu Gesicht.

“Platsch” war als Folge scheinbar schon abgedreht, es geht um das Comeback von Chucks Tanten als Synchronschwimmer Superstars. Begünstigt durch das Ableben einer ihrer größten Konkurrentinnen während einer unabsichtlichen Sprungeinlage mit einem meterlangen Weißen Hai. Dann setzt ein maximal 5 Minuten langer zusammenfassender Abspann an, der fast ohne Worte auskommt und ein Ende von Chucks Versteckspiel, Olives Romanze mit dem Tierpräparator und Emerson Cods Suche nach der Tochter erzählt.

Ich will nicht zu sehr den enttäuschten Fanboy raushängen lassen, aber ich denke Bryan Fuller muss ebenso gefrustet von dem beschlossenen Serienende gewesen sein, wie seine mehr als 6 Millionen regelmäßigen US Zuschauer, ansonsten hätte er ein schöneres Ende hinbekommen oder es einfach komplett offen gelassen. 3 Golden Globe Nominierungen und ein Emmy im Jahr 2008 konnten diesen Meilenstein in der TV Serien Geschichte nicht retten.

Weitere Artikel zu Pushing Daisies:
Brieftaube (Staffel 1 – Folge 4) – 12.11.2008