City of MenWer den Film City of God mochte, kann bei City of Men gut zugreifen, denn es besteht thematisch eine große Ähnlichkeit. Doch sollte man seine Erwartungen für die handwerkliche Umsetzung etwas herunterschrauben. Vorsicht, (leider) gibt es von der Serie auch eine Filmfassung, die ich nicht gesehen habe, aber bei der Suche oder Bestellung kann es wegen der gleichen Benennung leicht zu Problemen kommen.

Wir haben es hier nicht mit einer Hochglanz Produktion zu tun. Trotzdem stammt sie auch aus der Feder von Fernando Meirelles (Interview). Hier gibt es keine Special Effects und keine Stunts. Trotzdem braucht man die Fachkenntnis der Produzenten nicht in Frage zu stellen. City of Men ist völlig zu Recht über die Grenzen des heimischen Marktes von Rede Globo heraus gekommen und bei amazon zeitweise sehr günstig (Staffel 1, 2 und 3) für unter 10 Euro zu haben. Es gibt noch eine vierte Staffel, die ich nicht gefunden hatte, anscheinend wurde sie noch nicht für den deutschen Markt heraus gebracht. Pro Staffel gibt es 4 bis 5 Folgen, insgesamt erhält man somit ein ordentliches Preis-Leistungsverhältnis.

City of Men ScreenErzählt wird die Geschichte zweier Freunde Acerola und Laranjinha, beide etwas 12 oder 13 Jahre alt. Dazu kommen ein paar weitere Charaktere, die über die Staffeln verstreut immer wieder auftauchen.

Die erste Staffel beschäftigt sich vor allem mit den Bandenkriegen in den Favelas von Rio de Janeiro, in denen kaum ein “Soldat” älter als 30 Jahre wird. Die Karriere kann aber schon mit 8 oder 9 Jahren beginnen. Die zwei Freunde versuchen sich so gut wie möglich aus den Fronten heraus zu halten, werden aber immer wieder mit den Auseinandersetzungen konfrontiert. Manchmal, in dem man einfach ausgeraubt wird, sich verstecken muss oder weil man zufällig in der Nähe ist und einen Auftrag bekommt.

Ein zweites sehr gewichtiges Thema sind die Frauen. Dabei gibt es allerdings sehr gelungene Stories in denen deutlich wird, dass die Jungs in der Favela es genau so schwer haben und sich mit den gleichen Hemmungen auseinandersetzen müssen, wie Jungs aus besseren Gegenden von Rio. Da denkt man dann schon: Also bitte, wenn es in einer brasilianischen Favela so ist, dann scheint es auf der Welt nirgendwo anders zu laufen. Danke für die Zerstörung dieses Klischees. ;-)

Der Aufbruch von Klischees und der Einstieg in die Vorstellungen vom Leben der “Anderen”, egal ob arm oder reich, dass lag dem Team um City of Men sehr am Herzen. Das merkt man und ich glaube, dass diese Serie in Brasilien von Leuten, die in armen oder in besseren Teilen der Stadt leben, gern geschaut wurde und tatsächlich Vorurteile abbauen kann. Ich werde die weiteren Staffeln sehr gern schauen.

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