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StaffelEins HeroesKnapp zehn Tage sind vergangen. Das Staffelfinale Nr. 2 von Heroes liegt hinter mir. Die Fernsehsender in Amerika klagen in mehreren Bereichen seit geraumer Zeit über Quoteneinbrüche und selbst Late Night Stars, wie Jay Leno werden im Moment hin und her verfrachtet um zu schauen, ob man nur die verhältnismäßig kleinen Schrauben drehen muss um in das alte Fahrwasser zurück zu kehren. Wahrscheinlich sorgt diese Maßnahme nur für mehr Verwirrung bei den verbliebenen treuen Zuschauern und beschleunigt den Verfall der klassischen Netzwerke um so mehr.

Diese Taktik macht bei Fernsehserien schon längst die Runde und aktuell ist sie aus Sicht der Sender wahrscheinlich sogar noch minimal rentabel, weil Neustarts bei Serien tatsächlich auf einmal große Quotenaufschwünge bewirken können. Ich wette zwar, dass gerade Heroes bei einem weiteren Bestehen durch DVD Verkäufe (über Jahre gesehen) rentable Einnahmen heraus holen würde, aber eine völlig neue Serienstaffel pumpt “Neuwert” in den Sendeplatz und eine fortgesetzte Serienstaffel zieht nur die bestehenden treugebliebenen Fans mit. Gerade bei Heroes ist das leider so, weil man bei Heroes unmöglich erst in der dritten oder vierten Staffel Fan werden kann, ohne die anderen Staffeln gesehen zu haben.

Meine Empfehlung wäre: Heroes weiter zu produzieren und nur noch im Internet ausstrahlen… das könnte eine Online Plattform, wie MySpace oder Hulu (NBC), bestimmt gut gebrauchen und die Fans ansprechen, wo sie Heroes am meisten suchen oder bestellen. – Totales Wunschdenken halt heutzutage, aber irgendwann wird es Serien geben, die dadurch gerettet werden. Man ist auf dem Weg.

Screen HeroesHeroes bekam trotz Autorenstreik eine lange dritte und vierte Staffel spendiert und muss jetzt um die fünfte Staffel bangen, die die Fäden in ein schönes Ende zusammenführen soll, dafür sprach sich jüngst Hiro Darsteller Masi Oka aus. In vorigen Artikeln wurde schon zu den ersten beiden Staffeln berichtet. Für mich bleibt die dritte Staffel, trotz mancher Warnung ein absoluter Pflichtkauf. Im Gegensatz zu anderen Meinungen, war bei Staffel 2 eine konstante Spannung, wie bei den ersten Folgen zu verspüren. Eine super Guerilla Werbung war die Bewerbung der Staffel durch die aufwendige Fake Website und Doku der Yamagato Fellowship.

Die Charaktere entwickeln sich weiter, wechseln teilweise die Seiten, so haben wir nicht mehr nur Leuchttürme vor uns. Kaum jemand hat noch eine weiße Weste und brachte sich nicht auf Kosten eines anderen in seinen Zielen voran. Die Einführung von neuen Fähigkeiten war sehr schleppend und bisher nicht so bedeutend, dafür aber die Entwicklung bisheriger Fähigkeiten. Je größer die Macht der einzelnen Figuren wird, desto größer sind Versuchung, Eitelkeit und die Gefahr einen echten Einfluß zu nehmen auf Organisationen und Regeln, die man inzwischen kennt, aber nur halb versteht. Die Petrellis mögen nach wie vor nicht den Hauptanteil der Sendezeit beanspruchen, aber sie sind für mich trotzdem die Familie mit dem höchsten Einfluß und ich halte es für unausweichlich, dass es einmal mehr ohne sie nicht gehen wird um das Finale zu bestreiten. Hier noch ein Link zu Peter Petrellis (Milo Ventimiglia’s) Fanpage.

Die zweite Staffel von Heroes ist tatsächlich nur eine kleine Brücke zu dem nächsten großen Ding und über das werde ich mit Sicherheit in diesem Jahr noch schreiben. Gut, die letzte Folge war spürbar und notgedrungen verkürzt (Autorenstreik), aber nie enttäuschend. Jeder der nachdenklich ist, aber die erste Staffel mochte, sollte sich hiermit einen Stupser abholen. Bisher bereut man nichts, wenn man die Zeit und das Geld opfern kann.

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Heroes Staffel 2 – DVD Steelbook

StaffelEins HeroesNach der ersten Heroes Staffel war ich begeistert. Ich musste die zweite Staffel allein deshalb erwerben, weil ich mich dafür der Serie gegenüber in der Pflicht fühlte. Im Gegensatz zur ersten Staffel handelte es sich also keinesfalls um einen Kauf, der auf Empfehlungen basierte, sondern aufgrund gesunder Eigenmotivation getätigt wurde. Die Erwartungshaltung war allerdings nicht so hoch, weil man auf anderen Blogs lesen konnte, dass die Spannung eher abnimmt und an frühere Zeiten wohl auch in der dritten Staffel nicht anknüpfen könne.

Entsprechend auf das Schlimmste gefasst, setzte ich mich mit meiner Frau vor die erste DVD aus der etwas schmaler ausgestatteten Heroes Season 2 Steelbook Box. Drei Episoden knüpfen hier nahtlos an die Szenen aus dem Finale der ersten Staffel an. Zunächst spinnen der indische Professor, die Cheerleaderin und ihr Vater, sowie Hiro und Parkman die größten Teile der Fortsetzung weiter. Andere altbekannte Charaktere werden teilweise erst in Folge 2 oder 3 nennenswert aktiv. Die Petrellis sind nach wie vor für die Geschichte wichtig, man erfährt aber wenig über die künftige Rolle der einzelnen Familienmitglieder.

Ohne wirklich zu spoilern (falls man die erste Staffel komplett geschaut hat) darf man wohl erwähnen, dass Sylar nicht so ganz tot ist, wie sich das viele gewünscht hätten. Zunächst ist er aber keine all zu große Gefahr. Hiro versucht die Vergangenheit teils tölpelhaft möglichst wenig zu verändern. Ein neuer Gegner beschäftigt derweil die alte Garde der Heroes, während die junge Generation ihn noch nicht komplett wahrnimmt. Schließlich übernehmen noch zwei Lateinamerikanische Flüchtlinge neue Plätze in der Story  und sie bringen eine sehr mächtige Fähigkeit mit.

Die Erzählung kommt meiner Meinung nach sehr gut in Fahrt und Einbußen gegenüber der ersten Staffel sind bis jetzt nicht erkennbar. Von daher geht nach einem Viertel dieser bislang kürzesten Heroes Staffel der Erwerb schon in Ordnung. Ein Fazit wird demnächst zur gesamten Staffel folgen.

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StaffelEins Lost RoomDie Lost Room Serie des amerikanischen Senders SyFy ist vergleichsweise unbekannt zu anderen Serien über die wir berichtet haben. Dafür, dass nur drei Episoden fertig gestellt wurden, ist diese Mini-Serie im hart umkämpften Serienmarkt Ende des Jahres 2006 trotzdem zu einer kleinen Legende geworden. Produzent und Co-Autor Christopher Leone wurde erst Mitte dieses Jahres von Fans nach einer Lost Room Comic Fortsetzung gefragt, als er eigentlich im Forum des Fernsehsenders sein Projekt “We Kill Monsters” promoten wollte.

Die einzigartige Handlung in Kurzform (Achtung am Ende dieses Artikels gibt es eine Liste, die nicht gelesen werden sollte, wenn man die Serie noch schauen möchte – für Leute, die sie schon gesehen haben, ist diese Liste aber ein Mehrwert):

Polizist Joe Miller (Peter Krause / Six Feet Under) kommt bei der Aufklärung eines Mordfalls in Besitz eines Schlüssels mit außergewöhnlichen Eigenschaften. Er kann damit jede Tür öffnen, in die ein normaler Haustürschlüssel passen würde. Der Besitzer des Schlüssels gelangt jedoch immer in das selbe fast leere, von der Abendsonne hell erleuchtete “Sunshine” Motel Zimmer aus dem Jahr 1961. Schließt er die Tür hinter sich, kann ihm niemand folgen. Öffnet er selbst die Tür wieder, kann er aus jeder beliebigen Tür auf der Welt heraus kommen, die er sich vorstellen kann. Wie sich später heraus stellt, haben der Schlüssel und das Zimmer aber auch Eigenschaften die gefährlich sind. Zusätzlich gibt es angeblich mehr als 100 weitere Gegenstände aus dem Zimmer, die ihren Besitzern in unserer Welt verschiedene Eigenschaften verleihen und gefragte Objekte diverser Organisationen und Einzelpersonen sind.

Ich kann die Faszination teilen. Anscheinend haben Verantwortliche von Sendern und Verlagen auch ein paar Jahre nach dem unglücklichen Intro der Serie etwas Heimweh nach dem Zimmer. Laut Wikipedia wurden verschiedene Versionen in knapp 35 Staaten auf jedem Kontinent ausgestrahlt und einige davon kamen erst in diesem Jahr hinzu. Leone bestätigte außerdem diverse Verlagsanfragen. Die Lizensierung scheint dabei im Weg zu stehen, was bedeuten könnte, dass man auch bei den Rechteinhabern noch an ein gewisses Potential glaubt.

Screen Lost Room

Die Lizenz ist meiner Meinung nach einiges wert. Das Setting der Serie ist sehr gut ausgearbeitet und genießt damit quasi einen Kopierschutz, weil eine ähnliche Idee leicht als Abklatsch von Lost Room abgestempelt werden würde. Schade, dass diese große Rolle für Hauptdarsteller Krause nach fünf sehr erfolgreichen Jahren bei Six Feet Under und an der Seite von weiteren guten Schauspielern nicht sofort zündete.

Es gibt zwar eine ausführliche Wikipedia Liste zu den wohl bekannten Objekten aus Lost Room, ich wollte mir aber den Spaß machen und selbst testen, wieviele ich beim Schauen der Serie eindeutig ausfindig machen konnte. Teilweise muss man dafür Szenen viele Male durchlaufen lassen und häufig Gebrauch der Pause Taste machen. Als ich dann meine Ausbeute verglichen habe, fand ich, dass ich ganz gut abschneide und einige Objekte der englischen Liste sind meiner Meinung nach gemutmaßt. Man sollte die Liste nur lesen, wenn man die Serie schon kennt. Deshalb noch eine klare SPOILER Warnung an dieser Stelle – und der Hinweis, dass ich ein Objekt bewusst heraus gelassen habe, weil manche den Spoiler eben doch überlesen.

Der Stoff bietet viel Potential und wird am Ende ziemlich offen gelassen. Schade, dass einige Fanprojekte wohl im Ansatz stecken blieben um eigene Storylines für den weiteren Verlauf zu entwickeln.

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Das verschwundene Zimmer (DVD Box)

StaffelEins Objektliste aus “Das verschwundene Zimmer”:

Armbanduhr – Kocht Eier, wenn man sie in die Mitte der Uhr legt.
Armbanduhr + Messer – Es entsteht angeblich eine Telepathie Fähigkeit.
Aschenbecher – unbekannt. (Alter Film)
Bibel – unbekannt. (Kreutzfeld)
Blaue Reisekarte (Santa Fe) – unbekannt. (Sood’s Objekt Katalog)
Bleistift – Angeblich muss man mit dem Bleistift nur einmal auf einen Tisch tippen und bekommt dafür jedes Mal einen Penny.
Brille – Löscht jedes Feuer. Lässt Elektronik versagen.
Busticket – Berührt man jemanden damit landet man auf einer verlassenen Landstraße irgendwo in die Nähe von New Mexico.
Deodorant Puder (gelb) – unbekannt. (Legionsliste, Sood’s Objekt Katalog)
Haarfärbemittel (braun) – unbekannt. (Sood’s Objekt Katalog)
Hotelprospekt – (unbekannt. (Sood’s Objekt Katalog)
Flachmann – Dreht man die Flasche auf, bleibt einer Person der Atem weg.
Frostmittelflasche – unbekannt. (Verlies)
Glasauge – Heilt oder zerstört Lebewesen.
Hemd (weiß) – unbekannt. (Verlies)
Hochzeitsfoto – unbekannt. (Maybell Smith)
Kamera – unbekannt. (Orden)
Kamm – Lässt die Zeit stillstehen, wenn man sich damit durch die Haare fährt. Besitzer kann sich noch bewegen.
Kartenspiel – Verleiht beim Betrachten eine Vision von Geschehnissen im Motel, verursacht Schmerzen.
Kaugummi – unbekannt. (Legionsliste)
Kleiderbügel – unbekannt. (Orden)
Kugelschreiber – Ein Stich mit dem Kugelschreiber kocht das Lebewesen in das er eindringt.
Likörflasche – unbekannt. (Legionsliste)
Linker Schuh – unbekannt. (Legionsliste)
Linke Socke – unbekannt. (Legionsliste)
Lupe – unbekannt. (Vision von Reuber)
Manschettenknopf – senkt den Blutdruck? (Kreutzfeld)
Mantel – Lässt keine Kugeln durch.
Münze – Lässt Erinnerungen lebendig werden, wenn man sie verschluckt. (Kreutzfeld)
Nagelfeile – Betäubt Leute.
Nagelclipper – unbekannt. (Alter Film, Kreutzfeld)
Polaroid Fotos – Zeigt dem Besitzer beim Betrachten das Innere und Äußere des Zimmers mit der Nummer 10, das sonst nicht sichtbar ist (nur in der Nähe des Motels). Intensives Betrachten ruft anscheinend auch Visionen aus dem Zimmer hervor.
Portemonaie – unbekannt. (Sood’s Objekt Katalog)
Quadratischer Gegenstand – unbekannt. (Alter Film)
Radio – Stellt man den richtigen Sender ein wächst man ein Stück, heißt es.
Rasiermesser – unbekannt. (Orden)
Rechter Schuh – unbekannt. (Verlies)
Regenschirm – Angeblich glauben andere Leute immer den Besitzer zu kennen.
Seife – unbekannt. (Sood’s Objekt Katalog)
Seifenverpackung mit Motel Schriftzug – unbekannt. (Verlies)
Schere – Kann Ziele herumschleudern.
Schlüssel – Öffnet das verlassene Motel Zimmer, der Besitzer kann in das Zimmer hinein, wenn er die Tür verschließt und wieder öffnet, kann er durch jede beliebige Tür in der Welt wieder heraustreten.
Schuhanzieher – unbekannt. (Orden)
Stempel? – unbekannt. (Verlies)
Streichholzschachtel – unbekannt. (Orden)
Taschenmesser – unbekannt. (Sood’s Objekt Katalog)
Taschentuch – unbekannt. (Legionsliste)
Telefon – unbekannt. (Orden)
Thermoskanne – unbekannt. (Verlies)
Uhr – Bewirkt, dass solides Messing gasförmig wird ohne sich erst zu verflüssigen.
Uhrenetui – Verhindert den Zerfall auf kurzer Distanz. (Alter Film, Orden)
Vase – unbekannt. (Orden)
Wasserglas – unbekannt. (Orden)
Wasserflasche mit schwarzem Etikett – unbekannt. (Verlies)
Zahnbürste – unbekannt. (Kreutzfeld)
Zeitschrift (Life) – unbekannt. (Sood’s Objekt Katalog)
Zeitung – unbekannt. (Legionsliste, Kreutzfeld)
Zigaretten – unbekannt. (Legionsliste)
Zigarettenschachtel – unbekannt. (Kreutzfeld)

Kombinationen:
Im alten Film der Sammler lösen anscheinend ein nicht definierbarer quadratischer Gegenstand, das Uhrenetui, das Nagelclipper, die Zahnbürste, der Aschenbecher und die Zigarettenschachtel nach der Benutzung mit dem Schlüssel eine katastrophale Reaktion aus, bei der umherstehende Menschen sterben oder verrückt werden. Die Besitzerin wurde als Geist im verwüsteten Nebenzimmer des Motel Zimmers gefangen.

Der Geist der Motel Besitzerin konnte wieder in die Realität geholt werden, nachdem das Uhrenetui zuerst die Auflösung der Erscheinung verhinderte und der Kamm die Zeitverschiebung aufhob.

Weitere Listen findet man hier und hier (von Fans evtl. ausgeschmückt).

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Das verschwundene Zimmer (DVD Box)

StaffelEins Sons of AnarchyDies ist eine US Serie, die von dem US-Sender FX produziert wird. Im Mittelpunkt der Serie steht Clay Morrow (Ron “Hellboy” Perlman), der Mitglied einer Motorrad Gang im San Francisco Bay Gebiet ist. Clay entstammt dabei einer Dynastie von Verbrechern und war somit schon immer für ein Leben im Untergrund bestimmt. Der größere Handlungsbogen spannt sich darum, ob es ihm gelingt, dieses Leben, das einzige was er kennt, abzustreifen.

Auf die Serie bin ich gekommen, als mein Lokaler DVD-Store vor kurzem die Vorgängerserie „The Shield“ und die erste Staffel von „Sons of Anarchy“ bewarb (Als US-Import). Vorher kannte ich ehrlich gesagt weder eine der beiden Serien noch den Sender FX. Eine echte Neuentdeckung in jeder Hinsicht für mich. Auf Serienjunkies.de kommt Sons of Anarchy auf Platz 261 der Beliebtheitsskala womit es ganz klar zu den unbekannteren Serien gehört.

Ende der 90´ziger gab es im Orange County (Kalifornien) einen großen Rocker Krieg und auch heute, bei uns in Deutschland kommt das Thema immer mal wieder hoch, zumindest bei Spiegel TV. Das dürfte wohl auch der Grund sein, warum ich mich für die Serie entschieden hab.

Screen SonsOfAnarchy

An dieser Stelle mache ich einmal das Fazit am Anfang und sage, dass die Pilot Folge eigentlich nichts besonderes ist. Sex and Crime und ein Hauch von Intrige wehen die Serie, ohne Sie wirklich voranzubringen, fast wieder aus. Es hat mich also nicht so vom Hocker gerissen.

Zu Gute halten möchte ich der Serie drei Dinge: Erstens, Pilotfolgen fallen  immer ein wenig anders aus, als die spätere Serie.  Zweitens, sind die Kommentare in anderen Blogs zu der Serie durchweg positiv ausgefallen. Drittens, finden sich bei YouTube viele Ausschnitte aus Serie in der der Audiotrack gerippt wurde. Die Musik scheint also den Geschmack der Masse zu treffen.

Bleibt als Letztes zu sagen, dass in den USA bereits die zweite Staffel gesendet wird und eine dritte wohl schon in der Mache sein soll. Die Amis haben Gefallen an der Serie gefunden.

Im Mittelpunkt der Serie steht ein Motorrad Club namens “Sons of Anarchy” in der fiktiven Stadt Charming. Während sie am Tag ganz normalen und gutbürgerlichen Arbeiten nachgehen, gehens sie nachts und am Wochenende ihrer kriminellen Passion nach. Hauptsächlich heißt das: Verkaufen von Waffen an rivalisierende Gangs. Jack, der Hauptdarsteller der Serie (Charlie Hunnam), ist Mitte oder Ende zwanzig und in dem Club aufgewachsen. Sein Vater hat den Club gegründet und sein Stiefvater ist zurzeit der President des Clubs. Seine Mutter Jenna, übrigens der wohl stärkste Charakter in der Serie, wird von Katey Sagal gespielt, trat schon als Al Bundy’s Ehefrau Peggy auf. Für so eine gute Schauspielerin hätte ich sie dann doch nicht gehalten.

StaffelEins TatortGestern war mal wieder ein schöner Krimisonntag. Das 20-jährige Dienstjubiläum von Lena Odenthal hatte einige Überraschungen parat. Die Tatort-Kommissarin musste kein einziges Mal joggen aber dafür durfte sie mehrfach ihren Teller aufessen.
Die Story spannend bis zum Schluss und doch klassisch was Mordmotiv (Rache) und Täter angeht.

Eine junge Frau wird erschossen. Bei sich trägt sie einen Personalausweis, der sie als seit zwölf Jahren vermisste Michaela Bäuerle aus Ludwigshafen identifiziert. Kurz vor ihrem Tod hat die junge Frau Lena Odenthal angerufen und möchte sich mit der Kommissarin treffen um eine Aussage im „Fall Ritterling“ zu machen. Es stellt sich heraus, dass im Fall Ritterling, ebenfalls im Mai vor zwölf  Jahren, Christin Ritterling von ihrem Ehemann ermordet worden sein soll, jedenfalls ist Nick auf Grund von Indizien verurteilt worden und hat seine Strafe abgesessen. Jetzt, nach zwölf Jahren ist er seit kurzem wieder draußen und freut sich des Lebens auf einer schönen kleinen Yacht.

Michaela Bäuerle hatte aber unter dem Namen Michele Boyer im Hotel eingecheckt und scheint auch äußerlich nicht mehr viel Ähnlichkeit mit der Vermissten zu haben. Auch ihr Ex-Freund (DJ Sunny) kann sich nicht recht vorstellen, dass Michaela, eine Couchpotato, wilde Partys in Nizza feiert und mondän in Paris ihren Liebhaber kennengelernt haben soll.

Eben dieser Liebhaber, Immobilienmakler Jan Seegmeister, ist völlig von der Rolle über den Tod der Michaela/Michele. Ganz im Gegensatz zu seiner Frau Conny, gespielt von Corinna Harfouch. Aha, hatte ich jetzt gemutmaßt, „Wenn eine so bekannte Schauspielerin mitspielt, dann war sie es bestimmt!“, wie beim Bremer Tatort mit Fritzi Haberland.

Diesmal nicht!

Nach einigen Missverständnissen (Tatwaffe “38er” wird bei Junkie gefunden) und Falschaussagen (Stiefvater identifiziert Opfer als Tochter Michaela, Ex-Kommissar bestätigt Nick sei zweifelsfrei Mörder seiner Frau) aber auch einigen Tellern Pasta mit Trüffeln und Carpaccio auf Rote Beete fügen sich die Puzzlestückchen zusammen:

Die frische Kopfschuss-Tote ist nicht die vermisste Michaela sondern die Un-tote Ehefrau Christin. Dafür ist die verbrannte Leiche, die Nick vermeintlich mit dem Auto umgebracht haben soll, Michaela. Während der Tod von Michaela ein tragischer Unfall war, den Jan Seegmeister betrunken verschuldet hat, wurde Christin aus Rache für zwölf Jahre unschuldige Haft tatsächlich von Ehemann Nick umgebracht, und er hat dafür gebüßt. Allerdings „nicht in der vom Gesetzgeber vorgesehenen Reihenfolge“, wie Nick nicht ohne Charme zugibt.

Lena O. jedenfalls, ließ sich fast vom ehemaligen Sterne-Koch Nick in selbstgemachte Windbeutel (Profiteroles mit Mousse au chocolat) einwickeln. Bis zum Schluss will sie an seine Unschuld glauben, obwohl er sie nie angelogen hat, was den Mord an seiner Frau angeht.

Während Lena also wenigstens fein gegessen hat, geht die ohnehin etwas beleibte Katze diesmal leer aus, „Kalbfleisch-Thunfisch ist ausverkauft“. Kollege Kopper bleibt auf seinen handgemachten Gnocchi Genovese sitzen, glänzt aber in der Episode mit vorzeigbaren Stunts. Er erwischt einen Privatdetektiv, den Conny Seegmeister auf Lena angesetzt hat in der gemeinsamen Wohnung und streckt ihn gekonnt nieder. „Gibs ihm Kopper“ möchte man den Ausnahmsweise-Held anfeuern.

Dass Lena ihrem Sterne-Koch final auch noch Trüffel in die U-Haft bringt kann man übertrieben emotional finden. Man kann aber auch mal mitleidig seufzen und gut is.

Fazit: Ein runder Krimi-Abend mit Ulrike Folkerts und Andreas Hoppe. Da hat alles gestimmt. Story, Spannung, Schauspieler und sogar Humor und Charme.

Naja, war auch mal wieder Zeit nach dem etwas dürftigen Sommer.

StaffelEins HeroesIn meiner Recherche zur Heroes Serie stach mir sofort eine Meldung in Auge: “Heroes war dieses Jahr der am meisten illegal beschaffte TV Download im Internet” – noch vor Lost. Einen heftigeren gleichzeitig besseren und schlechteren Superlativ kann man für eine Serie eigentlich in diesen Zeiten nicht finden. Die von Universal produzierte und von NBC in den USA bzw. RTL2 in Deutschland ausgestrahlte Staffel ist ein weltweites Phänomen. Einerseits kosten die illegalen Downloads Milliarden, andererseits sind sie verantwortlich für die unbezahlbare Mund zu Mund Propaganda, mit der erst ein weltweites Phänomen möglich wird.

Leute, wie ich, hören dann aus 10 Quellen, dass die Serie toll ist. Vielleicht waren nur 3 oder 4 davon Käufer der DVD’s oder echte Fernsehzuschauer, vielleicht sogar noch weniger. Fakt ist, ich habe trotzdem sehr lange und preisbewusst gewartet, bis ich mir die geteilten Boxen der Staffeln 1.1 und 1.2 mit insgesamt fantastischen 23 Folgen gekauft habe. Aber ich habe sie wahrscheinlich nur wegen eben dieser Empfehlungen gekauft, die mir ein ums andere Mal im Netz und im persönlichen Umfeld begegneten.

Screen Heroes

Vorweg schließe ich mich der großen Mehrheit der Kritiker an und empfehle die Serie jedem Leser mit der Einschränkung, sich die Serie besser nicht im Fernsehen anzuschauen. Werbeblöcke, eine Woche Wartezeit und ggf. das Verpassen von einzelnen Folgen, sorgen dafür, dass man der Story – besser den verschiedenen Stories – aufgrund diverser Einzelgeschichten, sowie räumlichen und zeitlichen Sprüngen nicht mehr richtig folgen kann.

Vorsicht ist ansonsten beim DVD Konsum geboten, weil man schnell Blöcke von 3-4 Folgen hintereinander weg schaut und sich trotz Arbeit am nächsten Morgen um 2 Uhr nachts ernsthaft überlegt, noch eine Episode dranzuhängen.

Um nicht zuviel zu verraten, reiße ich die Story nur kurz an. Die Evolution der Menschheit bringt schon heute Individuen mit außergewöhnlichen Fähigkeiten hervor – Usain Bolt kann nunmal, ob gedopt oder nicht, schneller laufen als seine Doping Kollegen. In der Serie Heroes sind diese Fähigkeiten etwas phantasievoller ausgeprägt. Manche Menschen können fliegen, durch Wände gehen, heilen durch Handauflegen – sie übersteigen in der Summe das Repertoire von David Copperfield (oder Tiger Woods) knapp.

Manche dieser Fähigkeiten sind aggressiv, manche Inhaber dieser Fähigkeiten agieren aggressiv. Manche Menschen mit aggressiven Fähigkeiten sind hilflos und wollen sie gar nicht, sie verstecken sie so gut es geht. Andere Menschen fühlen sich durch ihre Fähigkeiten zu etwas Höherem berufen. Die Charaktere, die uns gezeigt werden versuchen auf menschliche Weise, damit fertig zu werden. Eine klare schwarz-weiße Grenze existiert nicht. Wenn man beispielsweise Highlander geschaut hat, weiß man um den Unterschied.

Wie in der Realität gibt es radikale Charaktere, die das Geschehen in der Serie polarisieren. Es entsteht eine Haupthandlung, in der ein sehr negatives Ereignis durch eine Reihe von Idealisten verhindert werden soll. Allerdings ist bis zum Ende der Staffel nicht klar, ob dieses Ereignis von einem guten, einem neutralen oder einem bösen Charakter ausgelöst wird.

Das klingt geheimnisvoll, zeigt aber, wie vielschichtig jede einzelne Episode durchdacht ist. Selten handeln die Hauptpersonen unverständlich oder konstruiert. Die Serie gefällt mir einfach sehr gut und bleibt jederzeit spannend. Es gab eine Serie, die praktisch das gleiche oder sogar bessere Rüstzeug hatte, wie Heroes. Die Serie hieß “Das verschwundene Zimmer” (Trailer). Die Fähigkeiten waren hier an Gegenstände gebunden, die weitergereicht werden konnten, das Grundprinzip war aber gleich. Schade, dass diese Serie nicht ebenso zum Welterfolg wurde. Vielleicht hätte man in diesem Fall mehr illegale Versionen über eine Agentur in Tauschbörsen hochladen sollen.

StaffelEins SeinfeldJerry Seinfeld war ein Phänomen zu seiner Zeit als Seriendarsteller. Nicht das er der erste extrem gehypte Schauspieler war, aber er gehört zu einem exklusiven Club derjenigen, die für eine Zeit lang die höchste Jahresgage im US Fernsehen verdienten. Seinfeld belegte diesen Platz Ende der 90er Jahre. Danach übernahm meiner Meinung nach Tim Allen mit “Hör’ mal, wer da hämmert” bzw. “Home Improvement” den Platz auf dem Sitcom Thron. Bezeichnend für beide ist, dass sie sich unter ihrem richtigen Namen spiel(t)en.

Mir ist in inzwischen grauer Erinnerung, dass die Serie keine richtige Musik oder Melodie hatte. Zwischendurch wurde immer wild ein Bass gezupft und dann ging es  weiter. In dem eingebundenen Video kann sich jeder seine Meinung bilden, ob es sich dabei um einen Soundtrack handelt oder nicht.

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=gSf2O80brbU]

Dieses Jahr feiert Seinfeld – als Serie – ihren zwanzigsten Geburtstag, sowie ihren elfjährigen Todestag, denn seit 1998 gibt es keine weiteren Staffeln. Erfolgreich blieb Seinfeld als Privatperson auch nach seiner Serie. Er produzierte Dreamworks “Bee Movie” und spielte mit seiner Stimme eine der Rollen selbst. An dieser Stelle möchte ich gern noch einmal auf Tim Allen zurück kommen, denn mit “Galaxy Quest“, als Persiflage alter Star Trek Folgen, konnte er für mich qualitativ ebenfalls einen Megahit im Kino landen, den ich jedem Trekkie empfehlen kann.

Sceen Seinfeld

Ein beeindruckendes Schaubild von Flickr Nutzer rickysaurus zur Seinfeld Serie stellt sämtliche Beziehungen der neunjährigen Seinfeld Story unter den Charakteren dar. Demnach geht Seinfeld 46 Beziehungen ein. Unter ihnen hat es wohl nur Sidra (Teri Hatcher alias Susan in Desperate Housewifes bzw. Loise in Superman) später zu großem eigenen Ruhm in der Serienlandschaft gebracht. Elaine (Julia Louis-Dreyfus) bringt es als einzige Frau unter den vier Hauptcharakteren der Sitcom gerade mal auf 16 Verflossene, einer davon ist Jerry selbst.

Die weiteren Hauptcharaktere sind George Costanza (Jason Alexander), der viel arbeitet, dazu aber sehr geizig und meistens unzufrieden ist, sowie Cosmo Kramer (Michael Richards), der immer etwas entrückt wirkt, keiner weiß was er arbeitet, aber er kennt viele Leute und zaubert immer wieder überraschende Dinge hervor. George ist der beste Freund von Jerry, während Kramer eigentlich die wenigsten aber intensivsten Auftritte unter allen Hauptcharakteren hat.

Letztlich war Seinfeld für mich eher wegen dem ganzen Hype faszinierend, als wahrer Fan der Serie kann ich mich bis heute nicht bezeichnen. Dafür habe ich auch nicht genug Episoden geschaut. Erfrischend war für mich, dass es sich hierbei nicht um eine typische Familien-Sitcom handelt, und dass ein wenig erwachsener erzählt wird als beispielsweise bei Friends. Die Serienboxen werden weiterhin zu ziemlich hohen Preisen gehandelt. Eine Frage zum Schluss… gibt es Sitcoms, die bereits abgelaufen sind bzw. abgesetzt wurden und die ihr selbst noch einmal intensiv anschaut oder ist der Zauber verflogen und wendet ihr euch lieber der nächsten Sitcom zu?

Danke! :)

StaffelEins Psych
Das ist bereits der zweite Eintrag zu dieser Serie. Wer beide liest, wird festellen, dass beide recht positiv berichten. Das sollte als Hinweis genommen werden, dass die Serie vom breiten Publikum vielleicht etwas unterschätzt wird. An dieser Stelle sei nur einmal auf die hochwertige Besetzung der Rollen verwiesen (mehr dazu im raymccoy Artikel).

Psych (auch der Name der Detektei) ist die Serie eines Detektivs namens Shawn Spencer, in seiner Kindheit und Jugend wurde er von seinem Vater Henry darauf trainiert sehr aufmerksam durchs Leben zu gehen, auf Details zu achten und dies miteinander logisch zu verknüpfen. Das Resultat, er hat fast hellseherische Fähigkeiten, die er zumindest im Piloten auch nutzt. Unterstützt wird er dabei von Gus, einem Pharmavertreter der als Sidekick herhalten muss. Auch sein Vater hat gelegentliche Auftritte. Im Gegensatz zu vielen anderen Krimi-Serien, wie CSI oder Dexter zieht Psych seinen Charme nicht aus Action und Ekel, sondern aus der Beobachtungsgabe von Shawn, den Dialogen und gelegentlichen Slapstick Einlagen.

Screen Psych

Ich hab die Serie noch nie komplett gesehen, immer nur zufällig reingezappt, wenn es lief. Dabei ist die Serie bereits seit ein paar Jahren erfolgreich unterwegs. In den USA wird schon die vierte Staffel aufgelegt. Bei mir lief die Serie allerdings immer ein wenig unter dem Radar, was einmal an der Uhrzeit liegt, wann sie ausgestrahlt wird und daran, dass ich kein begeisterter RTL Zuschauer bin. Gestern Abend bin ich aber zufällig in den Piloten der Serie rein gestolpert und muss zugeben, dass die Folge Lust auf mehr gemacht hat. Da es bereits drei Staffeln gibt also ein erfüllbarer Wunsch.

Da die Serie auf RTL um 22:15 anfängt und mir das in der Woche zu spät zum Zuschauen ist, werde ich am Wochenende den Gang in die Videothek meines Vertrauens antreten um mehr zusehen. Bei 1 Euro pro DVD und 4 DVD’s pro Staffel nicht ganz billig, aber vermutlich den Aufwand wert. Wer sich sicher ist, dass er die DVD öfters schauen wird, kann diese selbstverständlich auch bei Amazon bestellen. Dann hat man auch die Chance sich die Serie im englischen Original anzuschauen, was nach raymccoy mehr hergibt als die deutschsprachige Fassung.

PS.:

Bleibt noch anzumerken, dass die Wiederholung des Piloten in Sachen Quote schlecht ausgefallen ist (Quelle: www.quotenmeter.de)

StaffelEins Mord iBWas für ein Krimisonntag. So einen schlechten Tag habe ich schon lang nicht mehr erwischt, fernsehmäßig. Zuerst dieser Tatort und dann das! Das ZDF setzt den Zuschauern alle Nase lang eine neue Krimiserie am späten Sonntag Abend vor, aber an Chief Inspector Barnaby kommt keiner ran. Gestern hat man den Zuschauern die erste Folge der ersten Staffel von “Mord in Brügge” zugemutet. Zum Glück habe ich die Kurzkritik der taz nicht vorher gelesen, sonst hätte ich mittendrin ausgeschaltet und hätte diesen Artikel gar nicht schreiben können.

Unter dem Titel “Die Affaire Dreyse” beginnt der Krimi mit bzw. nach einem Überfall auf einen Mann, der mit einer alten Pistole niedergeschlagen wurde und ein Teil seiner Sammlung antiker Schusswaffen geraubt wurde. Seine Frau denkt zunächst er sei tot, deshalb meldet sie telefonisch und emotional sichtlich wenig berührt einen Mord. Als der Mann aber die Augen kurz öffnet, vermittelt sie der Polizei am anderen Ende der Leitung, “die Sache habe sich erledigt”.

Kommissar Pieter van In (Herbert Flack)ermittelt trotzdem, obwohl es anfangs gar keinen Toten gibt. Der Überfallene sei nämlich ein “Börsenguru”, sagt der Mitarbeiter des Kommissars. UUhhh, toll, ein Börsenguru! Mal ehrlich, wieviele Börsengurus kennen Sie beim Namen? Damit fängt die Kette der Unglaubwürdigkeiten schon an.

Die Frau des Überfallenen verhält sich so, wie es sich nur ein Mann ausdenken kann: sie lässt keine Gelegenheit aus, sich zu entblättern und ihren blanken Busen in die Kamera zu halten. Noch als ihr Mann im Krankenhaus ist, verführt sie einen Freund des Hauses, den Krimiautor Namehabeichvergessen, am Pool. Ihr Mann kehrt verfrüht aus der Klink zurück, überrascht die beiden, macht aber keine große Sache draus. Er setzt sich an den Küchentisch auf dem eine Wachstuchtischdecke drapiert ist. Sie haben richtig gelesen, im Haus eines stinkreichen “Börsengurus” mit Pool und einer Sammlung alter Schusswaffen eine Wachstuchtischdecke. Hat der Stylist grauen Star oder wollte er mal “was Freches” machen?

Der Krimiautor stirbt wenige Film-Minuten später durch einen Schuss in den Mund an seinem Schreibtisch. Schuss in den Mund? Das ist eine Methode der Mafia! Auf etwa diesem Niveau spielt sich leider die Handlungskompetenz der Polizei ab.

Was solls, endlich ein Fall, scheinen sich die beiden Kommissare nun gedacht zu haben und machen sich sogleich ans Werk, selbigen zu lösen; indem sie die Krimis des Toten lesen, um ihn besser kennenzulernen, weil ja “in jedem Buch etwas Autobiografisches steckt”. Autsch! Spätestens da hätte ich die Fernbedinung suchen sollen, aber es kommt noch besser!

Natürlich hat der Börsenguru auch noch Beziehungen zu einem Swingerclubbesitzer, so dass Kommissar van In samt Gattin, die an dem Fall als Ermittlungsrichterin beteiligt ist, inkognito und in Unterwäsche in diesem Club “ermitteln”. Endlich wieder eine Gelegenheit, nackte Haut und erstaunliche Unterwäschemodelle zu zeigen, sowie Frauen die sich an Stangen räkeln. Just in diesem Moment, als Frau Richterin und Herr Komssar sich im Swinger-Club umschauen, wird der Club-Besitzer ermordet. Pardauz, noch ein Fall!

Sogleich ist die Ermittlingsrichterin Hannelore Martens Feuer und Flamme und macht den Job der Polizisten gleich mit. Sie fährt in das Haus des Börsengurus, wo sie schon vom Handlanger eines russischen Mafia-Bosses erwartet wird, der soeben die Frau des Hauses entdeckt hat (die mit dem ständig nackten Busen). Die Frau des Börsengurus wird von ihrem Mann zeitweilig im Keller eingeschlossen und damit für ihre Seitensprünge “bestraft”. Die Kelleraufenthalte werden ihr dann regelmäßig durch Shopping-Reisen nach London vergütet. Nach eigenen Aussagen macht ihr das Spaß, ihr Mann war immer “gut zu ihr”. Wie bitte? Was soll das? Was für ein Unfug.

Die taz schreibt: “Pieter Aspe ist der erfolgreichste Krimiautor in Belgien.” Und ich denke WTF? Sind die Belgier so anders als wir? Unter dem Deckmantel einer feigenblattfeministischen Szene (die Frau des Komissars ist seine Chefin, die Ermittlungsrichterin) kippt uns Aspe einen solchen sexistischen und menschenverachtenden Bockmist vor die müden Augen, dass man sich glatt beim ZDF beschweren müsste.

Ach ja, wo waren wir stehen geblieben? Beim Handlanger des russischen Mafia-Bosses, der im Haus des Börsengurus auf die überambitionierte Richterin trifft. Bis zu diesem Zeitpunkt musste man sich schon mehrmals reinziehen, wie ein russischer Mafia-Boss so lebt. Sie ahnen es schon. Da wird rund um die Uhr mit stets homöopatisch bekleideter Frau kopuliert. Man(n) gönnt sich ja sonst nichts.

Der Handlanger gibt sich als Börsenguru aus, die Richterin ahnt, dass da etwas nicht stimmt und fährt dem Handlanger mit dem Auto hinterher. Was aber ein ordentlich ausgebildeter Mafia-Mitarbeiter ist, schaut natürlich in den Rückspiegel und entdeckt die Richterin und Mutter von höchstens einjährigen Zwillingen. Was denkt die sich, fragt sich die Zuschauerin. Einfach mal ein bischen observieren, kann ja nicht so schwer sein? Es endet wie es enden muss, für die Richterin im Straßengraben, wegen fehlendem Airbag sogar bewusstlos und verletzt.

Die an den Haaren herbei gezogene Story löst sich dann glücklicherweise ziemlich zügig auf, wenn auch genauso unglaubwürdig wie sie angefangen hat. Die bisher so willige Gespielin des Mafia-Bosses entdeckt ihre soziale Ader und befreit die Frau des Börsengurus aus ihrem Kellergefängnis und gemeinsam mit dem Börsenguru bietet sie der Polizei einen Lockvogel-Deal an, um den Mafia-Boss zu stellen.

Beim Ortstermin platzt dann zunächst die wiedergenesene immernoch überambitionierte Richterin herein, aber der Coup scheint zu gelingen: Der Mafia-Boss tappt tatsächlich in die Falle, anstatt nur seinen Handlanger alleine zur Drecksarbeit zu schicken. Ein haarsträubender Dialog entspinnt sich zwischen Mafia-Boss, seiner Geliebten und seinem Handlanger und dem Börsenguru, alles belauscht von der Polizei im Nebenzimmer. Es kommt zum Schusswechsel und zu allem Überfluss erscheint die Frau des Börsengurus genau im richtigen Moment und erschießet den Mafia-Boss. Ihr Motiv bleibt aber ebenso im Dunklen, wie das der Geliebten des Börsengurus, aber wer versteht schon die Frauen mag sich Aspe gedacht haben.

Der unsäglichen Story setzt Aspe dann mit der Schlussszene die Krone auf: Die Geliebte des Mafia-Bosses sitzt in einem Auto mit einem offensichtlich hochgestellten belgischen Politiker (oder dessen persönlicher Referent, wer weiss das schon) und übergibt ihm eine CD, hinter der den ganzen Abend alle Mitspieler her waren. Der Politiker bedankt sich dann auch im Namen des Ministerpräsidenten, der ab jetzt sicher noch besser regieren werde. Hä? Damit auch der letzte Depp vor der Glotze kapiert, dass Börsengurus, Swingerclubs und russische Mafia natürlich bis in die Spitzen mit jeder europäischen Regierung verstrickt sind?

Damit ist das Drama dann endgültig vorbei und das ist auch gut so. Der nächste Mord in Brügge wird auf jeden Fall ohne mich stattfinden. Ersatzweise werde ich vielleicht andere kulturellen Vorlieben der Belgier versuchen zu ergründen. Belgische Pralinen zum Beispiel.

StaffelEins StatsEin weiteres Quartal ist StaffelEins alt geworden, insgesamt das Dritte. In diesem wurden 9 von nun insgesamt 32 Artikeln verfasst. Damit befinden wir uns soweit im gewohnten Schnitt. Mehr als 70% der bisherigen Hits kamen in diesem Quartal zustande und wir erreichten erstmals Tage mit mehr als 10 Besuchern pro Stunde (statt 30 am Tag, wie im letzten Bericht). Das sind für uns noch Highlights. Besonders gefreut hat uns die Verlinkung in der “Ich blogg’ TV” Galerie auf stern.de für die wir uns bereits bedankt haben – per Twitter.

Die Artikel sind ein wenig länger geworden und wir haben mit krimimimi eine Autorin dazu bekommen. Sie schreibt hoffentlich weiter über ihr bevorzugtes Genre. Sieben Artikel waren direkt einer bestimmten Serie gewidmet. Das soll auch in Zukunft unser absoluter Fokus bleiben. Wir sind gespannt, was für Themen wir im ersten Sommerloch der Geschichte von StaffelEins finden. Wie schon bei der letzten Statistik folgt eine Liste der 10 meist aufgerufenen Artikel:

Screen Terminator

  1. Terminator – The Sarah Connor Chronicles (jetzt weniger Abstand)
  2. Primeval
  3. Stargate Atlantis
  4. Pushing Daisies
  5. The Mentalist
  6. GLEE
  7. Fringe
  8. Californication
  9. Blood Ties
  10. Tatort

Primeval, GLEE und der Tatort haben teils beeindruckend schnelle Sprünge in die AllTime Top 10 geschafft. Ich tippe, dass GLEE in zwei Printmagazinen vorgestellt wurde. Es gab zwei Tage an denen dieser Artikel große Sprünge machte, nachdem er zunächst keine Beachtung fand. Ganz unten stehen die Neistat Brothers und Psych. Ich glaube aber fest daran, dass die Brothers nochmal kommen.

Ich für meinen Teil wollte mich demnächst den Heroes widmen und bin gespannt auf das, was meine Mitschreiber sich gerade anschauen. Natürlich sind wir hier oder bei Twitter für Vorschläge und heiße Tipps dankbar. Danke an alle, die uns gut finden und gelegentlich lesen!

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