Archive for December, 2009

StaffelEins Pushing DaisiesIch habe schon seit November 2008 versucht von Pushing Daisies alle Folgen im Free TV zu sehen. Diese Serie war es mir wert auch mal einen Termin zu verschieben oder auf eine andere Aktivität komplett zu verzichten. Ein ganz starkes Indiz für eine außergewöhnliche Serie ist, wenn ich den Computer für die Zeit der Sendung komplett von meiner Aufmerksamkeit nebenher ausblende.

Leider bekam ich von der Serie erst mit, als bereits die 4. Folge im Fernsehen lief. Prompt bloggte ich darüber und konnte in der weiteren Zeit bis März 2009 dann leider doch nicht alle Episoden verfolgen. Seit diesen Tagen liebäugelte ich schon mit der Anschaffung der DVD Boxen. Die blieben jedoch störrisch bei ca. 20 Euro pro Staffel stehen und – ich gebe zu – ich bin da jemand, der in Sachen günstige Angebote sehr sehr lange warten kann.

Um so schöner, wenn auf einmal das mir wohl bekannte Portal serieasten.tv ein Gewinnspiel veranstaltet, exakt die 2. Staffel als Preis winkt. Dann war die Frage des Tages auch noch beantwortbar …und simsalabim.

PDGewinn

Ich bedanke mich für den super schnellen Versand und die nette Weihnachtskarte. Zum Glück musste ich ja einige Weihnachtsgeschenke bestellen und selbstverständlich lag dann diesmal die 1. Staffel im Einkaufskorb zur Eigenbeschenkung. Also Warner oder ProSieben, wer auch immer sich als Sponsor aufzutreten entschied, ihr habt den richtigen getroffen und zudem letztlich euren Schnitt damit gemacht. Frohe Weihnachten.

StaffelEins True BloodDiese HBO Serie hebt sich wieder einmal genussvoll von anderen Musterbeispielen des Genres ab. Als Vampir-Serie tritt True Blood recht verspätet in den Zirkel der Blutsauger auf der Mattscheibe ein. Es hat sich gelohnt etwas mehr Zeit zu investieren. Mehrere Kritiker sind hingerissen von der Story.

Ich habe die erste Staffel auf Englisch gesehen. In den ersten zwei Folgen fragt man sich, ob der Hype um diese X-te Auflage von Liebesgeschichte zwischen Mensch und Vampir gerechtfertigt ist, in den zumal durchaus gebildete Quellen einstimmen. In einer amerikanischen Kleinstadt oder eher einem Provinznest will sich so schnell keine Story entfalten. Der Umgangston ist derb und die Handlung banal, beinahe lächerlich schlecht inszeniert sind die Szenen der ersten Auseinandersetzungen.

Sookie Stackhouse (Anna Paquin – wow endlich mal eine ordentliche* Darsteller Fanpage!) trifft Bill Compton (Stephen Moyer – *besonders im Vergleich zu seiner!). Sie ist menschlich oberflächlich, arbeitet als Kellnerin und hat eine für Vampire außergewöhnliche, aber unkontrollierte Gabe des Gedankenlesens. Bill ist seit dem amerikanischen Bürgerkrieg als Vampir in den Staaten unterwegs und kein besonders mächtiger Vampir. Vampire haben sich übrigens in dieser Geschichte der menschlichen Öffentlichkeit kürzlich enttarnt und leben mehr oder weniger offen Seite an Seite.

Screen True Blood

Menschen empfinden die Vampire gemeinhin als abstoßend und meiden sie, wo es geht. Einige Menschen sind fasziniert von den Vampiren, oft aus dem Wunsch heraus, einer von ihnen zu werden. Synthetisches Blut soll der Vampir Gesellschaft das Zusammenleben mit Menschen ermöglichen, doch gewisse Riten lassen sich durch das Ersatzblut nicht so schnell und einfach umkrempeln.

Erst mit fortschreitender Handlung kommt man auf den Trichter, dass der eher unspektakuläre Beginn ein Schachzug war um 1. die Entwicklung des naiven Hauptcharakters / der Dorfbevölkerung nachzuzeichnen – Sookie weiß wenig von der Welt und so gut wie nichts von den Vampiren – und 2. den weniger anspruchsvollen Zuschauer am Anfang nicht zu überfordern. Tatsächlich glaube ich, ich hätte die Serie nach nur einer Folge im freien Fernsehen ausgemustert.

Durch das Vorliegen der kompletten Box genehmigte ich mir den Rest und mochte letztlich kaum aufhören. Ist die Serie nun wirklich gut?

Wenn man Telenovelas lange genug schaut, schwört man irgendwann doch darauf. Mit dem Abstand von zwei Wochen kann ich sagen, dass True Blood ziemlich relaxed ist, allerdings ist es auch keine Schmonzette. Es gibt wenige, aber sehr blutige Szenen, eventuell mehr Sex als in the City und das ständig wachsende Gefühl, dass man das große Ganze der Vampire irgendwann mal echt verstehen wird.

Die Zahl der kritischen, nachdenklichen Szenen erweitert sich Folge für Folge mit dem Gefühl, dass die heile Welt immer mehr Risse bekommt und selbst die noblen Figuren ihre Abgründe haben. Alan Ball (auch schon bei Six Feet Under aktiv) spielt damit, die Vampire zu entmystifizieren.

Statt der ewigen Hütung von Geheimnissen und der Angst entdeckt zu werden, lässt er die Parteien frontal aufeinander prallen und schaut was dabei rauskommt – evtl. eine Reihe vieler gefrusteter arbeitsloser Vampire, die den lieben langen Tag nichts anderes machen als synthetisches Blut zu saufen. Wer möchte, kann sich das Tru Blood aus der Serie inzwischen auch als echten Drink genehmigen.

Wer mehr zu der Serie lesen will, kann auch gern bei diesen befreundeten Blogs vorbei schauen:
Kino, TV und so
moviescape
In der Zange

Wer noch einen Artikel dazu hat, kann sich gern melden. ;)