Archive for August, 2009

StaffelEins Adams FamilyMein erster Kontakt mit dieser Serie kam zustande, weil sie Mitte der 90er Jahre von der Hörzu für die ARD als Meisterwerk mit so etwas wie wahnsinnig spritzigem Humor gefeiert wurde. Ich war allerdings bereits Serien wie Star Trek, Roseanne oder beinahe schon AkteX gewohnt. Deshalb enttäuschte mich die erste Folge zunächst extrem aufgrund ihrer überdeutlichen 60er Jahre Machart, die mir weniger zeitgemäß vorkam als Charlie Chaplin Filme oder Dick und Doof.

Die Besetzung besteht aus einem überheblichen und durchgeknallten Spanier namens Gomez als Vater, seiner Frau Morticia, die man sofort für eine Vampirin halten würde und ihre beiden Kinder Pugsley und Wednesday, die gern mit wilden Tieren spielen. Dazu kommen Onkel Fester, der bereits tot und verrückt zugleich aussieht und Glühlampen zum Leuchten bringt, wenn er sie in den Mund steckt, sowie eine Oma, die man als Hexe bezeichnen würde. Ein zombieähnlicher Butler namens Lurge dient den Adams als Haushälter, er erscheint immer blitzschnell, wenn ein ohrenbetäubender Gong geläutet wird, bewegt sich dann jedoch auffällig langsam.

Ich glaube der Redakteur, der hier Bestnoten verteilt hatte, hing wirklich ein paar bunteren Kindheitserinnerungen nach, als es die Farbgebung der Serie eigentlich zugelassen hätte. Trotzdem konnte ich soweit überzeugt werden, dass ich die Charaktere im Vergleich zu denen der Familie Munster viel ansprechender fand. Außerdem wurde mir bewusst, dass die Munsters eine deutliche Kopie der Adams waren – leider eine schlechtere. Übrigens finde ich persönlich Anteile von den Munsters und den Adams auch in der Schrecklich netten Familie um Al Bundy wieder.

Screen Adams Family

Richtiges Interesse zeigte ich erst wieder an den Adams, als ich die Spielfilme von Barry Sonnenfeld aus einer “weil sonst nichts Gutes im Fernsehen kommt”-Laune sah. Hier war jemand am Werk, der die Grundidee gründlich aufpoliert und aktualisiert hatte. Es waren gleichzeitig humorvolle und etwas verstörende Filme, die an einer allgemeinen Geschmacksgrenze nagten ohne sie zu sehr zu überschreiten.

Wenn daraufhin eine Folge der alten 60er Jahre Serie lief, fühlte ich ein besseres Verständnis für die Charaktere und ich konnte es würdigen, dass diese Show in der damaligen Zeit ein echtes Wagnis gewesen sein muss, das an den Vorstellungen des American Way of TV rüttelte. Und sie rüttelte sehr erfolgreich, denn es wurden 64 Folgen mit je 30 Minuten Spielzeit produziert. Das war auch in den guten alten Zeiten, als sich Serien etwas länger entwickeln durften eine ordentliche Laufzeit.

Durch meine Freundin, die seit jeher Fan dieser Serie ist, habe ich eine der drei DVD Boxen erstanden, die jeweils fast 9 Stunden Spielzeit besitzen. Ich bin manchmal fast eingeschlafen, aber die Staffeln sind lustiger als man denkt. Es bleibt letztlich eine Sitcom und es bleibt damit eine Serie ohne jegliche Cliffhänger oder Spannungsaufbau über mehrere Folgen. Aktuelle Sitcoms könnten sich jedoch gern mal wieder etwas derart ungewöhnliches ausdenken.

Die Story hinter den Adams reicht noch weiter zurück. Charles Addams erschuf 1938 für die Zeitung “The New Yorker” laut Wikipedia die seinerzeit beliebten Cartoons der Adams, welche eine Umkehrung der amerikanischen Kernfamilie darstellen sollten. Man kann deshalb von einer der frühesten Comic Verfilmungen sprechen. Einige der Original Cartoons kann man wohl an dieser Stelle in Augenschein nehmen.

StaffelEins Star TrekIm eigentlichen Sinne ist „Star Trek: Phase II“ keine Serie, sondern ein sogenannter Fan Trek. Dies sind Filme, die von Trekkies gedreht wurden und in der der Regel ohne finanzielle Interessen über das Internet vertrieben werden. Häufig werden die besseren Projekte bei Conventions gezeigt und durch Gastauftritte von Star Trek Schauspielern geadelt, vorausgesetzt es gibt mehr als einen nur einen Film. Diese Star Trek Kultur liegt bereits schon viele Jahre in der Vergangenheit, bereits bei meiner ersten Star Trek Convention, ich glaube das war 1996 in Hamburg, wurden bereits selbst gedrehte Kurzfilme gezeigt und der beste von ihnen wurde premiert. Ich erinnere mich noch sehr gut an einen Film, weil man im Hintergrund der Brücke das Hörmann Garagentor erkennen konnte. Die Qualität der Filmchen war damals niedrig und sie wirkten deswegen alle automatisch immer auch komisch, obwohl sich die meisten sehr ernst nahmen.

Seit damals hat sich viel verändert und mit dem Open Source Gedanken, der die Softwarewelt der Office Anwendungen revolutioniert hat, kam es auch zu einer Professionalisierung des Fan Treks. Wobei vor allem „Intrepit“ aus Schottland und das „Hidden Frontier“ Wegbereiter waren, sie waren die ersten, die sich eine eigene Fanbase aufbauen konnten. Ein drittes Projekt war „Star Trek: New Voyages“, das mittlerweile in „Star Trek: Phase II“ umbenannt worden ist und wohl derzeit das ambitionierteste Fan Trek ist. Mit einem Budget von 70.000 $, setzt diese Serie da an, wo die erste Enterprise (TOS) unter Kapitän James T. Kirk vor über 30 Jahren das Staffelholz fallen gelassen hat. Die Charaktere Spock, Pille usw. bleiben also die selben nur die Darsteller sind halt andere.

Screen Star Trek Phase 2

Die erste Folge Blood and Fire Part 1 basiert auf einer Story, die für TNG geschrieben, aber nicht verwirklicht wurde, wegen einer angeblichen schwulen Szene im Film. In der Folge muss die Enterprise auf den Notruf eines anderen Raumschiffes reagieren, das in der Gefahr schwebt in eine Sonne zu stürzen. Als die Enterprise eintrifft und Spock mit einem Außenteam rüber beamt, stellt sich heraus, das die Besatzung tot ist – getöted durch eine misteriöse Krankeit, genannt die Blutwürmer. Um eine Ausbreitung der unheilbaren Krankheit zu verhindern, soll Kirk das Raumschiff zerstören. So endet zumindest der erste Teil, den man sich bereits im Internet auf der Webseite des Projektes www.startreknewvoyages.com herrunterladen kann.

Was wirklich beeindruckt: Die Qualität ihrer Kulissen, die Kostüme und die Kosmetik. Sie sind mit denen von aktuellen Serienproduktionen vergleichbar und schlagen die des Originals um Längen. Das alleine sollte schon dazu animieren sich den Film herunter zu laden. (Warum auch nicht, kostet ja nichts). Die Spezialeffekte sind auch noch ganz in Ordnung, gleiches gilt für die schauspielerische Leistung der einzelnen Akteure, auch wenn man hier schon den semi-professionellen Anspruch spürt und nicht mit der Qualität der letzten Voyager oder DS9 Staffel mithalten kann.

Ich möchte jedem, der es noch nicht hat einmal an Herz legen sich diese Folge anzuschauen und der Sache eine Chance zu geben, zumal es jetzt in den Sommerferien eh nicht so viele neue Staffeln im Fernsehen gibt.

StaffelEins AlfMeine erste TV-Serie, die ich im Fernsehen geschaut hab, war ALF. Damals – in der guten alten Zeit lief die Sendung noch beim ZDF im Nachmittagsprogramm. Das war meine erste Berührung mit einer amerikanischen Sitcom und ich weiß noch, wie sehr mich diese eingespielten Lacher verwirrt haben, denn das vermeintliche Publikum war nie zusehen.

Das Einspielen von Lachern ist mittlerweile ja wieder ein wenig aus der Mode gekommen. In den Achtzigern waren Außerirdische noch knudellige Kuscheltiere, die an sich nichts bösartiges hatten, außer das sie gerne Katzen essen und ihre Gasteltern in den Wahnsinn treiben. Mit dem Kinofilm Independence Day änderte sich die Einstellung der Außerirdischen uns Menschen gegenüber. Seitdem wollen sie uns wahlweise vernichten, versklaven oder entführen.

Screen Alf

Die Spannung in der Serie entsteht meistens dadurch, dass Alf etwas anstellt (meistens absichtlich) und die Familie Tanner muss anschließend den Fehler wieder ausbügeln. Sie kommt dadurch in ungewöhnliche oder peinliche Situationen. Daneben lebt die Familie ihr normales Leben und Alf kommentiert dies mit seinen außerirdischen Einsichten. Die sind allerdings selten tiefgründiger Art, eher ist das was zum Schmunzeln. Eine sehr gute Serienbeschreibung hab ich auf  www.fernsehserien.de gefunden. Wer mehr wissen möchte – einfach einmal dort nachschauen. Ein wenig abrupt kam das Ende der Serie, die vierte Staffel endete noch mit einem Cliffhanger, eine fünfte Staffel wurde dann nicht mehr aufgelegt.

Als 1988 die Serie Alf, damals in Deutschland, anlief, hab ich diese verdammt gerne geschaut, es war witzig und abwechslungsreich und immer gut für 45 Minuten Unterhaltung. Typische Redewendungen fanden dementsprechend Eingang in den Alltagsgebrauch. Ein „Null Problemo“ rutscht mir auch heute noch ab und zu mal raus. Ansonsten sind die Erinnerungen an die Familie Tanner mit Willi, Lynne, Brian und – wie hieß die Mutter nochmal? Eher verschwommen. Wie gut, dass es nun endlich einmal ALF auch in Deutschland auf DVD geben soll. Das war ja lange nicht der Fall. Angeblich wegen Rechteschwierigkeiten bei einem Musiktitel, nun soll es gehen. Ob ich die 30 Euro pro DVD auch berappen möchte, da bin ich mir allerdings nicht sicher. Da warte ich noch, bis das Weihnachtsgeschäft durch ist.

StaffelEins Robin Hood

Leute, die Geschichte studiert haben, mögen mir manche Mischungen von Begriffen in diesem Artikel verzeihen oder per Kommentar darauf hinweisen, ich korrigiere Fehler gern! Der erste Artikel zu dieser Serie rund um Robin Hood ist hier zu finden. Die zweite Hälfte der Staffel beginnt mit einem Streuner, der schwerbewaffnete Tempelritter verfolgt, die den Sherwood Forrest durchqueren. In der Nacht beobachtet er sie bei einer religiösen Zeremonie. Der Name der Folge ist “Seven Poor Knights From Acre” auf deutsch einfach nur “Die Kreuzritter”.

Am nächsten Morgen, sieht man Robin und seine langsam wieder erstarkte Truppe bei einem Bogenschützen Wettkampf, der Streuner läuft ihnen in die Arme, darf aber weiter ziehen. Kurz darauf preschen die Kreuzritter hervor. Beide Seiten verlieren einen Mann im Kampf – zudem wird Much gefangen genommen. Die Kreuzritter bringen ihn in ein Dorf, in dem wenig später die Lage vom Sheriff von Nottingham überprüft wird. Er erkennt Much und erfährt von der deutsch-französisch Kauderwelsch sprechenden Templertruppe, dass sie es auf den gemeinsamen Feind abgesehen haben. Um Zeit und Männer zu sparen, lässt er die Ritter bleiben – in der Hoffnung, dass sie sein Problem mit Hood lösen.

Währenddessen erfährt Robin Hood, das die Ritter nur deshalb so aufgebracht sind, weil ihnen eine Reliquie gestohlen wurde. Es muss der Streuner gewesen sein. Bei einem Rettungsversuch für Much nimmt der Anführer der Kreuzritter Robin sein Schwert ab, lässt ihn aber laufen. Robin muss sich beeilen und den gestohlenen Gegenstand wieder beschaffen. Dieser befindet sich jedoch in der Gewalt des Sheriffs, nachdem der Dieb von Soldaten aufgegriffen wurde. Es ist nicht ganz klar, ob Robin es schafft tatsächlich das Original wieder zu beschaffen, leider ist die Serie an dieser Stelle ungünstig geschnitten. Er bringt dem Anführer einen Gegenstand und Much wird freigelassen. Trotzdem setzen die Ritter noch einmal an um die beiden zu töten, allerdings haben die gepanzerten Reiter keine Chance gegen Robins Leute am Waldrand und der Held der Serie bekommt sein Schwert wieder.

Screen Robin 3

Alan A Dale (Der Minnesänger) ist der Titel der fünften Folge. Objektiv gesehen, die erste Robin of Sherwood Folge, die man sich aus heutiger Sicht anschaut und sagt, dass Storyaufbau, Schnitt, Darstellung und Szenerie komplett überzeugen können. Selbst der Humor trifft diesmal exakt den Punkt. Ich würde sagen, es war der Durchbruch um die Zuschauer damals endgültig einzufangen. Alles passt ineinander und wird mit einem überraschenden Ausklang abgerundet. Little John beginnt eine geheime Liebschaft in einem Dorf. Als er an einem Tag von Soldaten gesehen wird, kann er zwar fliehen, er kann nun aber nicht mehr zurück und die Bewohner müssen dafür büßen.

Robin Hoods Männer greifen einen Minnesänger auf, der durch den Wald zieht – und übrigens genial geschauspielt wird. Sie wollen ihn nach kurzer Überprüfung schon wieder ziehen lassen, da sagt er beiläufig, er wäre unterwegs nach Nottingham um den Sheriff zu töten. Das macht die Bande wiederum neugierig. Es stellt sich heraus, dass der Sheriff sich mal wieder Geld beschaffen will. Zu diesem Zweck hat er einer Hochzeit zwischen ihm und der 16 Jahre alten Tochter eines reichen Barons eingewilligt, sowie der damit verbundenen großen Mitgift. Sie liebt jedoch insgeheim und doch sehr offen den Minnesänger.

Die Gefährten versuchen Guy von Gisburne bei der Überführung der Verlobten samt deren Mitgift zu überrumpeln. Der Versuch scheitert jedoch, denn weder das Geld kommt in ihre Finger, weil es eigentlich schon mit einem anderen Transport überbracht wurde – und die Verlobte entkommt durch einen mutigen Ausbruch Gisburnes. Genial versuchen sie es mit einer List noch einmal, indem sie den Minnesänger, der dem Sheriff und den Soldaten unbekannt ist, als Priester für die Vermählung einschleusen – die daraus entstehenden Dialoge sind sehr lustig. Der Raub der Verlobten gelingt und der Minnesänger darf sich mit ihr von Bruder Tuck trauen lassen. Sieger der Geschichte ist zum ersten Mal aber der Sheriff, der den Braten gerochen hat und eigentlich nur wollte, dass ihm die Frau gestohlen wird. Die Geldkisten, die Robins Männer stehlen, sind mit Steinen gefüllt. Die Tatsache, dass der Sheriff geistig doch mehr drauf hat und Robins Vorgehen voraussagen konnte, ist als Wendepunkt prägend für die Geschichte.

Screen Robin 4

Das Staffelfinale trägt den Namen “The Kings Fool” (Richard Löwenherz). Die Robin Hood Legende hat im Laufe der Zeit viele Mythen erschaffen. Einer davon ist, dass Robin Hood irgendwann vom rechtmäßigen König, Richard Löwenherz, zum Ritter geschlagen wird, als er von einem Kreuzzug nach England zurückkehrt und der königstreue Robin nur gegen den gefährlichen und verantwortungslosen Bruder des Königs rebelliert hatte. In manchen Geschichten hat Robin daraufhin lange Zeit für König Löwenherz erfolgreich in diversen Schlachten gekämpft. Diese Mythen sind laut Wikipedia nicht übereinstimmend mit den Texten der frühesten Balladen um Robin Hood. Löwenherz gilt aber nicht nur in England heute vielen Leuten noch als Idol.

Die Serie greift dennoch ein Zusammentreffen von Löwenherz und Hood auf. Robin rettet dem König tatsächlich das Leben, als dieser von Räubern im Sherwood Forrest überfallen wird. Der König gibt sich zunächst nicht zu erkennen, beweist sich als guter Gast im Lager und nach einem Ringkampf, in dem er Little John besiegt, lässt er die Maskerade fallen. Er lädt die Sherwood Bande nach Nottingham als Gäste ein, was Gisburne und dem Sheriff nicht gefällt. Er verspricht allen, sie sollen freie Männer sein und Land bekommen, aber er brauche sie dafür auch in der Normandie gegen französische Kriegsherren um England zu schützen. Nasir entscheidet sich zu gehen, er will mit dem Krieg nichts zu tun haben, da er religiös motiviert ist. Die anderen sind zunächst vom Charisma des Königs beeindruckt, zweifeln aber irgendwann, teilweise auch aus Angst bald Soldaten zu sein. Robin will sein Wort gegenüber dem König halten, stellt ihn aber offensiv vor einer großen Runde mit Adligen zur Rede um sich der Integrität des Herrschers zu versichern.

Der König versucht Robin zu überzeugen, kann aber nicht einschätzen, ob er damit wirklich Erfolg hatte. Nachdenklich ruft er den Sheriff später zu sich, der ihm versichert, es werde Ärger mit Robin Hood geben. Richard Löwenherz entscheidet sich, dem Sheriff einen Mordauftrag zu geben ohne ihn direkt damit in Verbindung zu bringen. Erledigen soll das mal wieder Gisburne. Der Versuch misslingt, Gisburne bekommt einen Pfeil in den Rücken. Im Gegenzug trifft er jedoch die mit Robin flüchtende Lady Marion tödlich. Als sie sich im Todeskampf befindet, meldet sich der Geist von Herne the Hunter bei Robin und erinnert ihn daran, das er doch magische Kräfte hat, was Pfeile angeht, deshalb muss er nur den Pfeil entfernen, das Rad der Zeit dreht sich kurz und Marion ist wieder gesund.

Das Ende einer großen Folge ist damit für mich leider etwas verpatzt worden. Ich glaube hier hat ein Produzent nicht den Tod von Marion durchziehen wollen, nach einer sehr mutigen Entscheidung, King Richard in einer englischen Serie als Antihelden darzustellen. Die Artikelserie geht bald mit der 2. Staffel von Robin of Sherwood weiter.