Vergangenheit


PacificIch wollte ja letztlich doch unbedingt warten, bis die erste Folge im Deutschen Fernsehen läuft. Das tat sie dann am 15.07.2010 bei kabel1. Einen kurzen Bericht, kann man dazu hier lesen. Vielleicht lag es daran, dass ich noch zu tief im Sommerloch steckte, vielleicht an zu hohen Erwartungen im Vergleich mit Band of Brothers. Ich habe die erste Folge nicht bis zum Ende geschafft, weil sie mich zu keinem Zeitpunkt wirklich fesseln konnte. Ich habe nicht ausgeschaltet, sondern umgeschaltet und weiß noch nicht einmal mehr genau zu welchem Zeitpunkt.

In jedem Fall sollte ich der Serie nochmal eine Chance geben, aber der erste Eindruck war: “Ein seeehr langer 08/15 Kriegsfilm”. Gut, wenn mich die Thematik bei mehr oder weniger auf Tatsachen beruhenden Militärfilmen oder Serien interessiert, dann auch eher in europäischen Konflikten.

Ist dies die Art von denkwürdigen Szenen, die man braucht um sich an diese Serie als besonders kritisch zu erinnern? Ein japanischer Soldat ist von den US Marines umzingelt. Er versucht zu flüchten, die Marines schießen aber immer wieder in seine Laufrichtung, so dass er erkennt, dass er ihnen ausgeliefert ist und er bleibt einfach stehen. Er wird jedoch nicht in Gefangenschaft genommen. Er wird gezielt von Kugeln getroffen, die ihn nur verletzen aber nicht töten. Das dient nur dem Zweck der Folter, ein Fluchtversuch ist ausgeschlossen. Einer der “heldenhaften” Charaktere der US Seite steht auf, zielt genau und erschießt den Japaner um dem Schauspiel ein schnelleres Ende zu setzen. Ein Zuruf ertönt, warum er das gemacht habe.

Man sieht US Soldaten beim Plündern der Feinde, sie entdecken Familienfotos und Andenken an die Kinder der soeben getöteten namenlosen Gegner. Ist ja sicherlich alles Auftag um geheime Dokumente aufzuspüren, naja, das was wertvoll ist, steckt man ein, dass was emotional berührt macht einen betroffen und wird gegebenenfalls verbrannt.

Vielleicht ist mir einfach der Bruch zu heftig, selbst wenn die Szenen klug gewählt sind. Es steht schon nach wenigen Minuten der Serie fest. Alles scheiße, ein Menschenleben zählt gar nichts, die meisten Menschen sind herzlose Trottel, die Propaganda ist an allem Schuld. Wo man bei Band of Brothers meistens noch das Gefühl hat, für ein paar Dinge hält man mit den Leuten da auf dem Bildschirm durch und jeder hat einfach nur Angst nicht in sein altes Leben zurückkehren zu können, da ist bei The Pacific zumindest am Anfang schon eine emotionale Leere.

Es mögen ja bisher bedeutungsschwangere Szenen sein, aber ich hoffe die zweite Folge wird irgendeinen anderen Funken wecken.

StaffelEins FussballWenn es etwas geben sollte, dass man in Deutschland als Serie mit weltweitem Spitzenniveau produzieren können sollte. Dann wäre es das Thema Fußball. Schließlich weiß hier jeder, wie es wirklich gespielt wird und was wirklich spannend daran ist. Aus Amerika kam bisher verständlicherweise noch nichts großartiges zu diesem Thema, denn es gibt mit American Football, Basketball, Baseball und Eishockey beliebtere nationale Sportarten.

In Filmen, wie auch in den US-Serien, finden sich diese Sportarten mit unterschiedlicher Gewichtung mehrmals pro Jahrzehnt wieder. Oft geschieht das in Verbindung mit Highschool oder College Mannschaften. Der Sport findet häufig nur zur Auflockerung mit heroischen Bildern statt, während es ansonsten um die Gründe geht, warum sich viele Spieler wegen stark unterschiedlicher Probleme nicht zu einem richtigen Team zusammen finden können.

Was konnte man bisher bei uns sehen? An Serien gab es bei uns zuletzt eher Zeichentrick: die Kickers und die Hurricanes waren teils erfolgreich, aber das Niveau turnt keinen wirklichen Fußballfan an und es waren auch keine deutschen Produktionen. Tatsächlich gab es mal einen ernsthaften Versuch aus Deutschland mit “Manni, der Libero” und Tommy Ohrner als Hauptdarsteller. Die Serie stammt jedoch aus den frühen Achtziger Jahren. Für damalige Verhältnisse und Budgets waren die Szenen gar nicht so schlecht, heute wirkt das alles erstmal sehr komisch und danach wird es auch gähnend langweilig. Die Misere der Auswahl an geeigneten neuwertigen Serien wird klar, wenn man die Meldung findet, dass das DSF (heute Sport1) die Serie sogar 2008 noch in sein Programm aufnahm.


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Die Doku-Soap “Unser Fußballclub – Helden der Kreisklasse” mit Trainer Manni Burgsmüller und den Spielern des SSV Hacheney war 2005 kein schlechter Versuch, wie ich fand. Immerhin gab es zwei Staffeln. Der anfangs deutlich fehlende sportliche Erfolg in der Realität, war wahrscheinlich für das Ende verantwortlich. Ansonsten merkte man, das da mehr drin gewesen wäre. Mit etwas mehr Unterstützung hätte hier evtl. ein Aufstieg wie bei Hoffenheim oder eine teilweise Wiederauferstehung wie bei Hessen Kassel gelingen können. Man sollte das Konzept im Auge behalten, falls Schalke 04 mal wegen Überschuldung in die Kreisklasse zurück muss.

Fußballfilme aus Deutschland gibt es zwar, aber die weichgespülten Sönke Wortmann Streifen mit dem Sommermärchen und dem Wunder von Bern bringen mir absolut nicht den Team Spirit, den Kampfgeist und die Härte rüber, die für solche Erfolge nötig war. Alles schwebt auf irgendeiner Wolke und alle sind glücklich. Detlev Bucks YouTube Zusammenschnitt 23 Tage war da 2008 schon etwas näher dran. Komödien, wie FC Venus oder Die wilden (Fußball?)Kerle kann man auch getrost im Regal stehen lassen, wenn man schon Ü14 spielt.

Schauen wir uns mal die internationalen Film Produktionen an, denn dort gibt es schon ein paar Perlen bzw. Erfolge. Man muss aber auch sagen, dass seit 1998 die Zahl der Fußballfilme weltweit stark angestiegen ist. Dabei wurde auch um so mehr Trash produziert. Einige Filme sind trotzdem sehenswert:


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Bando und der goldene Fußball, stammt noch aus der Zeit vor 1998. Der Film erzählt die Geschichte eines afrikanischen jungen, der durch ein Scouting Programm durchläuft. Kick it, like Beckham hat viel für das Thema Frauenfußball getan. Immer wieder samstags, portraitiert die schwierige Entscheidung eines englischen Spielers, für den Fußball beruflich und privat alles auf eine Karte zu setzen. Hooligans und Fever Pitch, spinnen Geschichten um das Fan-Dasein mit sehr unterschiedlichen Gesichtspunkten. Goal!, behandelt die vielen Auf und Abs, die ein Spieler schon vor einer Profi-Karriere meistern muss. Rudo y Cursi, betrachtet aus Sicht zweier begabter Brüder, wie unterschiedlich man mit dem Erfolg und den Medien umgehen kann.


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Immerhin, die internationale Werbeindustrie versteht es seit einiger Zeit, dem Fußball passende Geschichten in Miniform mit dem Tick Hochglanz zu geben. Der neue Nike Werbespot setzt für mich neue Maßstäbe und wird über die WM bestimmt zu einem der meistgesuchten YouTube Videos. Als Fußballfan würde man auf jede der einzelnen gezeigten Kurzgeschichten abfahren, wenn sie durchgängig so produziert wären.

Also bitte, das Runde muss einfach nur schön ins Eckige! Ich wünsche viel Spaß bei der besten Serie aller Zeiten, die am 11. Juni 2010 in die nächste Staffel geht.

StaffelEins Thema GlückIrgendwie bin ich in das Thema Glückskarussell-Fernsehen ganz unverhofft herein geraten, es entpuppte sich als durchaus interessant. Schon vor einigen Jahren fing eine Freundin von mir bei einer Firma an zu arbeiten, die die Schlecker Filialen mit staatlichen Lotto Annahmestellen ausstatten sollte. Ein neuer Staatsvertrag schloss diese Geschäftspraktik aber aus und so brach für die Firma einiges zusammen. Man konzentriert sich jetzt auf das Ausland. Letztens hörte ich, dass auf Basis dieser Glücksspielstaatsverträge auch Fernsehformate komplett eingestellt werden mussten. Je mehr man über das Thema nachdenkt, desto klarer wird einem, wie seltsam man mit dieser Definition in Politik und Medien umgeht.

Lotterien, Glücksspiele, Gewinne… sie sind für Menschen einfach ein Hingucker. Ob man wirklich etwas für seine Million tun muss oder sich auf seine Fähigkeiten oder die Fähigkeiten anderer verlässt, ist eigentlich unerheblich. Wie bei allen Sendeformaten zu diesem Thema gibt es unzählige Verpackungen, die zu unterschiedlichen Sendezeiten meist gut laufen. Ganz zu schweigen von den ganzen Wettbüros, die man nicht im Fernsehen sieht. Habt ihr mal bei einer normalen Stadtbesichtigung gezählt an wieviel Glücksgelegenheitsbuden ihr vorbei kommt? Es ist beeindruckend.

Diese Buden haben sicherlich meist nicht den Charme und nicht unbedingt die Seriösität der Showformate im Fernsehen, aber für mich ist klar: Der Mensch hat ein Bedürfnis nach so etwas wie finanziellen Glückserlebnissen und es ist ihm sogar einigermaßen egal, ob er selbst der Begünstigte ist. Die Story dahinter, wie jemand zum Gewinner wird, scheint ebenso spannend zu sein.

Was spreche ich konkret an? Angefangen bei meiner Kindheit, war eine beliebte “Serie” in unserem Haushalt, die Lottoziehung am Samstagabend. Irgendwie haben ja alle Eltern mitgemacht und mein Vater freute sich allein darüber, die Zahlen vergleichen zu dürfen – Frust gab es nicht, auch wenn er seinen Einsatz meistens nicht herausbekam. Der typische Spruch: Eher wird man ja vom Blitz getroffen, als einen Jackpot im Lotto zu knacken. Einen Moment der Spannung für die ganze Familie gab es hingegen gab es schon. Das haben wir mit einem Mathe Lehrer sogar mal ausgerechnet und konnten das Ergebnis bestätigen.

Ich spreche aber auch von Shows, wie Familien Duell, Hop oder Top, Der Preis ist Heiß, Glücksrad, Die 100.000 Mark Show, Die 5 Millionen SKL Show, Big Brother, Wer wird Millionär oder Schlag den Raab (verlinkt sind vor allem YouTube Intros) – welche für mich die Meilensteine dieses finanziellen Glücks-Formats in meiner Fernsehhistorie waren. Es winkt immer der große Geldkoffer und es wäre etwas anderes, eine Show einfach nur zu sehen ODER eine Show zu sehen in der es am Ende einen reich beschenkten Sieger gibt.

Warum spreche ich bei all diesen Shows von Glücksshows? Glück spielt für mich bei Wer wird Millionär genau so eine Rolle, wie bei der früheren SKL Show. Gleichzeitig ist bei beiden eine stark unterschiedliche Komponente des Könnens im Spiel. Bei WWM kann man die Fragen und Antworten bis auf ein paar Joker nicht beeinflussen, den Rest muss man mit seinem Wissen ausgleichen. Wenn man auf die Auswahl auch nur einer Frage keinen Einfluss hat, ist es ein reines Glücksspiel. Bei der SKL Show musste man die richtige Menschenkenntnis beweisen, auch da gab es keine Garantie für einen Durchmarsch, vielleicht war es trotzdem sogar einfacher diese Show zu gewinnen, weil man nicht alles selbst wissen musste.

Screen SKL

Gerade die SKL musste trotz guter Quoten und der treuen Unterstützung von Günther Jauch nach vielen Jahren und mehr als einem Dutzend Sendungen wegen neuer gesetzlicher Regeln ihr Engagement im Fernsehen einstellen. Es mag anbiedernd sein, wenn im Titel einer Sendung eine Firma oder Organisation als Absender des Glücks auftaucht – aber wird man wegen der verwendeten Mechanik in der Sendung eher süchtig nach Glücksspiel als bei anderen Sendungen? Das stelle ich in Frage. Ein Mitarbeiter der SKL bemerkte in einer Pressemitteilung damals wohl nicht ganz zu unrecht, dass man (bis heute) nicht wirklich etwas gegen die zahlreichen, amateurhaften Telefongewinnspiele auf diversen Sendern eingeht, die einem das Mitmachen 300 mal pro Stunde mit “Noch hat keiner angerufen” schmackhaft machen wollen. Ob die Medienaufsicht die SKL nur exemplarisch, wegen konkreter Beschwerden oder durch politischem Druck aus dem Rennen warf, kann man auf Basis dieser Bemerkung alles nicht ausschließen.

Jedenfalls hat man sich etwas Neues ausgedacht, weil anscheinend höchste Kreativität nötig wurde – und um überhaupt eine SKL Show der öffentlichen Millionärsmachung hinzubekommen. Die hochschwangere Barbara Schöneberger und Matthias Opdenhövel sollen am 4.5.2010 den national ausgerufenen Tag des Glücks moderieren. Auf der Website wird die Sache dann später als Stream zu sehen sein. Bleibt die Frage: Tut die Verbannung dem klassischen Fernsehen jetzt gut oder hat die SKL unter Zwang noch früher gelernt, die neuen Medien für sich zu nutzen? Ich erwarte mir zumindest, dass sie 9live zu jeder Sekunde inhaltlich übertreffen und uns schon irgendwas Innovatives zeigen, dass man sonst im Fernsehen nicht so häufig erlebt.

Welche guten reinen WebTV Serien (also nicht Stromberg) kennt ihr? Gibt es ansonsten schon echte Shows, die nur für das Web produziert und regelmäßig veröffentlicht werden?

EinEngelaufErden StaffelEinsSo lange ist es her, als Michael Landons Silhouette als Jonathan Smith aus dem Dunst der Wolken erschien, über die Landstraße schlenderte und mit einem warmen freudigen Lächeln den Polizisten spielenden Victor French alias Mark Gorden begrüßt, der ihn vom Straßenrand per Auto aufsammelt. Beide fahren die endlose Straße zusammen weiter um irgendwo Gutes zu tun.

Das Intro ist so schön simpel, wird nicht durch Worte angeheizt und ein eher einsames Trompetenstück begleitet den Zuschauer in jede Episode. Ich schreibe diesen Artikel nicht, weil ich die Serie gerade gesichtet habe. Ich habe nur mitbekommen, dass inzwischen schon die 4. Staffel von insgesamt 5 über Paramount als DVD Box erscheinen soll. Insgesamt gab es 111 Folgen. Das ist ein stolzer Wert für damalige und heutige Verhältnisse. Die gesamte Serienproduktion stand unter ganz traurigen, aber auch wundervollen Vorgeschichten und Begleiterscheinungen.

Ein Engel auf ErdenSoweit ich mich erinnern kann, vermochte mich kaum eine andere Serie so in den Bann zu ziehen, obwohl die Hauptcharaktere so wenig Action verursacht haben. Wer die zwischen 1984 und 1989 produzierten Staffeln nicht gesehen hat: Es geht um Engel, in Menschengestalt, in diesem Fall Jonathan Smith. Er wandert umher, arbeitet normal und bleibt unauffällig bis ihm ein menschliches Schicksal begegnet, dem er helfen kann. Ich bin mir ziemlich sicher, dass er und sein menschlicher Freund praktisch nie eine Waffe für die Lösung von Konflikten benutzt haben.

Angeblich wollte Landon die Serie so produzieren, weil seine Tochter eine Krebserkrankung überlebte und er die Menschen ermutigen wollte auch in ausweglosen Situationen den Glauben nicht zu verlieren. Ob dies wahr ist, kann man schwer nachvollziehen, was jedoch stimmt ist, dass im Umfeld von Michael Landons Schauspielkarriere, die mit Bonanza richtig begann und mit Unsere kleine Farm rasant (zumindest vom Erfolg her) weiter ging, einige Kollegen an Krebs starben und er selbst fiel dem gleichen Schicksal 1991 zum Opfer.

Wie die Motive des dreimal verheirateten Landon und die Gutmensch Geschichten um French’s Mitarbeit auch klingen mögen, die Serie fand in jedem Fall ihre Stärke im Zusammenspiel der beiden Darsteller. Sie wirken in ihren Rollen nie aufgesetzt oder egozentrisch. Sie schlagen einen auch nicht mit moralischen Keulen tot. Nach heutigen Maßstäben ist die Serie typisch 80er-Style und natürlich trotzdem von zahlreichen Klischees in der Charakterdarstellung durchzogen. Totalen Mist darf man sie deshalb aber auch nicht schimpfen und, wie alle Serien die so lange laufen, entwickelte sie sich auch für Fans immer besser mit der Zeit.

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Ein Engel auf Erden – Staffel 1

StaffelEins Gormenghast

Ich bin in diese BBC Miniserie aus dem Jahr 2000 durch eine kürzliche Ausstrahlung bei arte zufällig eingetaucht. Sie wird ab 13. Januar 2010 wiederholt und ich weise für Euch gern noch einmal darauf hin. In vier Episoden wird – der Theorie nach – eine dramatische Märchengeschichte vom Tellerwäscher zum “beinahe König” erzählt – wäre da nicht in der Praxis bei der Produktion manches ganz und gar Untypisches passiert. Selbst für den manchmal eigenartigen Stil der Briten ist Gormenghast schon sehr abgefahren.

In der bemitleidenswerten Hauptrolle (das ist nicht negativ gemeint) findet sich niemand geringerer, als der heutige Star der Tudors Serie von Showtime, John Rhys Meyers. Dort spielt er ja ebenfalls eine irgendwie bemitleidenswerte Rolle mit dem Unterschied, dass er in seiner Rolle des Königs gleich das spielt, was er in Gormenghast verpasst. An seiner Seite drehte unter anderem Christopher Lee, der wenig später schon als Saruman in Herr der Ringe auftrat. Heutzutage wäre diese Besetzung für die gleiche Serie vielleicht nicht mehr bezahlbar.

Screen GormenghastDie Buchvorlage stammt bereits aus den 40er Jahren, bestand geplant aus 5 Teilen, allerdings wurden vom Autor Mervyn Peake nur 2,5 fertig gestellt und die fehlende Hälfte von seinem dritten Werk wurde von anderen Leuten angeblich stark editiert. Heraus kam nun im Jahr 2000 ein durchaus bildgewaltiges Schauspiel. Davon kann man sich auf YouTube sogar in deutscher Sprache überzeugen ohne zuviel von der Handlung zu erfahren.

Wer den Trailer schaut wird merken, dass einige Dialoge wirklich anstrengend sein können. Vielfach schwingt sehr ausgereifte altertümliche Sprachkunst mit. Die extrem überzeichnete oder lächerliche Darstellung der Charaktere sollte nicht darüber hinweg täuschen, dass nebenbei ziemlich kluge und deutliche Kritik an gesellschaftlichen Konventionen und Obrigkeiten geübt wird. Diese Kritik musste zu Zeiten der Entstehung des Buches wohl auch noch derartig verpackt werden, damit man in der Öffentlichkeit nicht zu sehr für einen Feind der Royals gehalten wurde – selbst heute ist sie ungern gesehen.

Der Kochjunge Steerpike ist seit Kindesjahren nicht aus der Großküche der Herrscher von Gormenghast herausgekommen und wird vom Chefkoch mehrfach misshandelt. Der Knecht des Königs verschafft ihm die Möglichkeit zu entfliehen, fortan arbeitet er sich mit Übereifer in andere Dienstleistungspositionen des Schlosses um seinem früheren Leben so weit wie möglich zu entkommen. Nicht jeder erliegt seinem frechen Charme von selbst und so greift er mit allen Mitteln eines Getriebenen in die Rängespiele unter den Adligen am Hof ein. Man kann Steerpikes Handlungen unterschiedlich bewerten und muss seine Motive teilweise auch erst verstehen lernen.

In meinen Augen hat der Buchautor die Aussage vertreten, das man nicht nur einfach so ist, wie man geboren wird, aber die Geburt bestimmt mit, was später aus einem gemacht wird – das zieht gewisse Ungerechtigkeiten nach sich und setzt zwischen Menschen aller Herkunft eine Verständigung und Verständnis voraus, ansonsten gehen nach Generationen gegenseitiger Isolierung die Lebenswelten unvereinbar auseinander. Der Regisseur hat sich vermutlich recht nah an der Buchvorlage gehalten.

Informative Gormenghast Seite.

Infos zu Gormenghast auf arte.

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Gormenghast – Erster Buchband

Gormenghast – DVD (UK Import)

StaffelEins Lost RoomDie Lost Room Serie des amerikanischen Senders SyFy ist vergleichsweise unbekannt zu anderen Serien über die wir berichtet haben. Dafür, dass nur drei Episoden fertig gestellt wurden, ist diese Mini-Serie im hart umkämpften Serienmarkt Ende des Jahres 2006 trotzdem zu einer kleinen Legende geworden. Produzent und Co-Autor Christopher Leone wurde erst Mitte dieses Jahres von Fans nach einer Lost Room Comic Fortsetzung gefragt, als er eigentlich im Forum des Fernsehsenders sein Projekt “We Kill Monsters” promoten wollte.

Die einzigartige Handlung in Kurzform (Achtung am Ende dieses Artikels gibt es eine Liste, die nicht gelesen werden sollte, wenn man die Serie noch schauen möchte – für Leute, die sie schon gesehen haben, ist diese Liste aber ein Mehrwert):

Polizist Joe Miller (Peter Krause / Six Feet Under) kommt bei der Aufklärung eines Mordfalls in Besitz eines Schlüssels mit außergewöhnlichen Eigenschaften. Er kann damit jede Tür öffnen, in die ein normaler Haustürschlüssel passen würde. Der Besitzer des Schlüssels gelangt jedoch immer in das selbe fast leere, von der Abendsonne hell erleuchtete “Sunshine” Motel Zimmer aus dem Jahr 1961. Schließt er die Tür hinter sich, kann ihm niemand folgen. Öffnet er selbst die Tür wieder, kann er aus jeder beliebigen Tür auf der Welt heraus kommen, die er sich vorstellen kann. Wie sich später heraus stellt, haben der Schlüssel und das Zimmer aber auch Eigenschaften die gefährlich sind. Zusätzlich gibt es angeblich mehr als 100 weitere Gegenstände aus dem Zimmer, die ihren Besitzern in unserer Welt verschiedene Eigenschaften verleihen und gefragte Objekte diverser Organisationen und Einzelpersonen sind.

Ich kann die Faszination teilen. Anscheinend haben Verantwortliche von Sendern und Verlagen auch ein paar Jahre nach dem unglücklichen Intro der Serie etwas Heimweh nach dem Zimmer. Laut Wikipedia wurden verschiedene Versionen in knapp 35 Staaten auf jedem Kontinent ausgestrahlt und einige davon kamen erst in diesem Jahr hinzu. Leone bestätigte außerdem diverse Verlagsanfragen. Die Lizensierung scheint dabei im Weg zu stehen, was bedeuten könnte, dass man auch bei den Rechteinhabern noch an ein gewisses Potential glaubt.

Screen Lost Room

Die Lizenz ist meiner Meinung nach einiges wert. Das Setting der Serie ist sehr gut ausgearbeitet und genießt damit quasi einen Kopierschutz, weil eine ähnliche Idee leicht als Abklatsch von Lost Room abgestempelt werden würde. Schade, dass diese große Rolle für Hauptdarsteller Krause nach fünf sehr erfolgreichen Jahren bei Six Feet Under und an der Seite von weiteren guten Schauspielern nicht sofort zündete.

Es gibt zwar eine ausführliche Wikipedia Liste zu den wohl bekannten Objekten aus Lost Room, ich wollte mir aber den Spaß machen und selbst testen, wieviele ich beim Schauen der Serie eindeutig ausfindig machen konnte. Teilweise muss man dafür Szenen viele Male durchlaufen lassen und häufig Gebrauch der Pause Taste machen. Als ich dann meine Ausbeute verglichen habe, fand ich, dass ich ganz gut abschneide und einige Objekte der englischen Liste sind meiner Meinung nach gemutmaßt. Man sollte die Liste nur lesen, wenn man die Serie schon kennt. Deshalb noch eine klare SPOILER Warnung an dieser Stelle – und der Hinweis, dass ich ein Objekt bewusst heraus gelassen habe, weil manche den Spoiler eben doch überlesen.

Der Stoff bietet viel Potential und wird am Ende ziemlich offen gelassen. Schade, dass einige Fanprojekte wohl im Ansatz stecken blieben um eigene Storylines für den weiteren Verlauf zu entwickeln.

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Das verschwundene Zimmer (DVD Box)

StaffelEins Objektliste aus “Das verschwundene Zimmer”:

Armbanduhr – Kocht Eier, wenn man sie in die Mitte der Uhr legt.
Armbanduhr + Messer – Es entsteht angeblich eine Telepathie Fähigkeit.
Aschenbecher – unbekannt. (Alter Film)
Bibel – unbekannt. (Kreutzfeld)
Blaue Reisekarte (Santa Fe) – unbekannt. (Sood’s Objekt Katalog)
Bleistift – Angeblich muss man mit dem Bleistift nur einmal auf einen Tisch tippen und bekommt dafür jedes Mal einen Penny.
Brille – Löscht jedes Feuer. Lässt Elektronik versagen.
Busticket – Berührt man jemanden damit landet man auf einer verlassenen Landstraße irgendwo in die Nähe von New Mexico.
Deodorant Puder (gelb) – unbekannt. (Legionsliste, Sood’s Objekt Katalog)
Haarfärbemittel (braun) – unbekannt. (Sood’s Objekt Katalog)
Hotelprospekt – (unbekannt. (Sood’s Objekt Katalog)
Flachmann – Dreht man die Flasche auf, bleibt einer Person der Atem weg.
Frostmittelflasche – unbekannt. (Verlies)
Glasauge – Heilt oder zerstört Lebewesen.
Hemd (weiß) – unbekannt. (Verlies)
Hochzeitsfoto – unbekannt. (Maybell Smith)
Kamera – unbekannt. (Orden)
Kamm – Lässt die Zeit stillstehen, wenn man sich damit durch die Haare fährt. Besitzer kann sich noch bewegen.
Kartenspiel – Verleiht beim Betrachten eine Vision von Geschehnissen im Motel, verursacht Schmerzen.
Kaugummi – unbekannt. (Legionsliste)
Kleiderbügel – unbekannt. (Orden)
Kugelschreiber – Ein Stich mit dem Kugelschreiber kocht das Lebewesen in das er eindringt.
Likörflasche – unbekannt. (Legionsliste)
Linker Schuh – unbekannt. (Legionsliste)
Linke Socke – unbekannt. (Legionsliste)
Lupe – unbekannt. (Vision von Reuber)
Manschettenknopf – senkt den Blutdruck? (Kreutzfeld)
Mantel – Lässt keine Kugeln durch.
Münze – Lässt Erinnerungen lebendig werden, wenn man sie verschluckt. (Kreutzfeld)
Nagelfeile – Betäubt Leute.
Nagelclipper – unbekannt. (Alter Film, Kreutzfeld)
Polaroid Fotos – Zeigt dem Besitzer beim Betrachten das Innere und Äußere des Zimmers mit der Nummer 10, das sonst nicht sichtbar ist (nur in der Nähe des Motels). Intensives Betrachten ruft anscheinend auch Visionen aus dem Zimmer hervor.
Portemonaie – unbekannt. (Sood’s Objekt Katalog)
Quadratischer Gegenstand – unbekannt. (Alter Film)
Radio – Stellt man den richtigen Sender ein wächst man ein Stück, heißt es.
Rasiermesser – unbekannt. (Orden)
Rechter Schuh – unbekannt. (Verlies)
Regenschirm – Angeblich glauben andere Leute immer den Besitzer zu kennen.
Seife – unbekannt. (Sood’s Objekt Katalog)
Seifenverpackung mit Motel Schriftzug – unbekannt. (Verlies)
Schere – Kann Ziele herumschleudern.
Schlüssel – Öffnet das verlassene Motel Zimmer, der Besitzer kann in das Zimmer hinein, wenn er die Tür verschließt und wieder öffnet, kann er durch jede beliebige Tür in der Welt wieder heraustreten.
Schuhanzieher – unbekannt. (Orden)
Stempel? – unbekannt. (Verlies)
Streichholzschachtel – unbekannt. (Orden)
Taschenmesser – unbekannt. (Sood’s Objekt Katalog)
Taschentuch – unbekannt. (Legionsliste)
Telefon – unbekannt. (Orden)
Thermoskanne – unbekannt. (Verlies)
Uhr – Bewirkt, dass solides Messing gasförmig wird ohne sich erst zu verflüssigen.
Uhrenetui – Verhindert den Zerfall auf kurzer Distanz. (Alter Film, Orden)
Vase – unbekannt. (Orden)
Wasserglas – unbekannt. (Orden)
Wasserflasche mit schwarzem Etikett – unbekannt. (Verlies)
Zahnbürste – unbekannt. (Kreutzfeld)
Zeitschrift (Life) – unbekannt. (Sood’s Objekt Katalog)
Zeitung – unbekannt. (Legionsliste, Kreutzfeld)
Zigaretten – unbekannt. (Legionsliste)
Zigarettenschachtel – unbekannt. (Kreutzfeld)

Kombinationen:
Im alten Film der Sammler lösen anscheinend ein nicht definierbarer quadratischer Gegenstand, das Uhrenetui, das Nagelclipper, die Zahnbürste, der Aschenbecher und die Zigarettenschachtel nach der Benutzung mit dem Schlüssel eine katastrophale Reaktion aus, bei der umherstehende Menschen sterben oder verrückt werden. Die Besitzerin wurde als Geist im verwüsteten Nebenzimmer des Motel Zimmers gefangen.

Der Geist der Motel Besitzerin konnte wieder in die Realität geholt werden, nachdem das Uhrenetui zuerst die Auflösung der Erscheinung verhinderte und der Kamm die Zeitverschiebung aufhob.

Weitere Listen findet man hier und hier (von Fans evtl. ausgeschmückt).

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StaffelEins LegendoftheSeekerAm Sonntag lief auf ProSieben der Serienauftakt zu „Legend of the Seeker“ (LS). Die erste Staffel war in den USA recht erfolgreich unterwegs und eine zweite ist bereits in der Pipeline. Legend of the Seeker basiert auf der Fantasy Bücherserie „The Sword of Truth“ von T. Goodkind und wird von den selben Produzenten verantwortet, die auch schon Hercules und Xena produziert haben. Was man der Serie auch richtig anmerkt, wie ich finde.

Die fiktive Welt in LS teilt sich in Midland und Westland. Getrennt werden beide Landesteile durch eine magische und durchdringliche Barriere. Während Midland unter der Herschaft eines dunklen und mächtigen Zauberers namens Darken Rahl leidet und eine Welt voller Magie und Schrecken ist, ist in Westland Magie völlig unbekannt und die Menschen dort leben in einer mittelalterlichen aber schon demokratischen Gesellschaft. Zumindest bis der Film anfängt.

Screen LegendoftheSeeker

Da stürmt nämlich eine junge hübsche Frau mit einem Glühwürmchen in einer Flasche durch die Barriere, verfolgt von dunklen Häschern die sie töten möchten (Entschuldigung, aber besser kann ich das nicht beschreiben). Sie ist auf der Suche nach dem Seeker, eine auserwählte Person, die einer alten Legende nach „Darken Rahl“ besiegen soll und dem Volk von Midland ewigen Frieden und Gerechtigkeit bringen. Dieser ist zwar in Midland geboren worden allerdings noch als Kleinkind nach Westland gebracht worden um ihn vor der Verfolgung und seinem sicheren Tod durch „Darken Rahl“ zu entziehen. Volbracht hatte dieses Kunststück der letzte gute Zauberer von Midland – Zeddicus Zu’l Zorander. Der dritte und letzte Hauptdarsteller.

Dieser Seeker ist in Westland unter dem Namen Richard Cypher aufgewachsen und weiß natürlich von einem Glück noch nichts. Er nimmt die Rolle solange nicht an, bis sein Stiefvater getötet wird und er Rache nehmen möchte. Die Folge endet damit, das Richard, zusammen mit der gutaussehenden Frau und dem Zauberer, der ihn auch hergebracht hat, durch die Barriere schlüpft um den Kampf gegen „Darken Rahl“ aufzunehmen.

Insgesamt fand ich die erste Folge recht kurzweilig – allerdings nicht besonders aufregend. Irgendwie sind einem alle Handlungswendungen schon mal bei anderen Serien oder Filmen begegnet. Ich glaube daher nicht, dass ich am Sonntag zu Hause bleiben werde um Fernzusehen.

StaffelEins SeinfeldJerry Seinfeld war ein Phänomen zu seiner Zeit als Seriendarsteller. Nicht das er der erste extrem gehypte Schauspieler war, aber er gehört zu einem exklusiven Club derjenigen, die für eine Zeit lang die höchste Jahresgage im US Fernsehen verdienten. Seinfeld belegte diesen Platz Ende der 90er Jahre. Danach übernahm meiner Meinung nach Tim Allen mit “Hör’ mal, wer da hämmert” bzw. “Home Improvement” den Platz auf dem Sitcom Thron. Bezeichnend für beide ist, dass sie sich unter ihrem richtigen Namen spiel(t)en.

Mir ist in inzwischen grauer Erinnerung, dass die Serie keine richtige Musik oder Melodie hatte. Zwischendurch wurde immer wild ein Bass gezupft und dann ging es  weiter. In dem eingebundenen Video kann sich jeder seine Meinung bilden, ob es sich dabei um einen Soundtrack handelt oder nicht.

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=gSf2O80brbU]

Dieses Jahr feiert Seinfeld – als Serie – ihren zwanzigsten Geburtstag, sowie ihren elfjährigen Todestag, denn seit 1998 gibt es keine weiteren Staffeln. Erfolgreich blieb Seinfeld als Privatperson auch nach seiner Serie. Er produzierte Dreamworks “Bee Movie” und spielte mit seiner Stimme eine der Rollen selbst. An dieser Stelle möchte ich gern noch einmal auf Tim Allen zurück kommen, denn mit “Galaxy Quest“, als Persiflage alter Star Trek Folgen, konnte er für mich qualitativ ebenfalls einen Megahit im Kino landen, den ich jedem Trekkie empfehlen kann.

Sceen Seinfeld

Ein beeindruckendes Schaubild von Flickr Nutzer rickysaurus zur Seinfeld Serie stellt sämtliche Beziehungen der neunjährigen Seinfeld Story unter den Charakteren dar. Demnach geht Seinfeld 46 Beziehungen ein. Unter ihnen hat es wohl nur Sidra (Teri Hatcher alias Susan in Desperate Housewifes bzw. Loise in Superman) später zu großem eigenen Ruhm in der Serienlandschaft gebracht. Elaine (Julia Louis-Dreyfus) bringt es als einzige Frau unter den vier Hauptcharakteren der Sitcom gerade mal auf 16 Verflossene, einer davon ist Jerry selbst.

Die weiteren Hauptcharaktere sind George Costanza (Jason Alexander), der viel arbeitet, dazu aber sehr geizig und meistens unzufrieden ist, sowie Cosmo Kramer (Michael Richards), der immer etwas entrückt wirkt, keiner weiß was er arbeitet, aber er kennt viele Leute und zaubert immer wieder überraschende Dinge hervor. George ist der beste Freund von Jerry, während Kramer eigentlich die wenigsten aber intensivsten Auftritte unter allen Hauptcharakteren hat.

Letztlich war Seinfeld für mich eher wegen dem ganzen Hype faszinierend, als wahrer Fan der Serie kann ich mich bis heute nicht bezeichnen. Dafür habe ich auch nicht genug Episoden geschaut. Erfrischend war für mich, dass es sich hierbei nicht um eine typische Familien-Sitcom handelt, und dass ein wenig erwachsener erzählt wird als beispielsweise bei Friends. Die Serienboxen werden weiterhin zu ziemlich hohen Preisen gehandelt. Eine Frage zum Schluss… gibt es Sitcoms, die bereits abgelaufen sind bzw. abgesetzt wurden und die ihr selbst noch einmal intensiv anschaut oder ist der Zauber verflogen und wendet ihr euch lieber der nächsten Sitcom zu?

Danke! :)

StaffelEins Adams FamilyMein erster Kontakt mit dieser Serie kam zustande, weil sie Mitte der 90er Jahre von der Hörzu für die ARD als Meisterwerk mit so etwas wie wahnsinnig spritzigem Humor gefeiert wurde. Ich war allerdings bereits Serien wie Star Trek, Roseanne oder beinahe schon AkteX gewohnt. Deshalb enttäuschte mich die erste Folge zunächst extrem aufgrund ihrer überdeutlichen 60er Jahre Machart, die mir weniger zeitgemäß vorkam als Charlie Chaplin Filme oder Dick und Doof.

Die Besetzung besteht aus einem überheblichen und durchgeknallten Spanier namens Gomez als Vater, seiner Frau Morticia, die man sofort für eine Vampirin halten würde und ihre beiden Kinder Pugsley und Wednesday, die gern mit wilden Tieren spielen. Dazu kommen Onkel Fester, der bereits tot und verrückt zugleich aussieht und Glühlampen zum Leuchten bringt, wenn er sie in den Mund steckt, sowie eine Oma, die man als Hexe bezeichnen würde. Ein zombieähnlicher Butler namens Lurge dient den Adams als Haushälter, er erscheint immer blitzschnell, wenn ein ohrenbetäubender Gong geläutet wird, bewegt sich dann jedoch auffällig langsam.

Ich glaube der Redakteur, der hier Bestnoten verteilt hatte, hing wirklich ein paar bunteren Kindheitserinnerungen nach, als es die Farbgebung der Serie eigentlich zugelassen hätte. Trotzdem konnte ich soweit überzeugt werden, dass ich die Charaktere im Vergleich zu denen der Familie Munster viel ansprechender fand. Außerdem wurde mir bewusst, dass die Munsters eine deutliche Kopie der Adams waren – leider eine schlechtere. Übrigens finde ich persönlich Anteile von den Munsters und den Adams auch in der Schrecklich netten Familie um Al Bundy wieder.

Screen Adams Family

Richtiges Interesse zeigte ich erst wieder an den Adams, als ich die Spielfilme von Barry Sonnenfeld aus einer “weil sonst nichts Gutes im Fernsehen kommt”-Laune sah. Hier war jemand am Werk, der die Grundidee gründlich aufpoliert und aktualisiert hatte. Es waren gleichzeitig humorvolle und etwas verstörende Filme, die an einer allgemeinen Geschmacksgrenze nagten ohne sie zu sehr zu überschreiten.

Wenn daraufhin eine Folge der alten 60er Jahre Serie lief, fühlte ich ein besseres Verständnis für die Charaktere und ich konnte es würdigen, dass diese Show in der damaligen Zeit ein echtes Wagnis gewesen sein muss, das an den Vorstellungen des American Way of TV rüttelte. Und sie rüttelte sehr erfolgreich, denn es wurden 64 Folgen mit je 30 Minuten Spielzeit produziert. Das war auch in den guten alten Zeiten, als sich Serien etwas länger entwickeln durften eine ordentliche Laufzeit.

Durch meine Freundin, die seit jeher Fan dieser Serie ist, habe ich eine der drei DVD Boxen erstanden, die jeweils fast 9 Stunden Spielzeit besitzen. Ich bin manchmal fast eingeschlafen, aber die Staffeln sind lustiger als man denkt. Es bleibt letztlich eine Sitcom und es bleibt damit eine Serie ohne jegliche Cliffhänger oder Spannungsaufbau über mehrere Folgen. Aktuelle Sitcoms könnten sich jedoch gern mal wieder etwas derart ungewöhnliches ausdenken.

Die Story hinter den Adams reicht noch weiter zurück. Charles Addams erschuf 1938 für die Zeitung “The New Yorker” laut Wikipedia die seinerzeit beliebten Cartoons der Adams, welche eine Umkehrung der amerikanischen Kernfamilie darstellen sollten. Man kann deshalb von einer der frühesten Comic Verfilmungen sprechen. Einige der Original Cartoons kann man wohl an dieser Stelle in Augenschein nehmen.

StaffelEins Robin Hood

Leute, die Geschichte studiert haben, mögen mir manche Mischungen von Begriffen in diesem Artikel verzeihen oder per Kommentar darauf hinweisen, ich korrigiere Fehler gern! Der erste Artikel zu dieser Serie rund um Robin Hood ist hier zu finden. Die zweite Hälfte der Staffel beginnt mit einem Streuner, der schwerbewaffnete Tempelritter verfolgt, die den Sherwood Forrest durchqueren. In der Nacht beobachtet er sie bei einer religiösen Zeremonie. Der Name der Folge ist “Seven Poor Knights From Acre” auf deutsch einfach nur “Die Kreuzritter”.

Am nächsten Morgen, sieht man Robin und seine langsam wieder erstarkte Truppe bei einem Bogenschützen Wettkampf, der Streuner läuft ihnen in die Arme, darf aber weiter ziehen. Kurz darauf preschen die Kreuzritter hervor. Beide Seiten verlieren einen Mann im Kampf – zudem wird Much gefangen genommen. Die Kreuzritter bringen ihn in ein Dorf, in dem wenig später die Lage vom Sheriff von Nottingham überprüft wird. Er erkennt Much und erfährt von der deutsch-französisch Kauderwelsch sprechenden Templertruppe, dass sie es auf den gemeinsamen Feind abgesehen haben. Um Zeit und Männer zu sparen, lässt er die Ritter bleiben – in der Hoffnung, dass sie sein Problem mit Hood lösen.

Währenddessen erfährt Robin Hood, das die Ritter nur deshalb so aufgebracht sind, weil ihnen eine Reliquie gestohlen wurde. Es muss der Streuner gewesen sein. Bei einem Rettungsversuch für Much nimmt der Anführer der Kreuzritter Robin sein Schwert ab, lässt ihn aber laufen. Robin muss sich beeilen und den gestohlenen Gegenstand wieder beschaffen. Dieser befindet sich jedoch in der Gewalt des Sheriffs, nachdem der Dieb von Soldaten aufgegriffen wurde. Es ist nicht ganz klar, ob Robin es schafft tatsächlich das Original wieder zu beschaffen, leider ist die Serie an dieser Stelle ungünstig geschnitten. Er bringt dem Anführer einen Gegenstand und Much wird freigelassen. Trotzdem setzen die Ritter noch einmal an um die beiden zu töten, allerdings haben die gepanzerten Reiter keine Chance gegen Robins Leute am Waldrand und der Held der Serie bekommt sein Schwert wieder.

Screen Robin 3

Alan A Dale (Der Minnesänger) ist der Titel der fünften Folge. Objektiv gesehen, die erste Robin of Sherwood Folge, die man sich aus heutiger Sicht anschaut und sagt, dass Storyaufbau, Schnitt, Darstellung und Szenerie komplett überzeugen können. Selbst der Humor trifft diesmal exakt den Punkt. Ich würde sagen, es war der Durchbruch um die Zuschauer damals endgültig einzufangen. Alles passt ineinander und wird mit einem überraschenden Ausklang abgerundet. Little John beginnt eine geheime Liebschaft in einem Dorf. Als er an einem Tag von Soldaten gesehen wird, kann er zwar fliehen, er kann nun aber nicht mehr zurück und die Bewohner müssen dafür büßen.

Robin Hoods Männer greifen einen Minnesänger auf, der durch den Wald zieht – und übrigens genial geschauspielt wird. Sie wollen ihn nach kurzer Überprüfung schon wieder ziehen lassen, da sagt er beiläufig, er wäre unterwegs nach Nottingham um den Sheriff zu töten. Das macht die Bande wiederum neugierig. Es stellt sich heraus, dass der Sheriff sich mal wieder Geld beschaffen will. Zu diesem Zweck hat er einer Hochzeit zwischen ihm und der 16 Jahre alten Tochter eines reichen Barons eingewilligt, sowie der damit verbundenen großen Mitgift. Sie liebt jedoch insgeheim und doch sehr offen den Minnesänger.

Die Gefährten versuchen Guy von Gisburne bei der Überführung der Verlobten samt deren Mitgift zu überrumpeln. Der Versuch scheitert jedoch, denn weder das Geld kommt in ihre Finger, weil es eigentlich schon mit einem anderen Transport überbracht wurde – und die Verlobte entkommt durch einen mutigen Ausbruch Gisburnes. Genial versuchen sie es mit einer List noch einmal, indem sie den Minnesänger, der dem Sheriff und den Soldaten unbekannt ist, als Priester für die Vermählung einschleusen – die daraus entstehenden Dialoge sind sehr lustig. Der Raub der Verlobten gelingt und der Minnesänger darf sich mit ihr von Bruder Tuck trauen lassen. Sieger der Geschichte ist zum ersten Mal aber der Sheriff, der den Braten gerochen hat und eigentlich nur wollte, dass ihm die Frau gestohlen wird. Die Geldkisten, die Robins Männer stehlen, sind mit Steinen gefüllt. Die Tatsache, dass der Sheriff geistig doch mehr drauf hat und Robins Vorgehen voraussagen konnte, ist als Wendepunkt prägend für die Geschichte.

Screen Robin 4

Das Staffelfinale trägt den Namen “The Kings Fool” (Richard Löwenherz). Die Robin Hood Legende hat im Laufe der Zeit viele Mythen erschaffen. Einer davon ist, dass Robin Hood irgendwann vom rechtmäßigen König, Richard Löwenherz, zum Ritter geschlagen wird, als er von einem Kreuzzug nach England zurückkehrt und der königstreue Robin nur gegen den gefährlichen und verantwortungslosen Bruder des Königs rebelliert hatte. In manchen Geschichten hat Robin daraufhin lange Zeit für König Löwenherz erfolgreich in diversen Schlachten gekämpft. Diese Mythen sind laut Wikipedia nicht übereinstimmend mit den Texten der frühesten Balladen um Robin Hood. Löwenherz gilt aber nicht nur in England heute vielen Leuten noch als Idol.

Die Serie greift dennoch ein Zusammentreffen von Löwenherz und Hood auf. Robin rettet dem König tatsächlich das Leben, als dieser von Räubern im Sherwood Forrest überfallen wird. Der König gibt sich zunächst nicht zu erkennen, beweist sich als guter Gast im Lager und nach einem Ringkampf, in dem er Little John besiegt, lässt er die Maskerade fallen. Er lädt die Sherwood Bande nach Nottingham als Gäste ein, was Gisburne und dem Sheriff nicht gefällt. Er verspricht allen, sie sollen freie Männer sein und Land bekommen, aber er brauche sie dafür auch in der Normandie gegen französische Kriegsherren um England zu schützen. Nasir entscheidet sich zu gehen, er will mit dem Krieg nichts zu tun haben, da er religiös motiviert ist. Die anderen sind zunächst vom Charisma des Königs beeindruckt, zweifeln aber irgendwann, teilweise auch aus Angst bald Soldaten zu sein. Robin will sein Wort gegenüber dem König halten, stellt ihn aber offensiv vor einer großen Runde mit Adligen zur Rede um sich der Integrität des Herrschers zu versichern.

Der König versucht Robin zu überzeugen, kann aber nicht einschätzen, ob er damit wirklich Erfolg hatte. Nachdenklich ruft er den Sheriff später zu sich, der ihm versichert, es werde Ärger mit Robin Hood geben. Richard Löwenherz entscheidet sich, dem Sheriff einen Mordauftrag zu geben ohne ihn direkt damit in Verbindung zu bringen. Erledigen soll das mal wieder Gisburne. Der Versuch misslingt, Gisburne bekommt einen Pfeil in den Rücken. Im Gegenzug trifft er jedoch die mit Robin flüchtende Lady Marion tödlich. Als sie sich im Todeskampf befindet, meldet sich der Geist von Herne the Hunter bei Robin und erinnert ihn daran, das er doch magische Kräfte hat, was Pfeile angeht, deshalb muss er nur den Pfeil entfernen, das Rad der Zeit dreht sich kurz und Marion ist wieder gesund.

Das Ende einer großen Folge ist damit für mich leider etwas verpatzt worden. Ich glaube hier hat ein Produzent nicht den Tod von Marion durchziehen wollen, nach einer sehr mutigen Entscheidung, King Richard in einer englischen Serie als Antihelden darzustellen. Die Artikelserie geht bald mit der 2. Staffel von Robin of Sherwood weiter.

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