Drama


StaffelEins Gormenghast

Ich bin in diese BBC Miniserie aus dem Jahr 2000 durch eine kürzliche Ausstrahlung bei arte zufällig eingetaucht. Sie wird ab 13. Januar 2010 wiederholt und ich weise für Euch gern noch einmal darauf hin. In vier Episoden wird – der Theorie nach – eine dramatische Märchengeschichte vom Tellerwäscher zum “beinahe König” erzählt – wäre da nicht in der Praxis bei der Produktion manches ganz und gar Untypisches passiert. Selbst für den manchmal eigenartigen Stil der Briten ist Gormenghast schon sehr abgefahren.

In der bemitleidenswerten Hauptrolle (das ist nicht negativ gemeint) findet sich niemand geringerer, als der heutige Star der Tudors Serie von Showtime, John Rhys Meyers. Dort spielt er ja ebenfalls eine irgendwie bemitleidenswerte Rolle mit dem Unterschied, dass er in seiner Rolle des Königs gleich das spielt, was er in Gormenghast verpasst. An seiner Seite drehte unter anderem Christopher Lee, der wenig später schon als Saruman in Herr der Ringe auftrat. Heutzutage wäre diese Besetzung für die gleiche Serie vielleicht nicht mehr bezahlbar.

Screen GormenghastDie Buchvorlage stammt bereits aus den 40er Jahren, bestand geplant aus 5 Teilen, allerdings wurden vom Autor Mervyn Peake nur 2,5 fertig gestellt und die fehlende Hälfte von seinem dritten Werk wurde von anderen Leuten angeblich stark editiert. Heraus kam nun im Jahr 2000 ein durchaus bildgewaltiges Schauspiel. Davon kann man sich auf YouTube sogar in deutscher Sprache überzeugen ohne zuviel von der Handlung zu erfahren.

Wer den Trailer schaut wird merken, dass einige Dialoge wirklich anstrengend sein können. Vielfach schwingt sehr ausgereifte altertümliche Sprachkunst mit. Die extrem überzeichnete oder lächerliche Darstellung der Charaktere sollte nicht darüber hinweg täuschen, dass nebenbei ziemlich kluge und deutliche Kritik an gesellschaftlichen Konventionen und Obrigkeiten geübt wird. Diese Kritik musste zu Zeiten der Entstehung des Buches wohl auch noch derartig verpackt werden, damit man in der Öffentlichkeit nicht zu sehr für einen Feind der Royals gehalten wurde – selbst heute ist sie ungern gesehen.

Der Kochjunge Steerpike ist seit Kindesjahren nicht aus der Großküche der Herrscher von Gormenghast herausgekommen und wird vom Chefkoch mehrfach misshandelt. Der Knecht des Königs verschafft ihm die Möglichkeit zu entfliehen, fortan arbeitet er sich mit Übereifer in andere Dienstleistungspositionen des Schlosses um seinem früheren Leben so weit wie möglich zu entkommen. Nicht jeder erliegt seinem frechen Charme von selbst und so greift er mit allen Mitteln eines Getriebenen in die Rängespiele unter den Adligen am Hof ein. Man kann Steerpikes Handlungen unterschiedlich bewerten und muss seine Motive teilweise auch erst verstehen lernen.

In meinen Augen hat der Buchautor die Aussage vertreten, das man nicht nur einfach so ist, wie man geboren wird, aber die Geburt bestimmt mit, was später aus einem gemacht wird – das zieht gewisse Ungerechtigkeiten nach sich und setzt zwischen Menschen aller Herkunft eine Verständigung und Verständnis voraus, ansonsten gehen nach Generationen gegenseitiger Isolierung die Lebenswelten unvereinbar auseinander. Der Regisseur hat sich vermutlich recht nah an der Buchvorlage gehalten.

Informative Gormenghast Seite.

Infos zu Gormenghast auf arte.

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Gormenghast – Erster Buchband

Gormenghast – DVD (UK Import)

StaffelEins Lost RoomDie Lost Room Serie des amerikanischen Senders SyFy ist vergleichsweise unbekannt zu anderen Serien über die wir berichtet haben. Dafür, dass nur drei Episoden fertig gestellt wurden, ist diese Mini-Serie im hart umkämpften Serienmarkt Ende des Jahres 2006 trotzdem zu einer kleinen Legende geworden. Produzent und Co-Autor Christopher Leone wurde erst Mitte dieses Jahres von Fans nach einer Lost Room Comic Fortsetzung gefragt, als er eigentlich im Forum des Fernsehsenders sein Projekt “We Kill Monsters” promoten wollte.

Die einzigartige Handlung in Kurzform (Achtung am Ende dieses Artikels gibt es eine Liste, die nicht gelesen werden sollte, wenn man die Serie noch schauen möchte – für Leute, die sie schon gesehen haben, ist diese Liste aber ein Mehrwert):

Polizist Joe Miller (Peter Krause / Six Feet Under) kommt bei der Aufklärung eines Mordfalls in Besitz eines Schlüssels mit außergewöhnlichen Eigenschaften. Er kann damit jede Tür öffnen, in die ein normaler Haustürschlüssel passen würde. Der Besitzer des Schlüssels gelangt jedoch immer in das selbe fast leere, von der Abendsonne hell erleuchtete “Sunshine” Motel Zimmer aus dem Jahr 1961. Schließt er die Tür hinter sich, kann ihm niemand folgen. Öffnet er selbst die Tür wieder, kann er aus jeder beliebigen Tür auf der Welt heraus kommen, die er sich vorstellen kann. Wie sich später heraus stellt, haben der Schlüssel und das Zimmer aber auch Eigenschaften die gefährlich sind. Zusätzlich gibt es angeblich mehr als 100 weitere Gegenstände aus dem Zimmer, die ihren Besitzern in unserer Welt verschiedene Eigenschaften verleihen und gefragte Objekte diverser Organisationen und Einzelpersonen sind.

Ich kann die Faszination teilen. Anscheinend haben Verantwortliche von Sendern und Verlagen auch ein paar Jahre nach dem unglücklichen Intro der Serie etwas Heimweh nach dem Zimmer. Laut Wikipedia wurden verschiedene Versionen in knapp 35 Staaten auf jedem Kontinent ausgestrahlt und einige davon kamen erst in diesem Jahr hinzu. Leone bestätigte außerdem diverse Verlagsanfragen. Die Lizensierung scheint dabei im Weg zu stehen, was bedeuten könnte, dass man auch bei den Rechteinhabern noch an ein gewisses Potential glaubt.

Screen Lost Room

Die Lizenz ist meiner Meinung nach einiges wert. Das Setting der Serie ist sehr gut ausgearbeitet und genießt damit quasi einen Kopierschutz, weil eine ähnliche Idee leicht als Abklatsch von Lost Room abgestempelt werden würde. Schade, dass diese große Rolle für Hauptdarsteller Krause nach fünf sehr erfolgreichen Jahren bei Six Feet Under und an der Seite von weiteren guten Schauspielern nicht sofort zündete.

Es gibt zwar eine ausführliche Wikipedia Liste zu den wohl bekannten Objekten aus Lost Room, ich wollte mir aber den Spaß machen und selbst testen, wieviele ich beim Schauen der Serie eindeutig ausfindig machen konnte. Teilweise muss man dafür Szenen viele Male durchlaufen lassen und häufig Gebrauch der Pause Taste machen. Als ich dann meine Ausbeute verglichen habe, fand ich, dass ich ganz gut abschneide und einige Objekte der englischen Liste sind meiner Meinung nach gemutmaßt. Man sollte die Liste nur lesen, wenn man die Serie schon kennt. Deshalb noch eine klare SPOILER Warnung an dieser Stelle – und der Hinweis, dass ich ein Objekt bewusst heraus gelassen habe, weil manche den Spoiler eben doch überlesen.

Der Stoff bietet viel Potential und wird am Ende ziemlich offen gelassen. Schade, dass einige Fanprojekte wohl im Ansatz stecken blieben um eigene Storylines für den weiteren Verlauf zu entwickeln.

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Das verschwundene Zimmer (DVD Box)

StaffelEins Objektliste aus “Das verschwundene Zimmer”:

Armbanduhr – Kocht Eier, wenn man sie in die Mitte der Uhr legt.
Armbanduhr + Messer – Es entsteht angeblich eine Telepathie Fähigkeit.
Aschenbecher – unbekannt. (Alter Film)
Bibel – unbekannt. (Kreutzfeld)
Blaue Reisekarte (Santa Fe) – unbekannt. (Sood’s Objekt Katalog)
Bleistift – Angeblich muss man mit dem Bleistift nur einmal auf einen Tisch tippen und bekommt dafür jedes Mal einen Penny.
Brille – Löscht jedes Feuer. Lässt Elektronik versagen.
Busticket – Berührt man jemanden damit landet man auf einer verlassenen Landstraße irgendwo in die Nähe von New Mexico.
Deodorant Puder (gelb) – unbekannt. (Legionsliste, Sood’s Objekt Katalog)
Haarfärbemittel (braun) – unbekannt. (Sood’s Objekt Katalog)
Hotelprospekt – (unbekannt. (Sood’s Objekt Katalog)
Flachmann – Dreht man die Flasche auf, bleibt einer Person der Atem weg.
Frostmittelflasche – unbekannt. (Verlies)
Glasauge – Heilt oder zerstört Lebewesen.
Hemd (weiß) – unbekannt. (Verlies)
Hochzeitsfoto – unbekannt. (Maybell Smith)
Kamera – unbekannt. (Orden)
Kamm – Lässt die Zeit stillstehen, wenn man sich damit durch die Haare fährt. Besitzer kann sich noch bewegen.
Kartenspiel – Verleiht beim Betrachten eine Vision von Geschehnissen im Motel, verursacht Schmerzen.
Kaugummi – unbekannt. (Legionsliste)
Kleiderbügel – unbekannt. (Orden)
Kugelschreiber – Ein Stich mit dem Kugelschreiber kocht das Lebewesen in das er eindringt.
Likörflasche – unbekannt. (Legionsliste)
Linker Schuh – unbekannt. (Legionsliste)
Linke Socke – unbekannt. (Legionsliste)
Lupe – unbekannt. (Vision von Reuber)
Manschettenknopf – senkt den Blutdruck? (Kreutzfeld)
Mantel – Lässt keine Kugeln durch.
Münze – Lässt Erinnerungen lebendig werden, wenn man sie verschluckt. (Kreutzfeld)
Nagelfeile – Betäubt Leute.
Nagelclipper – unbekannt. (Alter Film, Kreutzfeld)
Polaroid Fotos – Zeigt dem Besitzer beim Betrachten das Innere und Äußere des Zimmers mit der Nummer 10, das sonst nicht sichtbar ist (nur in der Nähe des Motels). Intensives Betrachten ruft anscheinend auch Visionen aus dem Zimmer hervor.
Portemonaie – unbekannt. (Sood’s Objekt Katalog)
Quadratischer Gegenstand – unbekannt. (Alter Film)
Radio – Stellt man den richtigen Sender ein wächst man ein Stück, heißt es.
Rasiermesser – unbekannt. (Orden)
Rechter Schuh – unbekannt. (Verlies)
Regenschirm – Angeblich glauben andere Leute immer den Besitzer zu kennen.
Seife – unbekannt. (Sood’s Objekt Katalog)
Seifenverpackung mit Motel Schriftzug – unbekannt. (Verlies)
Schere – Kann Ziele herumschleudern.
Schlüssel – Öffnet das verlassene Motel Zimmer, der Besitzer kann in das Zimmer hinein, wenn er die Tür verschließt und wieder öffnet, kann er durch jede beliebige Tür in der Welt wieder heraustreten.
Schuhanzieher – unbekannt. (Orden)
Stempel? – unbekannt. (Verlies)
Streichholzschachtel – unbekannt. (Orden)
Taschenmesser – unbekannt. (Sood’s Objekt Katalog)
Taschentuch – unbekannt. (Legionsliste)
Telefon – unbekannt. (Orden)
Thermoskanne – unbekannt. (Verlies)
Uhr – Bewirkt, dass solides Messing gasförmig wird ohne sich erst zu verflüssigen.
Uhrenetui – Verhindert den Zerfall auf kurzer Distanz. (Alter Film, Orden)
Vase – unbekannt. (Orden)
Wasserglas – unbekannt. (Orden)
Wasserflasche mit schwarzem Etikett – unbekannt. (Verlies)
Zahnbürste – unbekannt. (Kreutzfeld)
Zeitschrift (Life) – unbekannt. (Sood’s Objekt Katalog)
Zeitung – unbekannt. (Legionsliste, Kreutzfeld)
Zigaretten – unbekannt. (Legionsliste)
Zigarettenschachtel – unbekannt. (Kreutzfeld)

Kombinationen:
Im alten Film der Sammler lösen anscheinend ein nicht definierbarer quadratischer Gegenstand, das Uhrenetui, das Nagelclipper, die Zahnbürste, der Aschenbecher und die Zigarettenschachtel nach der Benutzung mit dem Schlüssel eine katastrophale Reaktion aus, bei der umherstehende Menschen sterben oder verrückt werden. Die Besitzerin wurde als Geist im verwüsteten Nebenzimmer des Motel Zimmers gefangen.

Der Geist der Motel Besitzerin konnte wieder in die Realität geholt werden, nachdem das Uhrenetui zuerst die Auflösung der Erscheinung verhinderte und der Kamm die Zeitverschiebung aufhob.

Weitere Listen findet man hier und hier (von Fans evtl. ausgeschmückt).

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StaffelEins True BloodDiese HBO Serie hebt sich wieder einmal genussvoll von anderen Musterbeispielen des Genres ab. Als Vampir-Serie tritt True Blood recht verspätet in den Zirkel der Blutsauger auf der Mattscheibe ein. Es hat sich gelohnt etwas mehr Zeit zu investieren. Mehrere Kritiker sind hingerissen von der Story.

Ich habe die erste Staffel auf Englisch gesehen. In den ersten zwei Folgen fragt man sich, ob der Hype um diese X-te Auflage von Liebesgeschichte zwischen Mensch und Vampir gerechtfertigt ist, in den zumal durchaus gebildete Quellen einstimmen. In einer amerikanischen Kleinstadt oder eher einem Provinznest will sich so schnell keine Story entfalten. Der Umgangston ist derb und die Handlung banal, beinahe lächerlich schlecht inszeniert sind die Szenen der ersten Auseinandersetzungen.

Sookie Stackhouse (Anna Paquin – wow endlich mal eine ordentliche* Darsteller Fanpage!) trifft Bill Compton (Stephen Moyer – *besonders im Vergleich zu seiner!). Sie ist menschlich oberflächlich, arbeitet als Kellnerin und hat eine für Vampire außergewöhnliche, aber unkontrollierte Gabe des Gedankenlesens. Bill ist seit dem amerikanischen Bürgerkrieg als Vampir in den Staaten unterwegs und kein besonders mächtiger Vampir. Vampire haben sich übrigens in dieser Geschichte der menschlichen Öffentlichkeit kürzlich enttarnt und leben mehr oder weniger offen Seite an Seite.

Screen True Blood

Menschen empfinden die Vampire gemeinhin als abstoßend und meiden sie, wo es geht. Einige Menschen sind fasziniert von den Vampiren, oft aus dem Wunsch heraus, einer von ihnen zu werden. Synthetisches Blut soll der Vampir Gesellschaft das Zusammenleben mit Menschen ermöglichen, doch gewisse Riten lassen sich durch das Ersatzblut nicht so schnell und einfach umkrempeln.

Erst mit fortschreitender Handlung kommt man auf den Trichter, dass der eher unspektakuläre Beginn ein Schachzug war um 1. die Entwicklung des naiven Hauptcharakters / der Dorfbevölkerung nachzuzeichnen – Sookie weiß wenig von der Welt und so gut wie nichts von den Vampiren – und 2. den weniger anspruchsvollen Zuschauer am Anfang nicht zu überfordern. Tatsächlich glaube ich, ich hätte die Serie nach nur einer Folge im freien Fernsehen ausgemustert.

Durch das Vorliegen der kompletten Box genehmigte ich mir den Rest und mochte letztlich kaum aufhören. Ist die Serie nun wirklich gut?

Wenn man Telenovelas lange genug schaut, schwört man irgendwann doch darauf. Mit dem Abstand von zwei Wochen kann ich sagen, dass True Blood ziemlich relaxed ist, allerdings ist es auch keine Schmonzette. Es gibt wenige, aber sehr blutige Szenen, eventuell mehr Sex als in the City und das ständig wachsende Gefühl, dass man das große Ganze der Vampire irgendwann mal echt verstehen wird.

Die Zahl der kritischen, nachdenklichen Szenen erweitert sich Folge für Folge mit dem Gefühl, dass die heile Welt immer mehr Risse bekommt und selbst die noblen Figuren ihre Abgründe haben. Alan Ball (auch schon bei Six Feet Under aktiv) spielt damit, die Vampire zu entmystifizieren.

Statt der ewigen Hütung von Geheimnissen und der Angst entdeckt zu werden, lässt er die Parteien frontal aufeinander prallen und schaut was dabei rauskommt – evtl. eine Reihe vieler gefrusteter arbeitsloser Vampire, die den lieben langen Tag nichts anderes machen als synthetisches Blut zu saufen. Wer möchte, kann sich das Tru Blood aus der Serie inzwischen auch als echten Drink genehmigen.

Wer mehr zu der Serie lesen will, kann auch gern bei diesen befreundeten Blogs vorbei schauen:
Kino, TV und so
moviescape
In der Zange

Wer noch einen Artikel dazu hat, kann sich gern melden. ;)

StaffelEins Sons of AnarchyDies ist eine US Serie, die von dem US-Sender FX produziert wird. Im Mittelpunkt der Serie steht Clay Morrow (Ron “Hellboy” Perlman), der Mitglied einer Motorrad Gang im San Francisco Bay Gebiet ist. Clay entstammt dabei einer Dynastie von Verbrechern und war somit schon immer für ein Leben im Untergrund bestimmt. Der größere Handlungsbogen spannt sich darum, ob es ihm gelingt, dieses Leben, das einzige was er kennt, abzustreifen.

Auf die Serie bin ich gekommen, als mein Lokaler DVD-Store vor kurzem die Vorgängerserie „The Shield“ und die erste Staffel von „Sons of Anarchy“ bewarb (Als US-Import). Vorher kannte ich ehrlich gesagt weder eine der beiden Serien noch den Sender FX. Eine echte Neuentdeckung in jeder Hinsicht für mich. Auf Serienjunkies.de kommt Sons of Anarchy auf Platz 261 der Beliebtheitsskala womit es ganz klar zu den unbekannteren Serien gehört.

Ende der 90´ziger gab es im Orange County (Kalifornien) einen großen Rocker Krieg und auch heute, bei uns in Deutschland kommt das Thema immer mal wieder hoch, zumindest bei Spiegel TV. Das dürfte wohl auch der Grund sein, warum ich mich für die Serie entschieden hab.

Screen SonsOfAnarchy

An dieser Stelle mache ich einmal das Fazit am Anfang und sage, dass die Pilot Folge eigentlich nichts besonderes ist. Sex and Crime und ein Hauch von Intrige wehen die Serie, ohne Sie wirklich voranzubringen, fast wieder aus. Es hat mich also nicht so vom Hocker gerissen.

Zu Gute halten möchte ich der Serie drei Dinge: Erstens, Pilotfolgen fallen  immer ein wenig anders aus, als die spätere Serie.  Zweitens, sind die Kommentare in anderen Blogs zu der Serie durchweg positiv ausgefallen. Drittens, finden sich bei YouTube viele Ausschnitte aus Serie in der der Audiotrack gerippt wurde. Die Musik scheint also den Geschmack der Masse zu treffen.

Bleibt als Letztes zu sagen, dass in den USA bereits die zweite Staffel gesendet wird und eine dritte wohl schon in der Mache sein soll. Die Amis haben Gefallen an der Serie gefunden.

Im Mittelpunkt der Serie steht ein Motorrad Club namens “Sons of Anarchy” in der fiktiven Stadt Charming. Während sie am Tag ganz normalen und gutbürgerlichen Arbeiten nachgehen, gehens sie nachts und am Wochenende ihrer kriminellen Passion nach. Hauptsächlich heißt das: Verkaufen von Waffen an rivalisierende Gangs. Jack, der Hauptdarsteller der Serie (Charlie Hunnam), ist Mitte oder Ende zwanzig und in dem Club aufgewachsen. Sein Vater hat den Club gegründet und sein Stiefvater ist zurzeit der President des Clubs. Seine Mutter Jenna, übrigens der wohl stärkste Charakter in der Serie, wird von Katey Sagal gespielt, trat schon als Al Bundy’s Ehefrau Peggy auf. Für so eine gute Schauspielerin hätte ich sie dann doch nicht gehalten.

StaffelEins Robin Hood

Leute, die Geschichte studiert haben, mögen mir manche Mischungen von Begriffen in diesem Artikel verzeihen oder per Kommentar darauf hinweisen, ich korrigiere Fehler gern! Der erste Artikel zu dieser Serie rund um Robin Hood ist hier zu finden. Die zweite Hälfte der Staffel beginnt mit einem Streuner, der schwerbewaffnete Tempelritter verfolgt, die den Sherwood Forrest durchqueren. In der Nacht beobachtet er sie bei einer religiösen Zeremonie. Der Name der Folge ist “Seven Poor Knights From Acre” auf deutsch einfach nur “Die Kreuzritter”.

Am nächsten Morgen, sieht man Robin und seine langsam wieder erstarkte Truppe bei einem Bogenschützen Wettkampf, der Streuner läuft ihnen in die Arme, darf aber weiter ziehen. Kurz darauf preschen die Kreuzritter hervor. Beide Seiten verlieren einen Mann im Kampf – zudem wird Much gefangen genommen. Die Kreuzritter bringen ihn in ein Dorf, in dem wenig später die Lage vom Sheriff von Nottingham überprüft wird. Er erkennt Much und erfährt von der deutsch-französisch Kauderwelsch sprechenden Templertruppe, dass sie es auf den gemeinsamen Feind abgesehen haben. Um Zeit und Männer zu sparen, lässt er die Ritter bleiben – in der Hoffnung, dass sie sein Problem mit Hood lösen.

Währenddessen erfährt Robin Hood, das die Ritter nur deshalb so aufgebracht sind, weil ihnen eine Reliquie gestohlen wurde. Es muss der Streuner gewesen sein. Bei einem Rettungsversuch für Much nimmt der Anführer der Kreuzritter Robin sein Schwert ab, lässt ihn aber laufen. Robin muss sich beeilen und den gestohlenen Gegenstand wieder beschaffen. Dieser befindet sich jedoch in der Gewalt des Sheriffs, nachdem der Dieb von Soldaten aufgegriffen wurde. Es ist nicht ganz klar, ob Robin es schafft tatsächlich das Original wieder zu beschaffen, leider ist die Serie an dieser Stelle ungünstig geschnitten. Er bringt dem Anführer einen Gegenstand und Much wird freigelassen. Trotzdem setzen die Ritter noch einmal an um die beiden zu töten, allerdings haben die gepanzerten Reiter keine Chance gegen Robins Leute am Waldrand und der Held der Serie bekommt sein Schwert wieder.

Screen Robin 3

Alan A Dale (Der Minnesänger) ist der Titel der fünften Folge. Objektiv gesehen, die erste Robin of Sherwood Folge, die man sich aus heutiger Sicht anschaut und sagt, dass Storyaufbau, Schnitt, Darstellung und Szenerie komplett überzeugen können. Selbst der Humor trifft diesmal exakt den Punkt. Ich würde sagen, es war der Durchbruch um die Zuschauer damals endgültig einzufangen. Alles passt ineinander und wird mit einem überraschenden Ausklang abgerundet. Little John beginnt eine geheime Liebschaft in einem Dorf. Als er an einem Tag von Soldaten gesehen wird, kann er zwar fliehen, er kann nun aber nicht mehr zurück und die Bewohner müssen dafür büßen.

Robin Hoods Männer greifen einen Minnesänger auf, der durch den Wald zieht – und übrigens genial geschauspielt wird. Sie wollen ihn nach kurzer Überprüfung schon wieder ziehen lassen, da sagt er beiläufig, er wäre unterwegs nach Nottingham um den Sheriff zu töten. Das macht die Bande wiederum neugierig. Es stellt sich heraus, dass der Sheriff sich mal wieder Geld beschaffen will. Zu diesem Zweck hat er einer Hochzeit zwischen ihm und der 16 Jahre alten Tochter eines reichen Barons eingewilligt, sowie der damit verbundenen großen Mitgift. Sie liebt jedoch insgeheim und doch sehr offen den Minnesänger.

Die Gefährten versuchen Guy von Gisburne bei der Überführung der Verlobten samt deren Mitgift zu überrumpeln. Der Versuch scheitert jedoch, denn weder das Geld kommt in ihre Finger, weil es eigentlich schon mit einem anderen Transport überbracht wurde – und die Verlobte entkommt durch einen mutigen Ausbruch Gisburnes. Genial versuchen sie es mit einer List noch einmal, indem sie den Minnesänger, der dem Sheriff und den Soldaten unbekannt ist, als Priester für die Vermählung einschleusen – die daraus entstehenden Dialoge sind sehr lustig. Der Raub der Verlobten gelingt und der Minnesänger darf sich mit ihr von Bruder Tuck trauen lassen. Sieger der Geschichte ist zum ersten Mal aber der Sheriff, der den Braten gerochen hat und eigentlich nur wollte, dass ihm die Frau gestohlen wird. Die Geldkisten, die Robins Männer stehlen, sind mit Steinen gefüllt. Die Tatsache, dass der Sheriff geistig doch mehr drauf hat und Robins Vorgehen voraussagen konnte, ist als Wendepunkt prägend für die Geschichte.

Screen Robin 4

Das Staffelfinale trägt den Namen “The Kings Fool” (Richard Löwenherz). Die Robin Hood Legende hat im Laufe der Zeit viele Mythen erschaffen. Einer davon ist, dass Robin Hood irgendwann vom rechtmäßigen König, Richard Löwenherz, zum Ritter geschlagen wird, als er von einem Kreuzzug nach England zurückkehrt und der königstreue Robin nur gegen den gefährlichen und verantwortungslosen Bruder des Königs rebelliert hatte. In manchen Geschichten hat Robin daraufhin lange Zeit für König Löwenherz erfolgreich in diversen Schlachten gekämpft. Diese Mythen sind laut Wikipedia nicht übereinstimmend mit den Texten der frühesten Balladen um Robin Hood. Löwenherz gilt aber nicht nur in England heute vielen Leuten noch als Idol.

Die Serie greift dennoch ein Zusammentreffen von Löwenherz und Hood auf. Robin rettet dem König tatsächlich das Leben, als dieser von Räubern im Sherwood Forrest überfallen wird. Der König gibt sich zunächst nicht zu erkennen, beweist sich als guter Gast im Lager und nach einem Ringkampf, in dem er Little John besiegt, lässt er die Maskerade fallen. Er lädt die Sherwood Bande nach Nottingham als Gäste ein, was Gisburne und dem Sheriff nicht gefällt. Er verspricht allen, sie sollen freie Männer sein und Land bekommen, aber er brauche sie dafür auch in der Normandie gegen französische Kriegsherren um England zu schützen. Nasir entscheidet sich zu gehen, er will mit dem Krieg nichts zu tun haben, da er religiös motiviert ist. Die anderen sind zunächst vom Charisma des Königs beeindruckt, zweifeln aber irgendwann, teilweise auch aus Angst bald Soldaten zu sein. Robin will sein Wort gegenüber dem König halten, stellt ihn aber offensiv vor einer großen Runde mit Adligen zur Rede um sich der Integrität des Herrschers zu versichern.

Der König versucht Robin zu überzeugen, kann aber nicht einschätzen, ob er damit wirklich Erfolg hatte. Nachdenklich ruft er den Sheriff später zu sich, der ihm versichert, es werde Ärger mit Robin Hood geben. Richard Löwenherz entscheidet sich, dem Sheriff einen Mordauftrag zu geben ohne ihn direkt damit in Verbindung zu bringen. Erledigen soll das mal wieder Gisburne. Der Versuch misslingt, Gisburne bekommt einen Pfeil in den Rücken. Im Gegenzug trifft er jedoch die mit Robin flüchtende Lady Marion tödlich. Als sie sich im Todeskampf befindet, meldet sich der Geist von Herne the Hunter bei Robin und erinnert ihn daran, das er doch magische Kräfte hat, was Pfeile angeht, deshalb muss er nur den Pfeil entfernen, das Rad der Zeit dreht sich kurz und Marion ist wieder gesund.

Das Ende einer großen Folge ist damit für mich leider etwas verpatzt worden. Ich glaube hier hat ein Produzent nicht den Tod von Marion durchziehen wollen, nach einer sehr mutigen Entscheidung, King Richard in einer englischen Serie als Antihelden darzustellen. Die Artikelserie geht bald mit der 2. Staffel von Robin of Sherwood weiter.

StaffelEins Robin HoodDiese britische Serie, die in Deutschland erstmals im Oktober 1984 auf dem ZDF lief, ist für mich eines der Highlights der TV Geschichte. Ich habe sie im Beisein meines größeren Bruders geschaut, das war eine Zeit, als auch die Sesamstraße mir noch viel zu bieten hatte. Obwohl die Sesamstraße zweifellos noch heute von mir geschätzt wird, sehe ich diese Robin Hood Serie, von der ich mir Staffel 1 und 2 aus England importiert hatte, kaum mit weniger Faszination an.

Ich hatte immer das Gefühl, dass ich diese Serie noch einmal komplett nachholen muss. Meine Erinnerungen sind inzwischen lückenhaft – ab und zu läuft Robin of Sherwood heute noch auf dritten Programmen im Free TV. Wenn ich zufällig eine Folge erwischte, war ich sofort wieder beeindruckt, aber ich vergaß die Sendetermine immer wieder. Daher kam vor 3 Jahren der Entschluss, mir die Serie endlich zu kaufen um sie dann bis jetzt nach dem Schauen der ersten Folge liegen zu lassen – inzwischen gibt es übrigens deutsche DVD Boxen.

Zugegeben, die erste Folge wirkt manchmal, als wenn sich ein paar professionelle LARP Spieler im Wald getroffen haben und an vielen Stellen fehlt noch die Charakterzeichnung, die man später so liebgewinnt, aber man erkennt ohne Weiteres, dass diese Serie eindeutig als Vorlage für den Riesenerfolg der Robin Hood Verfilmung mit Kevin Costner im Kino war. Doch wirkt diese Serie echter, dunkler und mysteriöser – gerade zu experimentell, wenn auch mit großem Budget ausgestattet. Man setzte bei der Rollenverteilung gezielt auf Schauspieler, die nicht in das Model Schema passten. Es sind dreckige, verschwitzte Menschen mit körperlichen Abweichungen vom Idealdurchschnittsmaß zu sehen. Eine Ausnahme sind dabei höchstens Robin Darsteller Michael Praed und Marion Darstellerin Judi Trott. Zunehmend zeichnet die Serie sich als großes Abenteuer aus, das trotz vieler Mystery Elemente sehr real dargestellt ist – vor allem durch Verweise auf gesellschaftspolitische rauhe Sitten und Normen im Mittelalter – in denen die Helden nicht unverwundbar sind.

Screen Robin 1

Der Pilot besteht aus einer Doppelfolge. Im englischen Original “Robin and the Sorceror” Part 1 und 2. Die deutschen Titel lauten. “Der magische Pfeil” und “Der Wettkampf”. Im ersten Teil wird die Handlung schnell auf die Gruppenfindung zugeschnitten. Robins Familie und Dorfgemeinschaft wird von Söldnern niedergemetzelt als er Kind war. Mit seinem Gefährten Much lebt er vogelfrei und stiehlt Wild im Gehölz des Sheriffs von Nottingham, der den Namen Sherwood trägt. Sie werden aufgegriffen und landen im Kerker.

Sie treffen auf Will Scarlet, der wegen Mordes einsitzt und fliehen gemeinsam und gewalttätig. Im Wald trifft Robin auf den von Hexerei besessenen Little John, den er im Zweikampf besiegt, was den Hühnen von seinem Fluch befreit. Er wird zu dem wohl treuesten Gefolgsmann Robin Hoods. Nachdem der adlige Guy von Gisburne (einer meiner absoluten Lieblingsschurken, gespielt vom leider verstorbenen Robert Addie) ein wehrloses befreundetes Dorf auf der Suche nach den Entflohenen niederbrennt und Einwohner tötet, rächen sich die Gefährten und entführen dabei zufällig Lady Marion. Zwischendurch hat Robin von der Sagengestalt und Geist “Herne the Hunter” eine große Prophezeiung samt legendärem Schwert erhalten.

Screen Robin 2

Der zweite Teil beginnt damit, dass Robin sich den Pfeil von Herne the Hunter beschaffen will. Der bekannte Soundtrack von Clannad entfaltet jetzt seine Wirkung. Wem die Geschichte von Robin Hood bekannt ist, wird hier das Bogenschützen Turnier wieder erkennen, bei dem er als alter Mann verkleidet antritt und den Sieg durch einen gespaltenen Pfeil davon trägt. Der Sheriff, der Hood in eine Falle locken wollte, lässt sich düpieren. Der geheimnissvolle Dritte im Bunde, ein Baron, der sich schwarzer Magie bedient, hatte es ebenfalls auf das Artefakt abgesehen.

Da der Sheriff ihm Geld schuldet verlangt der Baron zur Begleichung statt Geld die Auslieferung Lady Marions in seine Gewalt. Der Sheriff lässt sich darauf ein, während der anwesende Mönch Bruder Tuck alles mit angehört hat und verzweifelt versucht Marion in den Sherwood Forrest zu bringen, bevor er von Schergen des Hexenbarons überwältigt wird. Robin zieht aus und kann den Hexer, dessen Schloss und Hofstaat sehr cool dargestellt wird, mit Hernes Pfeil besiegen und Marion befreien. Seine Gefolgleute werden jedoch in einen heftigen Kampf mit Guy von Gisburne verstrickt, wobei mehrere Charaktere an die man sich gewöhnt hatte umgebracht werden. Darunter Tom und Decon mit denen Robin anfangs aus dem Kerker des Sheriffs floh. Ein weiterer vormals Besessener wird aus dem Bann des Hexers befreit. Nasir, der wortkarge Sarazene schließt sich Robin an. Niemand außer den beiden erfährt es, aber Nasir ist als einziger fähig, Robin im Schwertkampf zu besiegen.

Die dritte Folge “Die Hexe von Elsdon” beginnt wieder mit dem verrückten Guy von Gisburne. Eine Frau hat ihn zurückgewiesen, er lässt sie als Hexe anklagen und sie wird zum Tod verurteilt. Da sie eine Gelehrte ist, was Heilkunst, Kräuter und Gifte angeht, beschließt der Sheriff von Nottingham ihr einen Handel anzubieten. Sie kann leben, wenn sie sich bei Robins Gefährten einschleusen lässt und sie mit einem Schlaftrank wehrlos macht. Schließlich hat die Bande gerade seinen getarnten Steuereintreiber aufgebracht und ist zahlungsfähiger als je zuvor. Doch sein Plan geht nicht auf, die Gemeinschaft wird um eine Heilerin reicher und der Sheriff um einen weiteren Gefangenen ärmer.

Die Artikelserie mit den Geschichten um Robin of Sherwood wird hier fortgesetzt.

StaffelEins Breaking BadIm Mittelpunkt dieser Serie, die bei AMC läuft, steht Walter White (Brian Cranston), ein vielleicht fünfzigjähriger Chemielehrer, der in seinem bisherigen Leben nicht gerade vom Glück verfolgt wurde. Sein Sohn ist behindert, seine Frau Schwanger, er selbst hat Lungenkrebs und sein Auto sieht echt scheiße aus (irgend ein Pontiac). Dafür hat Walter kein Geld, keine Zukunft (sein Krebs ist tödlich) und keine ordentliche Arbeit. In den USA ist Lehrer an einer öffentlichen Schule kein gut bezahlter Job, so das Walter nebenbei in einer Waschstraße jobben muss, bei der auch seine Schüler ihre Autos vorbeibringen zum Waschen.

Mit Jesse (wie Jesse James), einem ehemaligen Schüler, meint Walter einen Ausweg aus seiner verfahrenen Situation zu erkennen. Durch das Kochen (Herstellen) und Vertreiben von Methamphetamin (hier Crystal genannt), wobei Jesse den Vertrieb und er selbst die Herstellung übernehmen möchte. Natürlich verläuft die Umsetzung dieser Geschäftsidee nicht ohne Probleme und schon nach wenigen Folgen verlieren die beiden die Kontrolle und mächtige Kriminelle drängen sich ihnen auf.

Screen Breaking Bad

Wie auch schon Weeds setzt sich Breaking Bad thematisch mit dem Thema Drogen und untere weiße Mittelschicht auseinander. Anders als Weeds nicht im Gilmore Girls-Stil sondern mehr im CSI-Stil. Wer also RTL nicht mehr schaut, weil ihm CSI zu eklig ist, der wird mit dieser Serie nicht glücklich werden. Dabei macht die Serie nicht den Fehler, die Drogen, den Drogenkonsum und die organisierte Kriminalität zu verharmlosen, wie es bei Weeds meiner Meinung nach passiert oder gar zu glorifizierend, wie zum Beispiel die Sopranos. Walter entwickelt sich zum Anti-Helden und dessen Kompagnon Jesse zur tragischen, immer alles misslingenden Figur, die einfach gar nichts auf die Reihe bekommt, obwohl man ihm einmal ein wenig Glück gönnen würde.

Insgesamt finde ich die Serie sehr gelungen, sie ist unterhaltsam und kurzweilig. Außerdem halte ich der Serie zu Gute, dass sie die amerikanische Mittelstandsgesellschaft thematisiert, ohne in das sonst übliche Klischee abzuschweifen. So nach dem Motto, alles was es braucht ist Liebe, Glaube an Gott und die Familie.

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In den USA läuft übrigens schon die zweite Staffel. Damit jeder sich einen Eindruck verschaffen kann hab ich mal ein Video bei YouTube rausgesucht von Associated Press.

Die erste Breaking Bad Staffel ist schon auf Deutsch erhältlich und kostete bei der letzten Aktualisierung des Artikels 29 Euro

StaffelEins Tatort

Der gestrige Tatort “Tote Männer” wurde bereits im Vorfeld ambivalent angepriesen, wie zum Beispiel in der taz. Kommissarin Inga Lürsen und ihr Kollege Stedefreund stehen vor der Aufgabe, zunächst einen Mord an einem jungen Mann namens Malik aufzuklären, der scheinbar mit heruntergelassener Hose aus der Weser gezogen wurde. Nach kurzer Zeit kramen die Beamten einen zweiten Toten aus dem Archiv, der bereits zwei Jahre zuvor in ähnlichem Zustand aus der Ostsee in Lübeck angespült wurde. Ein weiterer Mann wird bald vermisst, der Malik mehr als nur kannte. Der Vermisste hat zusammen mit Malik noch am selben Abend dessen Todes versucht in eine Kleintierhandlung einzubrechen und wurde dabei von Kommissar Stedefreund und der Tochter von Kommissarin Lürsen überrascht. Die beiden verbringen einen One-Night-Stand von dem aber die Kommissarin nichts erfahren soll, deshalb verschweigen sie auch den versuchten Einbruch, den sie erfolgreich vereitelt haben. Angesichts der Tatsache, dass die Tochter bereits 27 Jahre alt ist, eine nicht umfassend verständliche Zurückhaltung von Information.

Jedenfalls haben die beiden toten Männer gemeinsam, dass sie sich gelegentlich für Sex mit Männern bezahlen lassen. Einer der Freier Maliks war der Handwerker Leon Hartwig. Bereits nach kurzer Zeit stellt sich heraus, dass Hartwig zur Zeit des Ostsee-Toten ebenfalls an Ort und Stelle war. Stedefreund vermutet richtigerweise einen Zusammenhang. Erst am Schluss stellt sich jedoch heraus, dass nicht Hartwig die beiden umgebracht hat.

Der zunächst verdächtige Freund von Malik, “Raoul”, versucht Hartwig zu erpressen. Obwohl Hartwig nicht der Mörder ist und denmach auch eigentlich nichts zu befürchten hat, stellt sich heraus, dass es keine gute Idee war, dem Handwerker und seiner schwangere Frau vor der Neubau-Eigenheim Idylle aufzulauern. Alsbald ist Raoul verschwunden.

Am Geständnis von Stedefreund an seine Kollegin, dass er sich mit ihrer Tochter vergnügt hat, führt kein Weg mehr vorbei. Als wollte er die Nacht wieder gutmachen, verrennt sich Stedefreund in den Verdacht, der brave Handwerker habe alle drei Männer umgebracht. Den Zuschauern wird  einigermaßen differenziert beleuchtet, dass Hartwig sowohl seine Frau und das Eigenheimidyll  liebt, als auch, ab und zu, “etwas anderes braucht”, einen Mann zum anfassen. Hartwig ist glaubwürdig und er tut einem fast leid, so gefangen ist er in der für solche Lebensentwürfe verständnislosen Gesellschaft.

Screen Tatort

Für Stedefreund sieht die Welt anders aus, Frau liebt Mann, Mann will nur One-Night-Stand, fertig. Schwierige Beziehungen sind scheinbar nicht sein Ding, da reicht schon eine kleine Herausforderung (die Mutter) und er sagt Nein, danke. Dehalb kann er auch nicht verstehen, wie Hartwig so leben kann und vermutet Arglist und Tücke hinter der Handwerkerfassade. Er setzt seiner Fixierung schließlich die Krone auf, indem er den Betonboden wieder aufbrechen lässt, bei dem Hartwig das Eingießen beaufsichtigt hat. Stedefreund vermutet Raoul einbetonniert. Zum Vorschein kommt allerdings nur eine Katze, die wohl versehentlich in die stockende Masse geraten ist.

Weitere Verdächtige, wie der Cousin von Malik und der Besitzer der Kleintierhandlung, in die Malik und Raoul einbrechen wollten, haben zwar auch einiges auf dem Kerbholz aber umgebracht haben sie bisher nur Hunde, mittelbar, durch die Veranstaltung illegaleler Hundekämpfe. Ein kleiner Nebenkriegsschauplatz, damit Frau Kommissarin, nebst Bandscheibenvorfall, adoptiertem Hund und Tochter, auch mal wieder ins Bild kommt.

Ok, und wer ist jetzt eigentlich der Mörder?

Die Sache ist mehr als einfach, wenn man weiß, dass Fritzi Haberland die schwangere Ehefrau von Hartwig darstellt. Als alte Krimimimi habe ich aus etlichen Folgen abgeleitet:  je bekannter die Bestzung der Rolle, desto verdächtiger die Person. So konnte ich am Sonntag im Bremer Tatort wieder gelassen “siehste” sagen. Der Mörder ist eine Sie: Fritzi wollte ihren Leon Hartwig für sich alleine. Dafür war sie bereit, alles in ihrer Macht stehende zu tun. So hatten die beiden Strichjungen den Messerstichen der harmlos aussehenden Durchschnittsfrau nichts entgegen zu setzen. Beinahe hätte sich auch noch Stedefreund in die Reihe der toten Männer mit heruntergelassenen Hosen eingereiht. Doch zum Glück, in letzter Sekunde eilt Kommissarin Lürsen zur Hilfe, Stedefreund kommt mit einem Schlitz im Bein davon. Dann darf er sie auch noch umarmen, zur Versöhnung, und an der anderen Kommissarinnenschulter lehnt die Tochter.

Insgesamt ein guter Tatort-Abend, sehenswerte Schauspieler und glaubwürdiges Drehbuch sowie Regie. Der Drehbuchautor beweist auch noch Humor, die Schwulenkneipe in der sich Malik und seine Freunde treffen trägt den Namen “Hinterzarten”. Wie gesagt, gutes Fernsehen. Ich habe wenig zu kritisieren.  Eine ortskundige Bloggerin und ihre Kommentatoren beanstanden die nicht authentisch wiedergegebene Bremer Tatort Kulisse . Das nur zur Vollständigkeit. Weitere Hinweise nehmen wir wie immer gerne in den Kommentaren auf.

Der Tatort wurde in der ARD am Sonntag, 14. Juni 2009, 20.15-21.45 Uhr gesendet. Weitere  Detail-Informationen zu den Schauspielern findet die ZuschauerIn auf der Webseite von Radio Bremen.

StaffelEins MentalistDie Serie läuft nun seit etwa einem Monat auf Sat1 und ich bin spät eingestiegen. Simon Baker spielt die Hauptrolle eines leicht übersinnlichen oder mit besserer Wahrnehmung ausgestatteten früheren TV Psychologen, der anscheinend durch den ungeklärten Mord an seiner Frau und seiner Tochter aus der Bahn geworfen wurde und nun eine Polizei Einheit unterstützt. Erst seit Ende 2008 läuft die Serie in den USA und wurde dort zu einem Überraschungserfolg, den man sich nun am Sonntag um 21:15 Uhr ins Programm legte.

Man kommt zudem mit wenigen Spezieleffekten aus, Patrick Jane, so wird er in der Serie genannt, muss den Leuten häufig nur intensiv genug in die Augen schauen oder seine Umgebung mit einem Seitenblick würdigen, dann gibt es ein paar verschwommende Erinnerungs-/Vergangenheitsblenden und die Ermittlungen laufen in die richtige Richtung. Bei sovielen Zuschauern für so einfach gelöste Fälle  wurde von CBS wahrscheinlich auch aus streng wirtschaftlichen Überlegungen heraus gleich mal eine komplette 23 Folgen Staffel bestellt, im Gegensatz zu einigen traurigeren Fällen der jüngsten Seriengeschichte. In “Beste Freundinnen” grenzt Jane jedenfalls geschickt jede Hilfe der normalen Polizei aus und verlässt sich auf sein Gespür für das überlebende Opfer zweier Freundinnen, das nach einem brutalen Angriff unter Amnesie leidet.

Screen Mentalist

Die englischen Titel der Folgen sind bis Folge 13 alle mit dem Wort Red=Rot ausgestattet, danach wird zumindest meistens ein Wort eingesetzt, das mit der Farbe assoziiert werden kann. Wahrscheinlich erlebt man an diesem Punkt einen entscheidenden Fortschritt in der Storyline, ansonsten sind die Fälle mit hoher Chance am Ende der Folge abgeschlossen. Weitere große Plots, als der von Patrick Jane, waren für mich jedenfalls nicht erkennbar. Rot hat etwas mit dem Namen oder Spitznamen des gesuchten Killers zu tun. In Deutschland wurde die Benennung der Folgen nicht am Original ausgerichtet. Auf Beste Freundinnen von heute, wird am 5. April – Tisch 43 folgen.

Von mir aus ist The Mentalist ein durchaus ordentlicher Krimi-Baustein für den Sender, mir gefällt die Auswahl der Schauspieler, man kann auch durchaus an solch einer “mittendrin” Folge dranbleiben und wird nicht ermüdet. Andererseits fiebere ich dem nächsten Fall auch nicht sonderlich entgegen oder warte auf glorreiche Einfälle. Dazu muss ich sagen, dass ich die zahlreichen CIS/CSI Geschichten noch weniger ansprechend finde. Krimi Fans dürfen ruhig einen Blick wagen.

Hinweis:

The Mentalist erscheint im August 2009 bei amazon auf DVD

StaffelEins FringeÄußerst schwer vergleichbar sind Terminator und Fringe in jedem Fall. Letztlich ist aber für mich schon nach dem Pilot und einem Teil der zweiten Folge klar, dass der Montagabend jetzt qualitativ besser für Pro7 dasteht als vorher. Dabei ist Fringe nicht so reißerisch und penetrant, wie die wochenlang vorher geschaltete Werbung des ausstrahlenden Senders, wegen der ich eigentlich gar keine Lust hatte in die Serie einzusteigen. Ich zappte anfangs sogar noch zu einem anderen Kanal…besann mich jedoch, denn irgendwo habe ich nun doch eine gewisse Verantwortung für unseren Blog verspürt – und ich wurde belohnt.

Fringe – Grenzfälle des FBI läuft in den USA bei Fox. Hört sich stark nach einem Wiederaufleben von Akte X an. Die Fälle mögen sich wohl ähneln, allerdings fehlen die unerklärlichen Hintergründe bei Mulder & Scully und die Ermittlungen werden von einem Trio durchgeführt, die durch das Büro nicht behindert, sondern gefördert werden – allerdings ist das FBI auch diesmal bereits von anderen Interessensgruppen unterwandert worden.

Screen Fringe

Keine völlig abwegigen Außerirdischen, Vampire oder PSI Begabten machen dem Team zu schaffen, sondern halbwegs realistische Gen-Manipulationskünstler und andere Laborratten unter dem Deckmantel größenwahnsinniger, offen im Verborgenen handelnder Industriekapitäne. Dagegen haben wir als einzige Lösung einen genialen Wissenschaftler, der in dieser Grenzforschung als einziger die nötigen Querdenkerfähigkeiten besitzt und fast alles erstmal mit der Hilfe von Kokain behandeln kann, normal müsste er weiterhin bis zum Lebensende in einer Nervenheilanstalt verwahrt werden. Trotzdem ist die Figur von Dr. Walter Bishop, gespielt von John Noble, der eine schreckliche offizielle Website besitzt, mit das beste, was mir an Charakteren in der jüngsten Krimi Geschichte untergekommen ist.

Unterstützt wird er von Peter Bishop (Joshua Jackson) und Olivia Dunham (Anna Torv). Er ist der Sohn des Wissenschaftlers und war MIT Student, zuvor ist er anscheinend in höchst fragwürdige weltweite Deals verwickelt, nun zeigt er aber ein für meinen Geschmack vielleicht zu gutes Herz und lässt sich als Aufpasser für seinen Vater einspannen. Sie ist die Hauptfigur, die ihren eigenen Liebhaber und Kollegen erst rettet um dann festzustellen, dass er für die unbekannte Gegenseite arbeitet, daraufhin jagd sie ihn zu Tode und die Serie kann so richtig beginnen.

In dem ersten gemeinsamen Fall ermittelt man gegen einen Frauenmörder, der schnell alternde Embryos einsetzt, trotzdem ist er nur ein Opfer von etwas Größerem und versucht lediglich sich selbst zu retten ohne um Hilfe zu fragen. Was soll man abschließend sagen? Die Serie ist in jedem Fall Up-to-Date. Zügig, charakterstark, technisch, gegenwärtig, atmosphärisch – witzig, da sie sich selbst nicht komplett ernst nimmt und doch mit einem gewissen Spannungsfaktor ausgestattet ist. Außerdem prognostiziere ich, dass man auch ein paar Folgen im Gegensatz zum abgefahrenen Lost verpassen kann.

PS: Terminator war allerdings um Längen besser, als das auf Fringe folgende Primeval

Die erste Staffel von Fringe soll laut amazon am 21.08.2009 für 39 Euro erhältlich sein

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