Das Serienfinale von Pushing Daisies habe ich mit etwas Wehmut verfolgt. Die letzten Folgen hatten einiges in sich, auf das man in ähnlicher Form bestimmt – mindestens ein Jahrfünft – warten muss. C.S.I. Norwegen, war so eine Folge die man einfach nur begeisternd finden darf. Noch besser war Seelenfutter, eine Geschichte rund um einen skurrilen Fast Food Wettbewerb, bei dem Olive Snook (Kristin Chenoweth) zu Höchstform aufläuft und für mich zum heimlichen Star der Serie avanciert.
Bekannterweise werden tatsächlich keine weiteren Staffeln von Pushing Daisies produziert. Dieses Schicksal teilen in den letzten Jahren besonders die aufwendigen Produktionen, die in der ersten Staffel fulminant starten und dann, eigentlich logischerweise, an Zuschauern verlieren, weil natürlich dann irgendeine andere erste Staffel läuft und sich viele der Interessierten beginnen, weitere Folgen einfach aus dem Netz zu laden, weil sie bereits wissen, dass die Serie eine hohe Qualität hat und sie sich nicht im TV erst noch davon überzeugen lassen müssen. Tools wie Online TV Recorder oder Save TV werden bestimmt auch nicht von der Quotenmessung erfasst.
Weniger aufwändige Produktionen mit mittelgutem Inhalt, wie Eli Stone, kommen da gerade wegen ihrem wenig pompösen Dasein größtenteils besser weg und fallen höchstens um ein paar hunderttausend Zuschauer um sich dann ab der dritten Staffel soweit aufgewärmt zu haben um zum Dauerläufer zu werden. Die Werbeplatzverkäufer werden nicht so kribbelig, als wenn es um 2-3 Millionen weniger Zuschauer im erstklassigen Segment geht, die erst durch viel Eigenwerbung angelockt wurden. Es geht um den Spitzenplatz, also muss eine neue Staffel Eins von and now for something completely different her.
Was passierte nun in den letzten beiden Pushing Daisies Folgen? “Wasser und Strom” hat Detektiv Emerson Cod nahe an seine verschwundene Tochter gebracht, am Ende einer abwechslungsreichen Folge mit vielen netten Einstellungen auch außerhalb des Pie Hole und mit der entschwundenen Ehefrau des Detektivs, bekommt man die Tochter sogar kurz zu Gesicht.
“Platsch” war als Folge scheinbar schon abgedreht, es geht um das Comeback von Chucks Tanten als Synchronschwimmer Superstars. Begünstigt durch das Ableben einer ihrer größten Konkurrentinnen während einer unabsichtlichen Sprungeinlage mit einem meterlangen Weißen Hai. Dann setzt ein maximal 5 Minuten langer zusammenfassender Abspann an, der fast ohne Worte auskommt und ein Ende von Chucks Versteckspiel, Olives Romanze mit dem Tierpräparator und Emerson Cods Suche nach der Tochter erzählt.
Ich will nicht zu sehr den enttäuschten Fanboy raushängen lassen, aber ich denke Bryan Fuller muss ebenso gefrustet von dem beschlossenen Serienende gewesen sein, wie seine mehr als 6 Millionen regelmäßigen US Zuschauer, ansonsten hätte er ein schöneres Ende hinbekommen oder es einfach komplett offen gelassen. 3 Golden Globe Nominierungen und ein Emmy im Jahr 2008 konnten diesen Meilenstein in der TV Serien Geschichte nicht retten.
Weitere Artikel zu Pushing Daisies:
Brieftaube (Staffel 1 – Folge 4) – 12.11.2008
Die Legende sagt das Englische Schüler für ihre Abschlussarbeit in Geschichte zu 90% für ein sog. HH Thema entscheiden. HH steht hierbei für „Henry“ und „Hitler“. Nach dem Erfolg den die Historien Serie Rome vor allem in England hatte, wundert es nicht das sich die Prozenten der englischen Geschichte zuwenden. Das Erfolgsrezept ist dabei von Rome abgekupfert worden. Es basiert auf „Sex and Crime“ und auf aufwendigen Requisiten. Vor allem die Kostüme sind aufwendig gemacht und spielen auf die zahlreichen Historien Filme z.b. Elizabeth an die es in den letzten Jahren in den Kinos gegeben hat an.
Die Handlung ist simpel und lehnt sich locker an die historischen Gegebenheiten an, (Siehe Wikipedia). Dabei treffen die Autoren nicht immer den Kern der Wahrheit. Wer also glaubt er könne sich durch das anschauen der Serie um das Lesen eines Buches über Heinrich VIII von England drumherum drücken wird enttäuscht. Todestage und Namen von Handelnden Personen stimme oft nicht, vermutlich aus dramaturgischen gründen. Am weitesten entfernen sich die Autoren bei dem Charakter der Personen. Sie werden nur auf eine Facette reduziert. Auch wenn man sich die Namen nicht merken kann, so weiss man doch immer wer gerade im Raum steht. Der Rachsüchtige, Die Schöne, Der Schwule usw.
Dabei dem Hauptcharakteren, wie etwa dem König, fällt so etwas schon, spätestens in der zweiten Staffel, auf. Weil man sich des Eindruckes nicht erwehren kann, das sich der Mann nur noch von einem Cholerischen Anfall zum nächsten hangelt. Hinzu kommt das alle Charakter Eigenschaften die ich bei ihm ausmachen konnte eher negative besetzt sind. Als maßloser Narzist kommt er mir vor, grenzenlos in seiner Selbstgeltung und völlig Mitleidlos über das Schicksal der Anderen.
Mir kommt zu wenig raus das der drang des Königs nach einem männlichen Nachfolger durch aus berechtigt ist, bzw. war. Denn nur durch einen (Männlichen-) Nachfolger konnte ein König sich selbst auf dem Thron legitimieren und seinen Gefolgschaften eine Zukunft anbieten. Hatte er diesen nicht war der Intrige gegen hin Tür und Tor geöffnet und an seinem Stuhl konnten andere Leute sägen. Er ist also auch nur ein getriebener in dieser Geschichte. Genau dieser Zusammenhang wird zwar leicht angedeutet aber nicht völlig in die Handlung eingebaut.
Mal von diesen beiden Kritikpunkten abgesehen halte ich die Serie für wirklich gelungen. Die Tatsachen das die Serie bei „Showtime“ in den USA gelaufen ist spricht alleine schon für die Qualität. Nach oberflächlicher Recherche im web, konnte ich leider nicht heraus finden ob sich eine Fortsetzung der Serie Geplant ist oder nicht. Sollte dies nicht der Fall sein würde ich das bedauern, wie auch schon bei Rome da ich mir einen gewissen Faible für Historische Filme hab.
Ein paar Gedanken habe ich mir schon darüber gemacht, ob man das Computerspiel World of Warcraft auf einem TV Serien Blog , wie StaffelEins, thematisieren kann, zumal ich selbst schon seit zwei Jahren nicht mehr dort mitspiele. Es gab zwei Gründe, die mich dazu bewegten.
Zum Ersten: WoW ist seit Jahren und Monaten im TV vertreten, anfangs als Medienphänomen in Reportagen und Beispiel, gleichwohl für kommerziellen Erfolg und Onlinesucht bzw. Spielsucht. Zum Zweiten hat sich Hersteller Blizzard nun im abklingenden Medienecho über Monate hinweg Fernsehwerbung in Serie gebucht, in der durchaus beliebte TV Serien Legenden wie William Shatner aus Star Trek und Mr. T aus dem A-Team gewonnen werden konnten. Daneben gibt es noch Mini Me (Verne Troyer) aus den Austin Powers Filmen und Ozzy Osbourne, Musikstar und zuletzt mit einer erfolgreichen Reality Show The Osbournes bei MTV im Fernsehen.
In Deutschland hat man leider mit Smudo und Thomas D. von den Fantastischen 4, sympathische, jedoch weniger hochkarätige Leute verpflichtet. In Frankreich reichte es immerhin noch für Jean-Claude Van Damme.
Das Echo im Internet auf die TV Spots ist ebenfalls erwähnenswert. Besonders inhaltlich gelungen fand ich die Parodie mit David Hasselhoff (bekannt aus Knight Rider / Baywatch), die den Originalen am nähesten kommt. Leider ist der Sound in diesem Fall nicht so gut. Von den zahlreichen Parodien bei denen sich Nutzer vor die Kamera trauen, gefiel mir dieser Night Elf am besten. Zu guter Letzt muss ich noch einen Link von einem Weihnachtsvideo einstellen, in dem eine Menge Arbeit steckt, es hat mit der Werbung aber nichts zu tun.
Wer weiß, vielleicht haben auch aktuelle Serienstars irgendwann Gelegenheit, sich als WoW Charaktere im Fernsehen in Szene zu setzen. Ein Kinofilm ist in Planung, bei dem mit Teilen des Teams von Batman Begins gearbeitet wird. Zahlreiche Bücher existieren ebenfalls. Mir persönlich wäre eine Serie zu Herr der Ringe allerdings lieber, wenn sie mit gleichem Aufwand produziert werden würde, wie die Peter Jackson Filme. Ein Onlinespiel, das ich sogar besser als World of Warcraft finde, gibt es zur Geschichte des einen Ringes auch schon.
P.S.: Zeit für einen letzten großartigen Machinima (ausgezeichnet von der GEE)
Um es gleich einmal vorweg zu nehmen das Ende von Stargate Atlantis wird bei mir nicht das gleiche Gefühl hinterlassen, wie einst das Serienende von Star Trek TNG. Als damals zum letzten Mal die Credits abliefen und in einem die Frage aufkam, was man den jetzt im Fernsehen anschauen soll.
Die letzte Staffel von Atlantis glänzte durch Einfallslosigkeit und Beliebigkeit. Allein auf die Folge „Vegas“ trifft dieses Statement nicht zu. Sie hebt sich somit wohltuend von dem Wraith Einerlei ab.
Die Folge spielt in einem Parallel-Universum, in dem die Wraith zur Erde durchkamen und besiegt wurden, ohne dass die Weltbevölkerung etwas davon mitbekam. John Shepherd ist nach seinem traumatischen Afghanistaneinsatz nicht bei dem Stargate Kommando gelandet, sondern hat die Armee (Entschuldigung Air Force) verlassen und ist in Las Vegas gestrandet, wo er sich als schlecht bezahlter Ermittler für das hiesige Mord-Dezernat durchschlägt.
Ein Wraith konnte mit seinem Raumgleiter auf der Erde notlanden und untertauchen. Eben dieser ist dann auch für eine mysteriöse Mordserie in der Umgebung von Vegas verantwortlich. Ratet mal, wer zu dessen Aufklärung beauftragt wurde?
Der Stil, in dem diese Folge gemacht wurde, unterscheidet sich sehr von dem, wie man ihn ansonsten von Stargate her kennt. Viel mehr dürfte wohl „CSI“ und ein bisschen „Mad Max“ Pate gestanden haben. Vor allem bei einigen Kameraeinstellungen wurde etwas entscheidend geändert. Was mir auch sehr gut gefallen hat, waren die Sidekicks auf „Star Trek“ und die Hintergrundmusik. Statt des ewig gleichen Gedudels gab es Tracks von Marilyn Manson und Johnny Cash auf die Ohren.
Ach wäre Stargate Atlantis immer so gut gewesen.
Stargate Atlantis kann bei hitflip getauscht oder ertauscht werden
Im Jahr 2009 erwarten uns natürlich wieder zahlreiche neue Staffeln von TV Serien. Unter anderem beginnt das von nukefor bereits eingeführte Terminator S.C.C. im Januar auf ProSieben. Dies ist sicherlich der spektakulärste Neustart des Jahres.
Aber auch alte bekannte wird man wieder treffen. Neben dem auf StaffelEins erwähnten Pushing Daisies, kehren Schwergewichte wie 24, Lost, Desperate Housewives und andere halbtote Überlebenskünstler wie Jericho zurück. Auf welche Crew wartet ihr am meisten? In der kleinen Umfrage, kann man mehrere Serien auswählen auf die man sich wirklich freut.
Damit verabschiedet sich StaffelEins dann wahrscheinlich auch in die Weihnachtsferien, ein Frohes Fest und ein Gutes Neues Jahr! Danke an alle, die in unseren ersten knapp 70 Tagen unsere 500 Zugriffe ansammelten (die Zugriffe der Autoren werden übrigens nicht gezählt!) – nach einem Schnitt von lediglich 3 pro Tag im Oktober, haben wir uns im Dezember schon auf 12 am Tag steigern können. :)
Ein Montagabend fing auf Pro7 mit zwei hervorragenden Simpsons Folgen an. Soviel Zeit muss sein, um Die wilden 90er und Der Perfekte Sturm an dieser Stelle zu würdigen. Homer als Erfinder des Grunge und die YamYam Fische sind zwei Höhepunkte der Serie gewesen, die ich lange nicht mit soviel Herz umgesetzt gesehen habe. Supernatural beginnt mir auch ein wenig zu gefallen.
Kommen wir zum Hauptakteur des Abends. Doch vorher bekunde ich hiermit noch schnell meine Trauer um das Vorprogramm von RTL2, dass immer noch von Big Brother abhängig zu sein scheint. Genie und Wahnsinn liegen halt an manchen Tagen dicht beieinander.
Dexter hat es nun einige weitere Folgen ausgehalten, keinen Mord zu begehen. An seiner Familie liegt ihm wirklich etwas und er hat den Ex-Mann seiner Frau sogar gelinkt und am Leben gelassen, obwohl, oder gerade weil es etwas persönliches war. Darsteller Michael C. Hall erkennt man nach seiner Rolle in fünf Staffeln Six Feet Under als Bestattungsunternehmer David Fisher nicht wieder. Heute habe ich mir gedacht, er könnte aufgrund seiner Wandlungsfähigkeit und Gestalt ein Kandidat guter Ersatz für Heath Ledger als Joker sein.
Im grandios inszenierten Finale der ersten Staffel tötet Dexter seinen von ihm verdrängten Bruder, der ihn eigentlich zu seiner wahren Natur bekehren wollte, dem Serienkiller, doch als Zeremonienopfer für den Übertritt auf die dunkle Seite suchte sich Rudy/Brian ausgerechnet Dexters Stieftochter aus. Ihr gibt Dexter am Ende den Vorzug vor dem eigenen Bruder, zu wichtig war ihm sein gewohntes Leben geworden.
Aber der Mord an seinem Bruder – der ihn “als einziger Mensch so akzeptiert hätte, wie er ist” – löst in ihm einen neuen inneren Konflikt aus, er hat zum ersten Mal jemanden getötet, den er respektiert und auf gewisse Art versteht, einer der eigentlich so ist wie Dexter selbst.
Es wird weitere Staffeln geben, in denen Dexter sich der Frage stellen wird, warum er statt seinem Bruder noch am Leben ist.
Weitere Artikel zu Dexter:
Ein Sturm zieht auf (Folge 6) – 4.11.2008
Eines vorweg, ich werfe hier Zusammenfassungen und Rückblenden in einen Topf, auch wenn das nicht jedem passen mag. Das Stilmittel & Werkzeug der Rückblende, sowie der Vorschau wird besonders in US Amerikanischen Serien sehr oft genutzt.
Es ist auch in Kinofilmen und in der Literatur nicht fremd. Einer der angeblich ersten Filme, der die Rückblende nutzte war laut Wikipedia Sturmhöhe (1939), er gewann 2 Oscars bei 8 Nominierungen. Nicht selten wird eine neue Folge mit den typischen Worten “Was zuletzt geschah…” eingeleitet, es folgt ein Zusammenschnitt der Handlung aus einer oder mehrerer vorangegangener Folgen der Serie, die einem den Anschluss an die aktuelle Sendung möglichst nahe bringen. Doch auch nach dem regulären Anfang einer Folge kann es selbstverständlich zu ausgefallenen R&V’s kommen, besonders auffällig finde ich das bei Desperate Housewives. (Link führt zu einem Beispiel)
Man reißt durch Rückblenden nicht so leicht von einer Serie ab, weil man nach einer ereignisreichen Woche entweder schon vieles wieder vergessen hat oder bei zwischendurch verpassten Folgen einen leichteren Wiedereinstieg findet. Außerdem kann der Zuschauer notfalls erneut mit dem Holzhammer auf Feinheiten in der Storyline oder eventuelle Nebenplots hingewiesen werden, die schon mehr als eine Folge zurückliegen und scheinbar im Sande verliefen oder nicht als wichtig wahrgenommen wurden.
Gerade in diesem Punkt wird klar, das sich die Blenden nicht nur durchgesetzt haben, weil das Echo der Zuschauer so euphorisch gewesen wäre. Ich erinnere mich bei den ersten Serien, die Rückblenden einführten, noch heute sehr gut an genervte Aussagen dazu.
Die Rückblende ist als Werkzeug für die Produzenten einfach zu machtvoll um sie dem Zuschauer zu ersparen. Man kann eigene Schwächen damit ausgleichen, indem man das, was wichtig hätte sein sollen, nocheinmal verstärkt. Zusätzlich kann man Dinge, die gut ankommen, aber gar nicht so geplant waren, wieder aufgreifen, als ob sie von Anfang an als Geniestreich für den Fortbestand der Serie erdacht worden wären.
Nebenbei, kann man mit Rückblenden jederzeit den emotionalen Start einer neuen Staffel ausschmücken und zeigen was man hat(te) – als Beispiel referenziere ich mal aktuell Lost – dieser Teaser zeigt erstmal nichts Neues, er dient nur dazu komplett neue Zuschauer über die gröbsten Umstände zu informieren und zeigt den alten Zuschauern, was man doch schon alles zusammen auf der kleinen Südsee Insel erlebt hat. Danach gibt es ein paar sentimentale Vorschaubilder, die wesentlich weniger verraten.
Persönlich bin ich ein Freund von Rückblenden. Zuschauerbindung wird zwar auch durch eine Vorschau erzeugt, diese sehe ich persönlich aber weitaus weniger gern, weil ich mich zu oft dabei ertappe, mit meinen sich daraus ergebenden Vorstellungen, den Plot weitgehend zu erraten.
PS: Deshalb tragen ab jetzt Beiträge zu alten Serien bei mir das Label Rückblende und Berichte über kommende Serien Vorschau. ;-)
In den USA läuft mittlerweile die zweite Staffel der Terminator Saga. Eine aufwändig produzierte Serie, was sich nicht zuletzt an den Spezialeffekten zu erkennen ist. Laut Wikipedia war der Start, der ersten Staffel der Erfolgreichste seit acht Jahren. Die zweite Staffel konnte aber nicht mehr mithalten.
Anders als in der ersten Staffel, gibt es in der zweiten viele Flashbacks in denen sich die einzelnen Protagonisten an ihre Vergangenheit erinnern. Bei den Kriegern aus der Zukunft führt das dazu, das der Zuschauer einen Einblick in die Welt des Widerstandes bekommt. Ich persönlich finde dies aber nicht hilfreich. Die Kurzgeschichten, die in der Zukunft spielen, sind nicht besonders gut geraten. Da wäre es besser, man hatte die Zukunft meiner Fantasie überlassen.
Die Serie ist so cool das ich immer die Heizung aufdrehe, damit es nicht in meiner Wohnung plötzlich anfängt zu schneien. Die Drehbuchautoren scheinen mit dem Anspruch an die Serie herangegangen zu sein, Sarah Connor (Lena Headey) zu der härtesten und coolsten Mami in der US Filmgeschichte zu machen. Dabei gerät sie charakterlich sehr eindimensional. In jedem Dialog den sie hat schwingt immer auch ein „Hab ich dir doch gleich gesagt“ oder ein „Ich bin eine Mutter ich weiß das besser“ mit.
John Connor gerät da schon vielschichtiger. Anders als seine Mutter kann er nicht in der Weltgeschichte herumlaufen und die Bösen abknallen. Und in jeder dritten oder vierten Folge in ein neues Haus ziehen und sich neue Freunde und Liebschaften besorgen. Auch gehen ihm persönliche Verluste von Freunden und Bekannten tiefer unter die Haut.
Das macht den Sohn zum eigentlichen Hauptdarsteller. Seine Dialoge sind länger und tiefsinniger und vielfältiger als die seiner Mutter. Connor Jr. kommt es auch zu, als einziger in der Serie in der Verlegenheit moralische Fragen aufzuwerfen. Rechtfertigt das Ziel, die Menschheit vor den Robotern zu schützen, jedes beliebige Mittel? Eine Frage, die nur John stellt, den anderen in der Serie ist Frage schon im Vorhinein mit einem „Ja“ beantwortet.
Neben den beiden Connors gibt es auch noch Cameron, ein umprogrammiertes Robotermädchen, vielleicht 16 Jahre alt, die mit einer ähnlichen Mischung aus Kraft und Naivität daher kommt, wie zum Beispiel Data aus Raumschiff Enterprise. Anders als Data, trägt sie wenig zur Belustigung bei, da man viele Gags schon mal an Bord der Enterprise gesehen hat und weil Data moralischer handelte und deswegen auch immer in wenig plump und unschuldiger wirkte. Der Moralchip den Data hatte fehlte ihr, weswegen sie immer als die Grausame auftritt.
Wo wir schonmal bei den Raumschiff Enterprise vergleichen sind, möchte ich auch noch den vierten Charakter eingehen, der es in den Vorspann der Serie geschafft hat. Derrik Reese, Soldat aus der Zukunft, sorgt mit seinem männlichen Drei-Tage-Bart für das nötige Sexappeal in der Serie und erinnert mich sehr an Chacotay von der Voyager. Der konnte der Serie auch nicht viel mehr als seine Tattoos beisteuern.
Alles im allem, halte ich die Serie noch für eine recht gelungene Sache vor allem, weil man sagen muss, dass die drei Kinofilme ja die Messlatte ein wenig höher hängen als für andere Serien. In Anbetracht der hohen Produktionskosten glaube ich aber nicht, dass es noch viele Staffeln geben wird. Was sehr schade ist, die Liste der SF-Serien, die noch produziert werden, wird immer kürzer und kürzer. Also lasst uns jede Folge genießen.
Auf der Fox Website kann man sich eine Episode frei anschauen (klick)
Psych – Staffel 2 – Meat is murder but murder is also murder
Der Seriendienstag auf RTL führt im Abendprogramm von CSI: Miami über Dr. House zu Psych gefolgt von Law&Order – viel Material, das von uns bisher nicht behandelt wurde. Ich habe mich in diesem Beitrag der Serie zugewendet, deren Episodenzähler bei mir vor dem letzten Dienstag noch auf einer glatten Null stand.
Ein weißer (Shawn) und ein schwarzer Kumpel (Gus), wie sie seit “Nur 48 Stunden” im Buche stehen, necken sich eine volle Stunde lang. Gespielt werden sie von Shawn Spencer und Burton ‘Gus’ Guster – wenn es da bei niemandem klingelt, keine Sorge, Psych ist wirklich das allererste, was sie film- oder serientechnisch überhaupt im Lebenslauf führen. Ein wenig sieht man es ihnen an.
Dieses Newbie Image scheint vom Produzenten gezielt gewählt worden zu sein. Warum sonst sollte man die Namen der Rollen einfach genauso benennen wie die Schauspieler auch im richtigen Leben heißen? Um so mehr Unterstützung lässt man den beiden durch hochklassige Nebenrollen zukommen. John Amos, der den Krimi-Fanatiker Onkel von Gus mimt, ist in diversen Hollywood Produktionen zu finden und John Ashton dürfte nicht nur durch seine Partner-Bullen-Rolle in Beverly Hills Cop bekannt sein.
Ansonsten geht es darum, dass Shawn immer Gedankenblitze zu Gegenständen kommen, die in einem Raum auftauchen, er ist jedoch nicht schlau genug um die Bedeutung ihrer Anordnung zu erfassen, deshalb braucht er Gus, der das Puzzle zusammensetzt und erklärt. Zusammen leiten sie ein Detektivbüro und beeindrucken die Polizei mit ihren hellseherischen Fähigkeiten.
Psych startet um 22:15 Uhr und ist in Deutschland mit durchschnittlichem Erfolg sogar schon bei seiner zweiten Staffel angelangt, in den USA läuft eine weitere Staffel. Mangels ordentlicher Episodenführer in Deutschland, musste ich auf den englischen Titel der 5. Folge ausweichen. Dabei fiel mir wiederum auf, dass Psych in englisch deutlich cooler ist, als in der Fassung, die wir auf RTL zu sehen bekommen. Die Auswahl der Stimmen und die Übersetzung scheinen mir regelrecht verdeppt worden zu sein. Das ist einer meiner Hauptkritikpunkte.
Außerdem hat mich die amerikanische Mutterseite mit ihrem Aufbau durchaus beeindruckt. Psych scheint sich zuhause ein ordentliches Community Management zu leisten, das über ein mickriges Forum weit hinausgeht. Aktionen für Fans mit Themen und Event Bezug, Trailer/Outtakes, Blogs, Grußkarten, Fan-Shop und Fan Content sind nur einige Dinge, denen man eine überdurchschnittliche Kreativität im Spiel mit dem Zuschauer anmerkt. Selbst für andere Serien, die im USAnetwork untergebracht sind, ist eine solch intensive Betreuung längst nicht der Standard und hierzulande hängt RTL leider ohnehin mit eigenen Informationen zu seinen Serien extrem hinter anderen Sendern zurück.
Diese Sendung wird einmal im Monat aus der Autostadt in Wolfsburg übertragen. Die Originalsendung wird immer Samstagnachts übertragen – oder besser gesagt Sonntagmorgens. Wer also keine Lust hat, sich die ganze Nacht um die Ohren zu hauen, kann sich die Folgen auch in der Mediathek des ZDF anschauen, was ja das beste öffentlich-rechtliche Fernsehen ist.
Die Sendung selbst erinnert mich an den Presseclub, der ja immer wieder am Sonntag kommt, und ähnlich, wie auch DPQ mit ausgesuchten Gästen besetzt ist. Ähnlich ist auch die Biederkeit mit dem sich die Sendung anbietet. Ich weiß die meisten Menschen schreien bei diesem Vergleich schnell “langweilig” – nicht ganz zu Unrecht – jeden Tag bin ich auch nicht in der Stimmung mir das anzuschauen, dennoch glaub ich das es lohnen kann, sich darauf einzulassen.
Was die Sendung in meinen Augen besonders macht, ist nicht die Tatsache, das man sich den tagesaktuellen Themen von einem philosophischen Standpunkt aus nähert, sondern durch die Umgangsformen, die Moderatoren und Gäste untereinander pflegen. Anders, als das heute in den Gesprächsrunden im Fernsehen üblich ist, geht man viel weniger konfrontativ miteinander um. Den Gästen wird die Möglichkeit gegeben, ihre Gedankenmodelle in aller Ruhe vorzustellen, ohne das jemand dazwischen redet. Die Atmosphäre ist wesentlich entspannter, als man dies von anderen Sendungen kennt.
Ganz ohne Vorkenntnisse geht es allerdings nicht. Kenntnisse in (Europäischer-) Geschichte und Philosophie werden schon vorausgesetzt. Wer diese nicht hat, muss wohl oder übel googeln um herauszufinden, was a Priori heißt, wer Jean-Jacques Rousseau war und was das Britische Empire prägte. Ich muss zugeben, das ich relativ oft an die Grenzen meiner Humanistischen Allgemeinbildung gestoßen bin.
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