StaffelEins Artikel GrimmsbergIch gehörte gestern zu den Vertriebenen im ProSieben Abendprogramm. Zwischen den Simpsons Halloween Specials waren die eingeschobenen Folgen der ProSieben Eigenproduktion Grimmsberg einfach nicht zu ertragen. Ich hielt bis zur dritten der Grimmsberg Folgen durch, die nur jeweils 5-8 Minuten lang sind und die man sich unter dem vorgenannten Link in voller Länge und in 3D auf der ProSieben Website anschauen kann. Das lag aber hauptsächlich daran, dass Grimmsberg einen gigantischen Stimmungsbruch zwischen den Simpsons Episoden erzeugte und man in diesen losen Versatzstücken keine Chance hatte, die Serie mal ernst zu nehmen. Aber auch anders herum musste man sich durch Grimmsberg wieder auf jede einzelne Simpsons Folge einstellen, ohne richtig herein zu kommen.

Ein ausgiebiger Grimmsberg Block nach den Simpsons, hätte mich beide Programminhalte vermutlich durchgängig schauen lassen.

Heute sah ich mir alle sieben Grimmsberg Folgen online an, und ich muss feststellen, dass die Serie eigentlich nicht so schlecht ist und zumindest ab Folge 5 halbwegs erträglich wird. Hauptfigur Tom ist eine Art Kind zwischen zwei Welten, mit seiner Geburt wurde ein Tor zu einer Fantasy Welt geöffnet, durch die andere magische Wesen herüber wechseln können. Seine Schwester wird in diese Welt entführt und er will sie retten. Bei seiner Suche beginnt er seine eigene Rolle erst zu verstehen.

Ich behaupte, man hätte einfach ab Folge 5 starten und den anderen Quatsch vorher rauslassen können. Die Vorgeschichte ist so wirr und zerstückelt, dass man dadurch wirklich keinen Blumentopf gewinnt. Folge 6 fand ich sogar vom Schnitt und den Dialogen her gut und ich konnte ehrlich über ein oder zwei gut platzierte Szenen lachen, als Hauptfigur Tom sich z.B. aus seinem Traum befreit.

Mir gefällt die Farbgebung der Serie, die Lichteffekte sind in dieser radikalen Art für mich neu, obwohl die Hintergründe immer mal billig wirken. Es steckt eine richtig stimmungsvolle Note in diesem Ozean aus blendendem Licht und den diabolischen Schatten, die auf der anderen Seite erzeugt werden. Handwerklich wurde zweifellos aus einer dürftigen Ausstattung bei Kulissen und Kostümen viel in der Nachbearbeitung heraus geholt.

Unter den Darstellern gefielen mir die Hauptfigur Tom (Patrick Mölleken), und auch David (Aaron Keller) und Sina (Kiara Brunken) hatten ein paar gute Momente, allerdings glaube ich, dass sich alle beim Einsatz ihrer Stimmen weiter entwickeln müssen. Dadurch nimmt man ihnen die ein oder andere Stimmung die sie spielen nicht ab. Das galt besonders für  Tamara (Lili Zahavi). Als verängstigte Schwester war sie okay, als besessene Hexe zwar mit gutem Make-up versehen und toll ausgeleuchtet, aber zu schrill. In diesem Sinne wünsche ich ProSieben Durchhaltevermögen, aber auch ein wenig mehr Selbstironie für Grimmsberg:

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