Im eigentlichen Sinne ist „Star Trek: Phase II“ keine Serie, sondern ein sogenannter Fan Trek. Dies sind Filme, die von Trekkies gedreht wurden und in der der Regel ohne finanzielle Interessen über das Internet vertrieben werden. Häufig werden die besseren Projekte bei Conventions gezeigt und durch Gastauftritte von Star Trek Schauspielern geadelt, vorausgesetzt es gibt mehr als einen nur einen Film. Diese Star Trek Kultur liegt bereits schon viele Jahre in der Vergangenheit, bereits bei meiner ersten Star Trek Convention, ich glaube das war 1996 in Hamburg, wurden bereits selbst gedrehte Kurzfilme gezeigt und der beste von ihnen wurde premiert. Ich erinnere mich noch sehr gut an einen Film, weil man im Hintergrund der Brücke das Hörmann Garagentor erkennen konnte. Die Qualität der Filmchen war damals niedrig und sie wirkten deswegen alle automatisch immer auch komisch, obwohl sich die meisten sehr ernst nahmen.
Seit damals hat sich viel verändert und mit dem Open Source Gedanken, der die Softwarewelt der Office Anwendungen revolutioniert hat, kam es auch zu einer Professionalisierung des Fan Treks. Wobei vor allem „Intrepit“ aus Schottland und das „Hidden Frontier“ Wegbereiter waren, sie waren die ersten, die sich eine eigene Fanbase aufbauen konnten. Ein drittes Projekt war „Star Trek: New Voyages“, das mittlerweile in „Star Trek: Phase II“ umbenannt worden ist und wohl derzeit das ambitionierteste Fan Trek ist. Mit einem Budget von 70.000 $, setzt diese Serie da an, wo die erste Enterprise (TOS) unter Kapitän James T. Kirk vor über 30 Jahren das Staffelholz fallen gelassen hat. Die Charaktere Spock, Pille usw. bleiben also die selben nur die Darsteller sind halt andere.
Die erste Folge Blood and Fire Part 1 basiert auf einer Story, die für TNG geschrieben, aber nicht verwirklicht wurde, wegen einer angeblichen schwulen Szene im Film. In der Folge muss die Enterprise auf den Notruf eines anderen Raumschiffes reagieren, das in der Gefahr schwebt in eine Sonne zu stürzen. Als die Enterprise eintrifft und Spock mit einem Außenteam rüber beamt, stellt sich heraus, das die Besatzung tot ist – getöted durch eine misteriöse Krankeit, genannt die Blutwürmer. Um eine Ausbreitung der unheilbaren Krankheit zu verhindern, soll Kirk das Raumschiff zerstören. So endet zumindest der erste Teil, den man sich bereits im Internet auf der Webseite des Projektes www.startreknewvoyages.com herrunterladen kann.
Was wirklich beeindruckt: Die Qualität ihrer Kulissen, die Kostüme und die Kosmetik. Sie sind mit denen von aktuellen Serienproduktionen vergleichbar und schlagen die des Originals um Längen. Das alleine sollte schon dazu animieren sich den Film herunter zu laden. (Warum auch nicht, kostet ja nichts). Die Spezialeffekte sind auch noch ganz in Ordnung, gleiches gilt für die schauspielerische Leistung der einzelnen Akteure, auch wenn man hier schon den semi-professionellen Anspruch spürt und nicht mit der Qualität der letzten Voyager oder DS9 Staffel mithalten kann.
Ich möchte jedem, der es noch nicht hat einmal an Herz legen sich diese Folge anzuschauen und der Sache eine Chance zu geben, zumal es jetzt in den Sommerferien eh nicht so viele neue Staffeln im Fernsehen gibt.
Alf – Komplette Serie – Rückblende – ab 04.09.2009 auf DVD
Meine erste TV-Serie, die ich im Fernsehen geschaut hab, war ALF. Damals – in der guten alten Zeit lief die Sendung noch beim ZDF im Nachmittagsprogramm. Das war meine erste Berührung mit einer amerikanischen Sitcom und ich weiß noch, wie sehr mich diese eingespielten Lacher verwirrt haben, denn das vermeintliche Publikum war nie zusehen.
Das Einspielen von Lachern ist mittlerweile ja wieder ein wenig aus der Mode gekommen. In den Achtzigern waren Außerirdische noch knudellige Kuscheltiere, die an sich nichts bösartiges hatten, außer das sie gerne Katzen essen und ihre Gasteltern in den Wahnsinn treiben. Mit dem Kinofilm Independence Day änderte sich die Einstellung der Außerirdischen uns Menschen gegenüber. Seitdem wollen sie uns wahlweise vernichten, versklaven oder entführen.
Die Spannung in der Serie entsteht meistens dadurch, dass Alf etwas anstellt (meistens absichtlich) und die Familie Tanner muss anschließend den Fehler wieder ausbügeln. Sie kommt dadurch in ungewöhnliche oder peinliche Situationen. Daneben lebt die Familie ihr normales Leben und Alf kommentiert dies mit seinen außerirdischen Einsichten. Die sind allerdings selten tiefgründiger Art, eher ist das was zum Schmunzeln. Eine sehr gute Serienbeschreibung hab ich auf www.fernsehserien.de gefunden. Wer mehr wissen möchte – einfach einmal dort nachschauen. Ein wenig abrupt kam das Ende der Serie, die vierte Staffel endete noch mit einem Cliffhanger, eine fünfte Staffel wurde dann nicht mehr aufgelegt.
Als 1988 die Serie Alf, damals in Deutschland, anlief, hab ich diese verdammt gerne geschaut, es war witzig und abwechslungsreich und immer gut für 45 Minuten Unterhaltung. Typische Redewendungen fanden dementsprechend Eingang in den Alltagsgebrauch. Ein „Null Problemo“ rutscht mir auch heute noch ab und zu mal raus. Ansonsten sind die Erinnerungen an die Familie Tanner mit Willi, Lynne, Brian und – wie hieß die Mutter nochmal? Eher verschwommen. Wie gut, dass es nun endlich einmal ALF auch in Deutschland auf DVD geben soll. Das war ja lange nicht der Fall. Angeblich wegen Rechteschwierigkeiten bei einem Musiktitel, nun soll es gehen. Ob ich die 30 Euro pro DVD auch berappen möchte, da bin ich mir allerdings nicht sicher. Da warte ich noch, bis das Weihnachtsgeschäft durch ist.
Robin Hood – Robin of Sherwood – Klassiker – Staffel 1 – Folge 4 bis 6
Leute, die Geschichte studiert haben, mögen mir manche Mischungen von Begriffen in diesem Artikel verzeihen oder per Kommentar darauf hinweisen, ich korrigiere Fehler gern! Der erste Artikel zu dieser Serie rund um Robin Hood ist hier zu finden. Die zweite Hälfte der Staffel beginnt mit einem Streuner, der schwerbewaffnete Tempelritter verfolgt, die den Sherwood Forrest durchqueren. In der Nacht beobachtet er sie bei einer religiösen Zeremonie. Der Name der Folge ist “Seven Poor Knights From Acre” auf deutsch einfach nur “Die Kreuzritter”.
Am nächsten Morgen, sieht man Robin und seine langsam wieder erstarkte Truppe bei einem Bogenschützen Wettkampf, der Streuner läuft ihnen in die Arme, darf aber weiter ziehen. Kurz darauf preschen die Kreuzritter hervor. Beide Seiten verlieren einen Mann im Kampf – zudem wird Much gefangen genommen. Die Kreuzritter bringen ihn in ein Dorf, in dem wenig später die Lage vom Sheriff von Nottingham überprüft wird. Er erkennt Much und erfährt von der deutsch-französisch Kauderwelsch sprechenden Templertruppe, dass sie es auf den gemeinsamen Feind abgesehen haben. Um Zeit und Männer zu sparen, lässt er die Ritter bleiben – in der Hoffnung, dass sie sein Problem mit Hood lösen.
Währenddessen erfährt Robin Hood, das die Ritter nur deshalb so aufgebracht sind, weil ihnen eine Reliquie gestohlen wurde. Es muss der Streuner gewesen sein. Bei einem Rettungsversuch für Much nimmt der Anführer der Kreuzritter Robin sein Schwert ab, lässt ihn aber laufen. Robin muss sich beeilen und den gestohlenen Gegenstand wieder beschaffen. Dieser befindet sich jedoch in der Gewalt des Sheriffs, nachdem der Dieb von Soldaten aufgegriffen wurde. Es ist nicht ganz klar, ob Robin es schafft tatsächlich das Original wieder zu beschaffen, leider ist die Serie an dieser Stelle ungünstig geschnitten. Er bringt dem Anführer einen Gegenstand und Much wird freigelassen. Trotzdem setzen die Ritter noch einmal an um die beiden zu töten, allerdings haben die gepanzerten Reiter keine Chance gegen Robins Leute am Waldrand und der Held der Serie bekommt sein Schwert wieder.
Alan A Dale (Der Minnesänger) ist der Titel der fünften Folge. Objektiv gesehen, die erste Robin of Sherwood Folge, die man sich aus heutiger Sicht anschaut und sagt, dass Storyaufbau, Schnitt, Darstellung und Szenerie komplett überzeugen können. Selbst der Humor trifft diesmal exakt den Punkt. Ich würde sagen, es war der Durchbruch um die Zuschauer damals endgültig einzufangen. Alles passt ineinander und wird mit einem überraschenden Ausklang abgerundet. Little John beginnt eine geheime Liebschaft in einem Dorf. Als er an einem Tag von Soldaten gesehen wird, kann er zwar fliehen, er kann nun aber nicht mehr zurück und die Bewohner müssen dafür büßen.
Robin Hoods Männer greifen einen Minnesänger auf, der durch den Wald zieht – und übrigens genial geschauspielt wird. Sie wollen ihn nach kurzer Überprüfung schon wieder ziehen lassen, da sagt er beiläufig, er wäre unterwegs nach Nottingham um den Sheriff zu töten. Das macht die Bande wiederum neugierig. Es stellt sich heraus, dass der Sheriff sich mal wieder Geld beschaffen will. Zu diesem Zweck hat er einer Hochzeit zwischen ihm und der 16 Jahre alten Tochter eines reichen Barons eingewilligt, sowie der damit verbundenen großen Mitgift. Sie liebt jedoch insgeheim und doch sehr offen den Minnesänger.
Die Gefährten versuchen Guy von Gisburne bei der Überführung der Verlobten samt deren Mitgift zu überrumpeln. Der Versuch scheitert jedoch, denn weder das Geld kommt in ihre Finger, weil es eigentlich schon mit einem anderen Transport überbracht wurde – und die Verlobte entkommt durch einen mutigen Ausbruch Gisburnes. Genial versuchen sie es mit einer List noch einmal, indem sie den Minnesänger, der dem Sheriff und den Soldaten unbekannt ist, als Priester für die Vermählung einschleusen – die daraus entstehenden Dialoge sind sehr lustig. Der Raub der Verlobten gelingt und der Minnesänger darf sich mit ihr von Bruder Tuck trauen lassen. Sieger der Geschichte ist zum ersten Mal aber der Sheriff, der den Braten gerochen hat und eigentlich nur wollte, dass ihm die Frau gestohlen wird. Die Geldkisten, die Robins Männer stehlen, sind mit Steinen gefüllt. Die Tatsache, dass der Sheriff geistig doch mehr drauf hat und Robins Vorgehen voraussagen konnte, ist als Wendepunkt prägend für die Geschichte.
Das Staffelfinale trägt den Namen “The Kings Fool” (Richard Löwenherz). Die Robin Hood Legende hat im Laufe der Zeit viele Mythen erschaffen. Einer davon ist, dass Robin Hood irgendwann vom rechtmäßigen König, Richard Löwenherz, zum Ritter geschlagen wird, als er von einem Kreuzzug nach England zurückkehrt und der königstreue Robin nur gegen den gefährlichen und verantwortungslosen Bruder des Königs rebelliert hatte. In manchen Geschichten hat Robin daraufhin lange Zeit für König Löwenherz erfolgreich in diversen Schlachten gekämpft. Diese Mythen sind laut Wikipedia nicht übereinstimmend mit den Texten der frühesten Balladen um Robin Hood. Löwenherz gilt aber nicht nur in England heute vielen Leuten noch als Idol.
Die Serie greift dennoch ein Zusammentreffen von Löwenherz und Hood auf. Robin rettet dem König tatsächlich das Leben, als dieser von Räubern im Sherwood Forrest überfallen wird. Der König gibt sich zunächst nicht zu erkennen, beweist sich als guter Gast im Lager und nach einem Ringkampf, in dem er Little John besiegt, lässt er die Maskerade fallen. Er lädt die Sherwood Bande nach Nottingham als Gäste ein, was Gisburne und dem Sheriff nicht gefällt. Er verspricht allen, sie sollen freie Männer sein und Land bekommen, aber er brauche sie dafür auch in der Normandie gegen französische Kriegsherren um England zu schützen. Nasir entscheidet sich zu gehen, er will mit dem Krieg nichts zu tun haben, da er religiös motiviert ist. Die anderen sind zunächst vom Charisma des Königs beeindruckt, zweifeln aber irgendwann, teilweise auch aus Angst bald Soldaten zu sein. Robin will sein Wort gegenüber dem König halten, stellt ihn aber offensiv vor einer großen Runde mit Adligen zur Rede um sich der Integrität des Herrschers zu versichern.
Der König versucht Robin zu überzeugen, kann aber nicht einschätzen, ob er damit wirklich Erfolg hatte. Nachdenklich ruft er den Sheriff später zu sich, der ihm versichert, es werde Ärger mit Robin Hood geben. Richard Löwenherz entscheidet sich, dem Sheriff einen Mordauftrag zu geben ohne ihn direkt damit in Verbindung zu bringen. Erledigen soll das mal wieder Gisburne. Der Versuch misslingt, Gisburne bekommt einen Pfeil in den Rücken. Im Gegenzug trifft er jedoch die mit Robin flüchtende Lady Marion tödlich. Als sie sich im Todeskampf befindet, meldet sich der Geist von Herne the Hunter bei Robin und erinnert ihn daran, das er doch magische Kräfte hat, was Pfeile angeht, deshalb muss er nur den Pfeil entfernen, das Rad der Zeit dreht sich kurz und Marion ist wieder gesund.
Das Ende einer großen Folge ist damit für mich leider etwas verpatzt worden. Ich glaube hier hat ein Produzent nicht den Tod von Marion durchziehen wollen, nach einer sehr mutigen Entscheidung, King Richard in einer englischen Serie als Antihelden darzustellen. Die Artikelserie geht bald mit der 2. Staffel von Robin of Sherwood weiter.
Seit Samstag den 11. Juli um 14:40 läuft auf ProSieben eine neue Sitcom – The Big Bang Theory. In den USA ist die Serie seit 2007 bei CBS auf Sendung und dabei so erfolgreich, dass der Kanal zu den zwei produzierten Staffeln, zwei weitere bereits fest bestellt hat. Auch bei der Synchronisierung wurde nicht gespart. Wer auf Wikipedia nachschaut wird feststellen, dass keiner der Synchronsprecher ein Anfänger ist. Ich gehe mal davon aus, dass auch ProSieben große Hoffnungen auf einen Erfolg in Deutschland hat. Zur Synchronisierung möchte ich noch anmerken, dass diese, wie ich in einigen Foren und Kommentaren gelesen habe, nicht so gelungen sein soll (siehe serienjunkies / JackBauer). Humor funktioniert im Englischen einfach anders als im Deutschen und kann nicht immer übernommen werden. Vor diesem Hintergrund finde ich die Qualität der deutschen Stimmen gut.
Die Grundbotschaft der Serie ist, das große Intelligenz nicht immer mit großartigen sozialen Umgangsformen einher geht. In der Serie geht es um vier junge männliche und hochtalentierte Wissenschaftler (Sheldon, Leonard, Howard, Rajesh) und um eine gut ausehende junge blonde Frau (Penny).
Als Penny in die Wohnung neben den Jungs einzieht geht deren aller Leben durcheinander. Leonard verliebt sich gleich in der ersten Folge in Penny und darf sich um sie bemühen. Diese Liebesgeschichte und die Gignis von Sheldon treiben die Geschichte in der Regel voran. Ich denke, dass vor allem Jim Parsons (Sheldon) und Kaley Cuoco (Penny) die Möglichkeit haben, sich als Schauspieler zu profilieren, während die anderen drei wohl eher als Sidekick übrigbleiben.
In der Folge vom Samstag ging es – soweit ich mich erinnere – darum, dass Sheldon, nachdem er Pennys Wohnung zum ersten Mal von innen gesehen hat, anfängt, die dortige Unordnung zu beseitigen und das Ordnungsprinzip zu optimieren. Weil Penny dagegen wäre macht er dies heimlich bei Nacht, während sie schläft und erst einmal nichts mitbekommt. Am nächsten Morgen ist natürlich der Teufel los.
Diese britische Serie, die in Deutschland erstmals im Oktober 1984 auf dem ZDF lief, ist für mich eines der Highlights der TV Geschichte. Ich habe sie im Beisein meines größeren Bruders geschaut, das war eine Zeit, als auch die Sesamstraße mir noch viel zu bieten hatte. Obwohl die Sesamstraße zweifellos noch heute von mir geschätzt wird, sehe ich diese Robin Hood Serie, von der ich mir Staffel 1 und 2 aus England importiert hatte, kaum mit weniger Faszination an.
Ich hatte immer das Gefühl, dass ich diese Serie noch einmal komplett nachholen muss. Meine Erinnerungen sind inzwischen lückenhaft – ab und zu läuft Robin of Sherwood heute noch auf dritten Programmen im Free TV. Wenn ich zufällig eine Folge erwischte, war ich sofort wieder beeindruckt, aber ich vergaß die Sendetermine immer wieder. Daher kam vor 3 Jahren der Entschluss, mir die Serie endlich zu kaufen um sie dann bis jetzt nach dem Schauen der ersten Folge liegen zu lassen – inzwischen gibt es übrigens deutsche DVD Boxen.
Zugegeben, die erste Folge wirkt manchmal, als wenn sich ein paar professionelle LARP Spieler im Wald getroffen haben und an vielen Stellen fehlt noch die Charakterzeichnung, die man später so liebgewinnt, aber man erkennt ohne Weiteres, dass diese Serie eindeutig als Vorlage für den Riesenerfolg der Robin Hood Verfilmung mit Kevin Costner im Kino war. Doch wirkt diese Serie echter, dunkler und mysteriöser – gerade zu experimentell, wenn auch mit großem Budget ausgestattet. Man setzte bei der Rollenverteilung gezielt auf Schauspieler, die nicht in das Model Schema passten. Es sind dreckige, verschwitzte Menschen mit körperlichen Abweichungen vom Idealdurchschnittsmaß zu sehen. Eine Ausnahme sind dabei höchstens Robin Darsteller Michael Praed und Marion Darstellerin Judi Trott. Zunehmend zeichnet die Serie sich als großes Abenteuer aus, das trotz vieler Mystery Elemente sehr real dargestellt ist – vor allem durch Verweise auf gesellschaftspolitische rauhe Sitten und Normen im Mittelalter – in denen die Helden nicht unverwundbar sind.
Der Pilot besteht aus einer Doppelfolge. Im englischen Original “Robin and the Sorceror” Part 1 und 2. Die deutschen Titel lauten. “Der magische Pfeil” und “Der Wettkampf”. Im ersten Teil wird die Handlung schnell auf die Gruppenfindung zugeschnitten. Robins Familie und Dorfgemeinschaft wird von Söldnern niedergemetzelt als er Kind war. Mit seinem Gefährten Much lebt er vogelfrei und stiehlt Wild im Gehölz des Sheriffs von Nottingham, der den Namen Sherwood trägt. Sie werden aufgegriffen und landen im Kerker.
Sie treffen auf Will Scarlet, der wegen Mordes einsitzt und fliehen gemeinsam und gewalttätig. Im Wald trifft Robin auf den von Hexerei besessenen Little John, den er im Zweikampf besiegt, was den Hühnen von seinem Fluch befreit. Er wird zu dem wohl treuesten Gefolgsmann Robin Hoods. Nachdem der adlige Guy von Gisburne (einer meiner absoluten Lieblingsschurken, gespielt vom leider verstorbenen Robert Addie) ein wehrloses befreundetes Dorf auf der Suche nach den Entflohenen niederbrennt und Einwohner tötet, rächen sich die Gefährten und entführen dabei zufällig Lady Marion. Zwischendurch hat Robin von der Sagengestalt und Geist “Herne the Hunter” eine große Prophezeiung samt legendärem Schwert erhalten.
Der zweite Teil beginnt damit, dass Robin sich den Pfeil von Herne the Hunter beschaffen will. Der bekannte Soundtrack von Clannad entfaltet jetzt seine Wirkung. Wem die Geschichte von Robin Hood bekannt ist, wird hier das Bogenschützen Turnier wieder erkennen, bei dem er als alter Mann verkleidet antritt und den Sieg durch einen gespaltenen Pfeil davon trägt. Der Sheriff, der Hood in eine Falle locken wollte, lässt sich düpieren. Der geheimnissvolle Dritte im Bunde, ein Baron, der sich schwarzer Magie bedient, hatte es ebenfalls auf das Artefakt abgesehen.
Da der Sheriff ihm Geld schuldet verlangt der Baron zur Begleichung statt Geld die Auslieferung Lady Marions in seine Gewalt. Der Sheriff lässt sich darauf ein, während der anwesende Mönch Bruder Tuck alles mit angehört hat und verzweifelt versucht Marion in den Sherwood Forrest zu bringen, bevor er von Schergen des Hexenbarons überwältigt wird. Robin zieht aus und kann den Hexer, dessen Schloss und Hofstaat sehr cool dargestellt wird, mit Hernes Pfeil besiegen und Marion befreien. Seine Gefolgleute werden jedoch in einen heftigen Kampf mit Guy von Gisburne verstrickt, wobei mehrere Charaktere an die man sich gewöhnt hatte umgebracht werden. Darunter Tom und Decon mit denen Robin anfangs aus dem Kerker des Sheriffs floh. Ein weiterer vormals Besessener wird aus dem Bann des Hexers befreit. Nasir, der wortkarge Sarazene schließt sich Robin an. Niemand außer den beiden erfährt es, aber Nasir ist als einziger fähig, Robin im Schwertkampf zu besiegen.
Die dritte Folge “Die Hexe von Elsdon” beginnt wieder mit dem verrückten Guy von Gisburne. Eine Frau hat ihn zurückgewiesen, er lässt sie als Hexe anklagen und sie wird zum Tod verurteilt. Da sie eine Gelehrte ist, was Heilkunst, Kräuter und Gifte angeht, beschließt der Sheriff von Nottingham ihr einen Handel anzubieten. Sie kann leben, wenn sie sich bei Robins Gefährten einschleusen lässt und sie mit einem Schlaftrank wehrlos macht. Schließlich hat die Bande gerade seinen getarnten Steuereintreiber aufgebracht und ist zahlungsfähiger als je zuvor. Doch sein Plan geht nicht auf, die Gemeinschaft wird um eine Heilerin reicher und der Sheriff um einen weiteren Gefangenen ärmer.
Die Artikelserie mit den Geschichten um Robin of Sherwood wird hier fortgesetzt.
Psych – Staffel 1 – Pilot – Mit einer Ausrede fängt es an
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Das ist bereits der zweite Eintrag zu dieser Serie. Wer beide liest, wird festellen, dass beide recht positiv berichten. Das sollte als Hinweis genommen werden, dass die Serie vom breiten Publikum vielleicht etwas unterschätzt wird. An dieser Stelle sei nur einmal auf die hochwertige Besetzung der Rollen verwiesen (mehr dazu im raymccoy Artikel).
Psych (auch der Name der Detektei) ist die Serie eines Detektivs namens Shawn Spencer, in seiner Kindheit und Jugend wurde er von seinem Vater Henry darauf trainiert sehr aufmerksam durchs Leben zu gehen, auf Details zu achten und dies miteinander logisch zu verknüpfen. Das Resultat, er hat fast hellseherische Fähigkeiten, die er zumindest im Piloten auch nutzt. Unterstützt wird er dabei von Gus, einem Pharmavertreter der als Sidekick herhalten muss. Auch sein Vater hat gelegentliche Auftritte. Im Gegensatz zu vielen anderen Krimi-Serien, wie CSI oder Dexter zieht Psych seinen Charme nicht aus Action und Ekel, sondern aus der Beobachtungsgabe von Shawn, den Dialogen und gelegentlichen Slapstick Einlagen.
Ich hab die Serie noch nie komplett gesehen, immer nur zufällig reingezappt, wenn es lief. Dabei ist die Serie bereits seit ein paar Jahren erfolgreich unterwegs. In den USA wird schon die vierte Staffel aufgelegt. Bei mir lief die Serie allerdings immer ein wenig unter dem Radar, was einmal an der Uhrzeit liegt, wann sie ausgestrahlt wird und daran, dass ich kein begeisterter RTL Zuschauer bin. Gestern Abend bin ich aber zufällig in den Piloten der Serie rein gestolpert und muss zugeben, dass die Folge Lust auf mehr gemacht hat. Da es bereits drei Staffeln gibt also ein erfüllbarer Wunsch.
Da die Serie auf RTL um 22:15 anfängt und mir das in der Woche zu spät zum Zuschauen ist, werde ich am Wochenende den Gang in die Videothek meines Vertrauens antreten um mehr zusehen. Bei 1 Euro pro DVD und 4 DVD’s pro Staffel nicht ganz billig, aber vermutlich den Aufwand wert. Wer sich sicher ist, dass er die DVD öfters schauen wird, kann diese selbstverständlich auch bei Amazon bestellen. Dann hat man auch die Chance sich die Serie im englischen Original anzuschauen, was nach raymccoy mehr hergibt als die deutschsprachige Fassung.
PS.:
Bleibt noch anzumerken, dass die Wiederholung des Piloten in Sachen Quote schlecht ausgefallen ist (Quelle: www.quotenmeter.de)
Was für ein Krimisonntag. So einen schlechten Tag habe ich schon lang nicht mehr erwischt, fernsehmäßig. Zuerst dieser Tatort und dann das! Das ZDF setzt den Zuschauern alle Nase lang eine neue Krimiserie am späten Sonntag Abend vor, aber an Chief Inspector Barnaby kommt keiner ran. Gestern hat man den Zuschauern die erste Folge der ersten Staffel von “Mord in Brügge” zugemutet. Zum Glück habe ich die Kurzkritik der taz nicht vorher gelesen, sonst hätte ich mittendrin ausgeschaltet und hätte diesen Artikel gar nicht schreiben können.
Unter dem Titel “Die Affaire Dreyse” beginnt der Krimi mit bzw. nach einem Überfall auf einen Mann, der mit einer alten Pistole niedergeschlagen wurde und ein Teil seiner Sammlung antiker Schusswaffen geraubt wurde. Seine Frau denkt zunächst er sei tot, deshalb meldet sie telefonisch und emotional sichtlich wenig berührt einen Mord. Als der Mann aber die Augen kurz öffnet, vermittelt sie der Polizei am anderen Ende der Leitung, “die Sache habe sich erledigt”.
Kommissar Pieter van In (Herbert Flack)ermittelt trotzdem, obwohl es anfangs gar keinen Toten gibt. Der Überfallene sei nämlich ein “Börsenguru”, sagt der Mitarbeiter des Kommissars. UUhhh, toll, ein Börsenguru! Mal ehrlich, wieviele Börsengurus kennen Sie beim Namen? Damit fängt die Kette der Unglaubwürdigkeiten schon an.
Die Frau des Überfallenen verhält sich so, wie es sich nur ein Mann ausdenken kann: sie lässt keine Gelegenheit aus, sich zu entblättern und ihren blanken Busen in die Kamera zu halten. Noch als ihr Mann im Krankenhaus ist, verführt sie einen Freund des Hauses, den Krimiautor Namehabeichvergessen, am Pool. Ihr Mann kehrt verfrüht aus der Klink zurück, überrascht die beiden, macht aber keine große Sache draus. Er setzt sich an den Küchentisch auf dem eine Wachstuchtischdecke drapiert ist. Sie haben richtig gelesen, im Haus eines stinkreichen “Börsengurus” mit Pool und einer Sammlung alter Schusswaffen eine Wachstuchtischdecke. Hat der Stylist grauen Star oder wollte er mal “was Freches” machen?
Der Krimiautor stirbt wenige Film-Minuten später durch einen Schuss in den Mund an seinem Schreibtisch. Schuss in den Mund? Das ist eine Methode der Mafia! Auf etwa diesem Niveau spielt sich leider die Handlungskompetenz der Polizei ab.
Was solls, endlich ein Fall, scheinen sich die beiden Kommissare nun gedacht zu haben und machen sich sogleich ans Werk, selbigen zu lösen; indem sie die Krimis des Toten lesen, um ihn besser kennenzulernen, weil ja “in jedem Buch etwas Autobiografisches steckt”. Autsch! Spätestens da hätte ich die Fernbedinung suchen sollen, aber es kommt noch besser!
Natürlich hat der Börsenguru auch noch Beziehungen zu einem Swingerclubbesitzer, so dass Kommissar van In samt Gattin, die an dem Fall als Ermittlungsrichterin beteiligt ist, inkognito und in Unterwäsche in diesem Club “ermitteln”. Endlich wieder eine Gelegenheit, nackte Haut und erstaunliche Unterwäschemodelle zu zeigen, sowie Frauen die sich an Stangen räkeln. Just in diesem Moment, als Frau Richterin und Herr Komssar sich im Swinger-Club umschauen, wird der Club-Besitzer ermordet. Pardauz, noch ein Fall!
Sogleich ist die Ermittlingsrichterin Hannelore Martens Feuer und Flamme und macht den Job der Polizisten gleich mit. Sie fährt in das Haus des Börsengurus, wo sie schon vom Handlanger eines russischen Mafia-Bosses erwartet wird, der soeben die Frau des Hauses entdeckt hat (die mit dem ständig nackten Busen). Die Frau des Börsengurus wird von ihrem Mann zeitweilig im Keller eingeschlossen und damit für ihre Seitensprünge “bestraft”. Die Kelleraufenthalte werden ihr dann regelmäßig durch Shopping-Reisen nach London vergütet. Nach eigenen Aussagen macht ihr das Spaß, ihr Mann war immer “gut zu ihr”. Wie bitte? Was soll das? Was für ein Unfug.
Die taz schreibt: “Pieter Aspe ist der erfolgreichste Krimiautor in Belgien.” Und ich denke WTF? Sind die Belgier so anders als wir? Unter dem Deckmantel einer feigenblattfeministischen Szene (die Frau des Komissars ist seine Chefin, die Ermittlungsrichterin) kippt uns Aspe einen solchen sexistischen und menschenverachtenden Bockmist vor die müden Augen, dass man sich glatt beim ZDF beschweren müsste.
Ach ja, wo waren wir stehen geblieben? Beim Handlanger des russischen Mafia-Bosses, der im Haus des Börsengurus auf die überambitionierte Richterin trifft. Bis zu diesem Zeitpunkt musste man sich schon mehrmals reinziehen, wie ein russischer Mafia-Boss so lebt. Sie ahnen es schon. Da wird rund um die Uhr mit stets homöopatisch bekleideter Frau kopuliert. Man(n) gönnt sich ja sonst nichts.
Der Handlanger gibt sich als Börsenguru aus, die Richterin ahnt, dass da etwas nicht stimmt und fährt dem Handlanger mit dem Auto hinterher. Was aber ein ordentlich ausgebildeter Mafia-Mitarbeiter ist, schaut natürlich in den Rückspiegel und entdeckt die Richterin und Mutter von höchstens einjährigen Zwillingen. Was denkt die sich, fragt sich die Zuschauerin. Einfach mal ein bischen observieren, kann ja nicht so schwer sein? Es endet wie es enden muss, für die Richterin im Straßengraben, wegen fehlendem Airbag sogar bewusstlos und verletzt.
Die an den Haaren herbei gezogene Story löst sich dann glücklicherweise ziemlich zügig auf, wenn auch genauso unglaubwürdig wie sie angefangen hat. Die bisher so willige Gespielin des Mafia-Bosses entdeckt ihre soziale Ader und befreit die Frau des Börsengurus aus ihrem Kellergefängnis und gemeinsam mit dem Börsenguru bietet sie der Polizei einen Lockvogel-Deal an, um den Mafia-Boss zu stellen.
Beim Ortstermin platzt dann zunächst die wiedergenesene immernoch überambitionierte Richterin herein, aber der Coup scheint zu gelingen: Der Mafia-Boss tappt tatsächlich in die Falle, anstatt nur seinen Handlanger alleine zur Drecksarbeit zu schicken. Ein haarsträubender Dialog entspinnt sich zwischen Mafia-Boss, seiner Geliebten und seinem Handlanger und dem Börsenguru, alles belauscht von der Polizei im Nebenzimmer. Es kommt zum Schusswechsel und zu allem Überfluss erscheint die Frau des Börsengurus genau im richtigen Moment und erschießet den Mafia-Boss. Ihr Motiv bleibt aber ebenso im Dunklen, wie das der Geliebten des Börsengurus, aber wer versteht schon die Frauen mag sich Aspe gedacht haben.
Der unsäglichen Story setzt Aspe dann mit der Schlussszene die Krone auf: Die Geliebte des Mafia-Bosses sitzt in einem Auto mit einem offensichtlich hochgestellten belgischen Politiker (oder dessen persönlicher Referent, wer weiss das schon) und übergibt ihm eine CD, hinter der den ganzen Abend alle Mitspieler her waren. Der Politiker bedankt sich dann auch im Namen des Ministerpräsidenten, der ab jetzt sicher noch besser regieren werde. Hä? Damit auch der letzte Depp vor der Glotze kapiert, dass Börsengurus, Swingerclubs und russische Mafia natürlich bis in die Spitzen mit jeder europäischen Regierung verstrickt sind?
Damit ist das Drama dann endgültig vorbei und das ist auch gut so. Der nächste Mord in Brügge wird auf jeden Fall ohne mich stattfinden. Ersatzweise werde ich vielleicht andere kulturellen Vorlieben der Belgier versuchen zu ergründen. Belgische Pralinen zum Beispiel.
Ein weiteres Quartal ist StaffelEins alt geworden, insgesamt das Dritte. In diesem wurden 9 von nun insgesamt 32 Artikeln verfasst. Damit befinden wir uns soweit im gewohnten Schnitt. Mehr als 70% der bisherigen Hits kamen in diesem Quartal zustande und wir erreichten erstmals Tage mit mehr als 10 Besuchern pro Stunde (statt 30 am Tag, wie im letzten Bericht). Das sind für uns noch Highlights. Besonders gefreut hat uns die Verlinkung in der “Ich blogg’ TV” Galerie auf stern.de für die wir uns bereits bedankt haben – per Twitter.
Die Artikel sind ein wenig länger geworden und wir haben mit krimimimi eine Autorin dazu bekommen. Sie schreibt hoffentlich weiter über ihr bevorzugtes Genre. Sieben Artikel waren direkt einer bestimmten Serie gewidmet. Das soll auch in Zukunft unser absoluter Fokus bleiben. Wir sind gespannt, was für Themen wir im ersten Sommerloch der Geschichte von StaffelEins finden. Wie schon bei der letzten Statistik folgt eine Liste der 10 meist aufgerufenen Artikel:
- Terminator – The Sarah Connor Chronicles (jetzt weniger Abstand)
- Primeval
- Stargate Atlantis
- Pushing Daisies
- The Mentalist
- GLEE
- Fringe
- Californication
- Blood Ties
- Tatort
Primeval, GLEE und der Tatort haben teils beeindruckend schnelle Sprünge in die AllTime Top 10 geschafft. Ich tippe, dass GLEE in zwei Printmagazinen vorgestellt wurde. Es gab zwei Tage an denen dieser Artikel große Sprünge machte, nachdem er zunächst keine Beachtung fand. Ganz unten stehen die Neistat Brothers und Psych. Ich glaube aber fest daran, dass die Brothers nochmal kommen.
Ich für meinen Teil wollte mich demnächst den Heroes widmen und bin gespannt auf das, was meine Mitschreiber sich gerade anschauen. Natürlich sind wir hier oder bei Twitter für Vorschläge und heiße Tipps dankbar. Danke an alle, die uns gut finden und gelegentlich lesen!
Im Mittelpunkt dieser Serie, die bei AMC läuft, steht Walter White (Brian Cranston), ein vielleicht fünfzigjähriger Chemielehrer, der in seinem bisherigen Leben nicht gerade vom Glück verfolgt wurde. Sein Sohn ist behindert, seine Frau Schwanger, er selbst hat Lungenkrebs und sein Auto sieht echt scheiße aus (irgend ein Pontiac). Dafür hat Walter kein Geld, keine Zukunft (sein Krebs ist tödlich) und keine ordentliche Arbeit. In den USA ist Lehrer an einer öffentlichen Schule kein gut bezahlter Job, so das Walter nebenbei in einer Waschstraße jobben muss, bei der auch seine Schüler ihre Autos vorbeibringen zum Waschen.
Mit Jesse (wie Jesse James), einem ehemaligen Schüler, meint Walter einen Ausweg aus seiner verfahrenen Situation zu erkennen. Durch das Kochen (Herstellen) und Vertreiben von Methamphetamin (hier Crystal genannt), wobei Jesse den Vertrieb und er selbst die Herstellung übernehmen möchte. Natürlich verläuft die Umsetzung dieser Geschäftsidee nicht ohne Probleme und schon nach wenigen Folgen verlieren die beiden die Kontrolle und mächtige Kriminelle drängen sich ihnen auf.
Wie auch schon Weeds setzt sich Breaking Bad thematisch mit dem Thema Drogen und untere weiße Mittelschicht auseinander. Anders als Weeds nicht im Gilmore Girls-Stil sondern mehr im CSI-Stil. Wer also RTL nicht mehr schaut, weil ihm CSI zu eklig ist, der wird mit dieser Serie nicht glücklich werden. Dabei macht die Serie nicht den Fehler, die Drogen, den Drogenkonsum und die organisierte Kriminalität zu verharmlosen, wie es bei Weeds meiner Meinung nach passiert oder gar zu glorifizierend, wie zum Beispiel die Sopranos. Walter entwickelt sich zum Anti-Helden und dessen Kompagnon Jesse zur tragischen, immer alles misslingenden Figur, die einfach gar nichts auf die Reihe bekommt, obwohl man ihm einmal ein wenig Glück gönnen würde.
Insgesamt finde ich die Serie sehr gelungen, sie ist unterhaltsam und kurzweilig. Außerdem halte ich der Serie zu Gute, dass sie die amerikanische Mittelstandsgesellschaft thematisiert, ohne in das sonst übliche Klischee abzuschweifen. So nach dem Motto, alles was es braucht ist Liebe, Glaube an Gott und die Familie.
In den USA läuft übrigens schon die zweite Staffel. Damit jeder sich einen Eindruck verschaffen kann hab ich mal ein Video bei YouTube rausgesucht von Associated Press.
Der gestrige Tatort “Tote Männer” wurde bereits im Vorfeld ambivalent angepriesen, wie zum Beispiel in der taz. Kommissarin Inga Lürsen und ihr Kollege Stedefreund stehen vor der Aufgabe, zunächst einen Mord an einem jungen Mann namens Malik aufzuklären, der scheinbar mit heruntergelassener Hose aus der Weser gezogen wurde. Nach kurzer Zeit kramen die Beamten einen zweiten Toten aus dem Archiv, der bereits zwei Jahre zuvor in ähnlichem Zustand aus der Ostsee in Lübeck angespült wurde. Ein weiterer Mann wird bald vermisst, der Malik mehr als nur kannte. Der Vermisste hat zusammen mit Malik noch am selben Abend dessen Todes versucht in eine Kleintierhandlung einzubrechen und wurde dabei von Kommissar Stedefreund und der Tochter von Kommissarin Lürsen überrascht. Die beiden verbringen einen One-Night-Stand von dem aber die Kommissarin nichts erfahren soll, deshalb verschweigen sie auch den versuchten Einbruch, den sie erfolgreich vereitelt haben. Angesichts der Tatsache, dass die Tochter bereits 27 Jahre alt ist, eine nicht umfassend verständliche Zurückhaltung von Information.
Jedenfalls haben die beiden toten Männer gemeinsam, dass sie sich gelegentlich für Sex mit Männern bezahlen lassen. Einer der Freier Maliks war der Handwerker Leon Hartwig. Bereits nach kurzer Zeit stellt sich heraus, dass Hartwig zur Zeit des Ostsee-Toten ebenfalls an Ort und Stelle war. Stedefreund vermutet richtigerweise einen Zusammenhang. Erst am Schluss stellt sich jedoch heraus, dass nicht Hartwig die beiden umgebracht hat.
Der zunächst verdächtige Freund von Malik, “Raoul”, versucht Hartwig zu erpressen. Obwohl Hartwig nicht der Mörder ist und denmach auch eigentlich nichts zu befürchten hat, stellt sich heraus, dass es keine gute Idee war, dem Handwerker und seiner schwangere Frau vor der Neubau-Eigenheim Idylle aufzulauern. Alsbald ist Raoul verschwunden.
Am Geständnis von Stedefreund an seine Kollegin, dass er sich mit ihrer Tochter vergnügt hat, führt kein Weg mehr vorbei. Als wollte er die Nacht wieder gutmachen, verrennt sich Stedefreund in den Verdacht, der brave Handwerker habe alle drei Männer umgebracht. Den Zuschauern wird einigermaßen differenziert beleuchtet, dass Hartwig sowohl seine Frau und das Eigenheimidyll liebt, als auch, ab und zu, “etwas anderes braucht”, einen Mann zum anfassen. Hartwig ist glaubwürdig und er tut einem fast leid, so gefangen ist er in der für solche Lebensentwürfe verständnislosen Gesellschaft.
Für Stedefreund sieht die Welt anders aus, Frau liebt Mann, Mann will nur One-Night-Stand, fertig. Schwierige Beziehungen sind scheinbar nicht sein Ding, da reicht schon eine kleine Herausforderung (die Mutter) und er sagt Nein, danke. Dehalb kann er auch nicht verstehen, wie Hartwig so leben kann und vermutet Arglist und Tücke hinter der Handwerkerfassade. Er setzt seiner Fixierung schließlich die Krone auf, indem er den Betonboden wieder aufbrechen lässt, bei dem Hartwig das Eingießen beaufsichtigt hat. Stedefreund vermutet Raoul einbetonniert. Zum Vorschein kommt allerdings nur eine Katze, die wohl versehentlich in die stockende Masse geraten ist.
Weitere Verdächtige, wie der Cousin von Malik und der Besitzer der Kleintierhandlung, in die Malik und Raoul einbrechen wollten, haben zwar auch einiges auf dem Kerbholz aber umgebracht haben sie bisher nur Hunde, mittelbar, durch die Veranstaltung illegaleler Hundekämpfe. Ein kleiner Nebenkriegsschauplatz, damit Frau Kommissarin, nebst Bandscheibenvorfall, adoptiertem Hund und Tochter, auch mal wieder ins Bild kommt.
Ok, und wer ist jetzt eigentlich der Mörder?
Die Sache ist mehr als einfach, wenn man weiß, dass Fritzi Haberland die schwangere Ehefrau von Hartwig darstellt. Als alte Krimimimi habe ich aus etlichen Folgen abgeleitet: je bekannter die Bestzung der Rolle, desto verdächtiger die Person. So konnte ich am Sonntag im Bremer Tatort wieder gelassen “siehste” sagen. Der Mörder ist eine Sie: Fritzi wollte ihren Leon Hartwig für sich alleine. Dafür war sie bereit, alles in ihrer Macht stehende zu tun. So hatten die beiden Strichjungen den Messerstichen der harmlos aussehenden Durchschnittsfrau nichts entgegen zu setzen. Beinahe hätte sich auch noch Stedefreund in die Reihe der toten Männer mit heruntergelassenen Hosen eingereiht. Doch zum Glück, in letzter Sekunde eilt Kommissarin Lürsen zur Hilfe, Stedefreund kommt mit einem Schlitz im Bein davon. Dann darf er sie auch noch umarmen, zur Versöhnung, und an der anderen Kommissarinnenschulter lehnt die Tochter.
Insgesamt ein guter Tatort-Abend, sehenswerte Schauspieler und glaubwürdiges Drehbuch sowie Regie. Der Drehbuchautor beweist auch noch Humor, die Schwulenkneipe in der sich Malik und seine Freunde treffen trägt den Namen “Hinterzarten”. Wie gesagt, gutes Fernsehen. Ich habe wenig zu kritisieren. Eine ortskundige Bloggerin und ihre Kommentatoren beanstanden die nicht authentisch wiedergegebene Bremer Tatort Kulisse . Das nur zur Vollständigkeit. Weitere Hinweise nehmen wir wie immer gerne in den Kommentaren auf.
Der Tatort wurde in der ARD am Sonntag, 14. Juni 2009, 20.15-21.45 Uhr gesendet. Weitere Detail-Informationen zu den Schauspielern findet die ZuschauerIn auf der Webseite von Radio Bremen.
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