StaffelEins Robin HoodDiese britische Serie, die in Deutschland erstmals im Oktober 1984 auf dem ZDF lief, ist für mich eines der Highlights der TV Geschichte. Ich habe sie im Beisein meines größeren Bruders geschaut, das war eine Zeit, als auch die Sesamstraße mir noch viel zu bieten hatte. Obwohl die Sesamstraße zweifellos noch heute von mir geschätzt wird, sehe ich diese Robin Hood Serie, von der ich mir Staffel 1 und 2 aus England importiert hatte, kaum mit weniger Faszination an.

Ich hatte immer das Gefühl, dass ich diese Serie noch einmal komplett nachholen muss. Meine Erinnerungen sind inzwischen lückenhaft – ab und zu läuft Robin of Sherwood heute noch auf dritten Programmen im Free TV. Wenn ich zufällig eine Folge erwischte, war ich sofort wieder beeindruckt, aber ich vergaß die Sendetermine immer wieder. Daher kam vor 3 Jahren der Entschluss, mir die Serie endlich zu kaufen um sie dann bis jetzt nach dem Schauen der ersten Folge liegen zu lassen – inzwischen gibt es übrigens deutsche DVD Boxen.

Zugegeben, die erste Folge wirkt manchmal, als wenn sich ein paar professionelle LARP Spieler im Wald getroffen haben und an vielen Stellen fehlt noch die Charakterzeichnung, die man später so liebgewinnt, aber man erkennt ohne Weiteres, dass diese Serie eindeutig als Vorlage für den Riesenerfolg der Robin Hood Verfilmung mit Kevin Costner im Kino war. Doch wirkt diese Serie echter, dunkler und mysteriöser – gerade zu experimentell, wenn auch mit großem Budget ausgestattet. Man setzte bei der Rollenverteilung gezielt auf Schauspieler, die nicht in das Model Schema passten. Es sind dreckige, verschwitzte Menschen mit körperlichen Abweichungen vom Idealdurchschnittsmaß zu sehen. Eine Ausnahme sind dabei höchstens Robin Darsteller Michael Praed und Marion Darstellerin Judi Trott. Zunehmend zeichnet die Serie sich als großes Abenteuer aus, das trotz vieler Mystery Elemente sehr real dargestellt ist – vor allem durch Verweise auf gesellschaftspolitische rauhe Sitten und Normen im Mittelalter – in denen die Helden nicht unverwundbar sind.

Screen Robin 1

Der Pilot besteht aus einer Doppelfolge. Im englischen Original “Robin and the Sorceror” Part 1 und 2. Die deutschen Titel lauten. “Der magische Pfeil” und “Der Wettkampf”. Im ersten Teil wird die Handlung schnell auf die Gruppenfindung zugeschnitten. Robins Familie und Dorfgemeinschaft wird von Söldnern niedergemetzelt als er Kind war. Mit seinem Gefährten Much lebt er vogelfrei und stiehlt Wild im Gehölz des Sheriffs von Nottingham, der den Namen Sherwood trägt. Sie werden aufgegriffen und landen im Kerker.

Sie treffen auf Will Scarlet, der wegen Mordes einsitzt und fliehen gemeinsam und gewalttätig. Im Wald trifft Robin auf den von Hexerei besessenen Little John, den er im Zweikampf besiegt, was den Hühnen von seinem Fluch befreit. Er wird zu dem wohl treuesten Gefolgsmann Robin Hoods. Nachdem der adlige Guy von Gisburne (einer meiner absoluten Lieblingsschurken, gespielt vom leider verstorbenen Robert Addie) ein wehrloses befreundetes Dorf auf der Suche nach den Entflohenen niederbrennt und Einwohner tötet, rächen sich die Gefährten und entführen dabei zufällig Lady Marion. Zwischendurch hat Robin von der Sagengestalt und Geist “Herne the Hunter” eine große Prophezeiung samt legendärem Schwert erhalten.

Screen Robin 2

Der zweite Teil beginnt damit, dass Robin sich den Pfeil von Herne the Hunter beschaffen will. Der bekannte Soundtrack von Clannad entfaltet jetzt seine Wirkung. Wem die Geschichte von Robin Hood bekannt ist, wird hier das Bogenschützen Turnier wieder erkennen, bei dem er als alter Mann verkleidet antritt und den Sieg durch einen gespaltenen Pfeil davon trägt. Der Sheriff, der Hood in eine Falle locken wollte, lässt sich düpieren. Der geheimnissvolle Dritte im Bunde, ein Baron, der sich schwarzer Magie bedient, hatte es ebenfalls auf das Artefakt abgesehen.

Da der Sheriff ihm Geld schuldet verlangt der Baron zur Begleichung statt Geld die Auslieferung Lady Marions in seine Gewalt. Der Sheriff lässt sich darauf ein, während der anwesende Mönch Bruder Tuck alles mit angehört hat und verzweifelt versucht Marion in den Sherwood Forrest zu bringen, bevor er von Schergen des Hexenbarons überwältigt wird. Robin zieht aus und kann den Hexer, dessen Schloss und Hofstaat sehr cool dargestellt wird, mit Hernes Pfeil besiegen und Marion befreien. Seine Gefolgleute werden jedoch in einen heftigen Kampf mit Guy von Gisburne verstrickt, wobei mehrere Charaktere an die man sich gewöhnt hatte umgebracht werden. Darunter Tom und Decon mit denen Robin anfangs aus dem Kerker des Sheriffs floh. Ein weiterer vormals Besessener wird aus dem Bann des Hexers befreit. Nasir, der wortkarge Sarazene schließt sich Robin an. Niemand außer den beiden erfährt es, aber Nasir ist als einziger fähig, Robin im Schwertkampf zu besiegen.

Die dritte Folge “Die Hexe von Elsdon” beginnt wieder mit dem verrückten Guy von Gisburne. Eine Frau hat ihn zurückgewiesen, er lässt sie als Hexe anklagen und sie wird zum Tod verurteilt. Da sie eine Gelehrte ist, was Heilkunst, Kräuter und Gifte angeht, beschließt der Sheriff von Nottingham ihr einen Handel anzubieten. Sie kann leben, wenn sie sich bei Robins Gefährten einschleusen lässt und sie mit einem Schlaftrank wehrlos macht. Schließlich hat die Bande gerade seinen getarnten Steuereintreiber aufgebracht und ist zahlungsfähiger als je zuvor. Doch sein Plan geht nicht auf, die Gemeinschaft wird um eine Heilerin reicher und der Sheriff um einen weiteren Gefangenen ärmer.

Die Artikelserie mit den Geschichten um Robin of Sherwood wird hier fortgesetzt.

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