Ich bin in diese BBC Miniserie aus dem Jahr 2000 durch eine kürzliche Ausstrahlung bei arte zufällig eingetaucht. Sie wird ab 13. Januar 2010 wiederholt und ich weise für Euch gern noch einmal darauf hin. In vier Episoden wird – der Theorie nach – eine dramatische Märchengeschichte vom Tellerwäscher zum “beinahe König” erzählt – wäre da nicht in der Praxis bei der Produktion manches ganz und gar Untypisches passiert. Selbst für den manchmal eigenartigen Stil der Briten ist Gormenghast schon sehr abgefahren.
In der bemitleidenswerten Hauptrolle (das ist nicht negativ gemeint) findet sich niemand geringerer, als der heutige Star der Tudors Serie von Showtime, John Rhys Meyers. Dort spielt er ja ebenfalls eine irgendwie bemitleidenswerte Rolle mit dem Unterschied, dass er in seiner Rolle des Königs gleich das spielt, was er in Gormenghast verpasst. An seiner Seite drehte unter anderem Christopher Lee, der wenig später schon als Saruman in Herr der Ringe auftrat. Heutzutage wäre diese Besetzung für die gleiche Serie vielleicht nicht mehr bezahlbar.
Die Buchvorlage stammt bereits aus den 40er Jahren, bestand geplant aus 5 Teilen, allerdings wurden vom Autor Mervyn Peake nur 2,5 fertig gestellt und die fehlende Hälfte von seinem dritten Werk wurde von anderen Leuten angeblich stark editiert. Heraus kam nun im Jahr 2000 ein durchaus bildgewaltiges Schauspiel. Davon kann man sich auf YouTube sogar in deutscher Sprache überzeugen ohne zuviel von der Handlung zu erfahren.
Wer den Trailer schaut wird merken, dass einige Dialoge wirklich anstrengend sein können. Vielfach schwingt sehr ausgereifte altertümliche Sprachkunst mit. Die extrem überzeichnete oder lächerliche Darstellung der Charaktere sollte nicht darüber hinweg täuschen, dass nebenbei ziemlich kluge und deutliche Kritik an gesellschaftlichen Konventionen und Obrigkeiten geübt wird. Diese Kritik musste zu Zeiten der Entstehung des Buches wohl auch noch derartig verpackt werden, damit man in der Öffentlichkeit nicht zu sehr für einen Feind der Royals gehalten wurde – selbst heute ist sie ungern gesehen.
Der Kochjunge Steerpike ist seit Kindesjahren nicht aus der Großküche der Herrscher von Gormenghast herausgekommen und wird vom Chefkoch mehrfach misshandelt. Der Knecht des Königs verschafft ihm die Möglichkeit zu entfliehen, fortan arbeitet er sich mit Übereifer in andere Dienstleistungspositionen des Schlosses um seinem früheren Leben so weit wie möglich zu entkommen. Nicht jeder erliegt seinem frechen Charme von selbst und so greift er mit allen Mitteln eines Getriebenen in die Rängespiele unter den Adligen am Hof ein. Man kann Steerpikes Handlungen unterschiedlich bewerten und muss seine Motive teilweise auch erst verstehen lernen.
In meinen Augen hat der Buchautor die Aussage vertreten, das man nicht nur einfach so ist, wie man geboren wird, aber die Geburt bestimmt mit, was später aus einem gemacht wird – das zieht gewisse Ungerechtigkeiten nach sich und setzt zwischen Menschen aller Herkunft eine Verständigung und Verständnis voraus, ansonsten gehen nach Generationen gegenseitiger Isolierung die Lebenswelten unvereinbar auseinander. Der Regisseur hat sich vermutlich recht nah an der Buchvorlage gehalten.
Die Lost Room Serie des amerikanischen Senders SyFy ist vergleichsweise unbekannt zu anderen Serien über die wir berichtet haben. Dafür, dass nur drei Episoden fertig gestellt wurden, ist diese Mini-Serie im hart umkämpften Serienmarkt Ende des Jahres 2006 trotzdem zu einer kleinen Legende geworden. Produzent und Co-Autor Christopher Leone wurde erst Mitte dieses Jahres von Fans nach einer Lost Room Comic Fortsetzung gefragt, als er eigentlich im Forum des Fernsehsenders sein Projekt “We Kill Monsters” promoten wollte.
Die einzigartige Handlung in Kurzform (Achtung am Ende dieses Artikels gibt es eine Liste, die nicht gelesen werden sollte, wenn man die Serie noch schauen möchte – für Leute, die sie schon gesehen haben, ist diese Liste aber ein Mehrwert):
Polizist Joe Miller (Peter Krause / Six Feet Under) kommt bei der Aufklärung eines Mordfalls in Besitz eines Schlüssels mit außergewöhnlichen Eigenschaften. Er kann damit jede Tür öffnen, in die ein normaler Haustürschlüssel passen würde. Der Besitzer des Schlüssels gelangt jedoch immer in das selbe fast leere, von der Abendsonne hell erleuchtete “Sunshine” Motel Zimmer aus dem Jahr 1961. Schließt er die Tür hinter sich, kann ihm niemand folgen. Öffnet er selbst die Tür wieder, kann er aus jeder beliebigen Tür auf der Welt heraus kommen, die er sich vorstellen kann. Wie sich später heraus stellt, haben der Schlüssel und das Zimmer aber auch Eigenschaften die gefährlich sind. Zusätzlich gibt es angeblich mehr als 100 weitere Gegenstände aus dem Zimmer, die ihren Besitzern in unserer Welt verschiedene Eigenschaften verleihen und gefragte Objekte diverser Organisationen und Einzelpersonen sind.
Ich kann die Faszination teilen. Anscheinend haben Verantwortliche von Sendern und Verlagen auch ein paar Jahre nach dem unglücklichen Intro der Serie etwas Heimweh nach dem Zimmer. Laut Wikipedia wurden verschiedene Versionen in knapp 35 Staaten auf jedem Kontinent ausgestrahlt und einige davon kamen erst in diesem Jahr hinzu. Leone bestätigte außerdem diverse Verlagsanfragen. Die Lizensierung scheint dabei im Weg zu stehen, was bedeuten könnte, dass man auch bei den Rechteinhabern noch an ein gewisses Potential glaubt.
Die Lizenz ist meiner Meinung nach einiges wert. Das Setting der Serie ist sehr gut ausgearbeitet und genießt damit quasi einen Kopierschutz, weil eine ähnliche Idee leicht als Abklatsch von Lost Room abgestempelt werden würde. Schade, dass diese große Rolle für Hauptdarsteller Krause nach fünf sehr erfolgreichen Jahren bei Six Feet Under und an der Seite von weiteren guten Schauspielern nicht sofort zündete.
Es gibt zwar eine ausführliche Wikipedia Liste zu den wohl bekannten Objekten aus Lost Room, ich wollte mir aber den Spaß machen und selbst testen, wieviele ich beim Schauen der Serie eindeutig ausfindig machen konnte. Teilweise muss man dafür Szenen viele Male durchlaufen lassen und häufig Gebrauch der Pause Taste machen. Als ich dann meine Ausbeute verglichen habe, fand ich, dass ich ganz gut abschneide und einige Objekte der englischen Liste sind meiner Meinung nach gemutmaßt. Man sollte die Liste nur lesen, wenn man die Serie schon kennt. Deshalb noch eine klare SPOILER Warnung an dieser Stelle – und der Hinweis, dass ich ein Objekt bewusst heraus gelassen habe, weil manche den Spoiler eben doch überlesen.
Der Stoff bietet viel Potential und wird am Ende ziemlich offen gelassen. Schade, dass einige Fanprojekte wohl im Ansatz stecken blieben um eigene Storylines für den weiteren Verlauf zu entwickeln.
StaffelEins Objektliste aus “Das verschwundene Zimmer”:
Armbanduhr – Kocht Eier, wenn man sie in die Mitte der Uhr legt.
Armbanduhr + Messer – Es entsteht angeblich eine Telepathie Fähigkeit.
Aschenbecher – unbekannt. (Alter Film)
Bibel – unbekannt. (Kreutzfeld)
Blaue Reisekarte (Santa Fe) – unbekannt. (Sood’s Objekt Katalog)
Bleistift – Angeblich muss man mit dem Bleistift nur einmal auf einen Tisch tippen und bekommt dafür jedes Mal einen Penny.
Brille – Löscht jedes Feuer. Lässt Elektronik versagen.
Busticket – Berührt man jemanden damit landet man auf einer verlassenen Landstraße irgendwo in die Nähe von New Mexico.
Deodorant Puder (gelb) – unbekannt. (Legionsliste, Sood’s Objekt Katalog)
Haarfärbemittel (braun) – unbekannt. (Sood’s Objekt Katalog)
Hotelprospekt – (unbekannt. (Sood’s Objekt Katalog)
Flachmann – Dreht man die Flasche auf, bleibt einer Person der Atem weg.
Frostmittelflasche – unbekannt. (Verlies)
Glasauge – Heilt oder zerstört Lebewesen.
Hemd (weiß) – unbekannt. (Verlies)
Hochzeitsfoto – unbekannt. (Maybell Smith)
Kamera – unbekannt. (Orden)
Kamm – Lässt die Zeit stillstehen, wenn man sich damit durch die Haare fährt. Besitzer kann sich noch bewegen.
Kartenspiel – Verleiht beim Betrachten eine Vision von Geschehnissen im Motel, verursacht Schmerzen.
Kaugummi – unbekannt. (Legionsliste)
Kleiderbügel – unbekannt. (Orden)
Kugelschreiber – Ein Stich mit dem Kugelschreiber kocht das Lebewesen in das er eindringt.
Likörflasche – unbekannt. (Legionsliste)
Linker Schuh – unbekannt. (Legionsliste)
Linke Socke – unbekannt. (Legionsliste)
Lupe – unbekannt. (Vision von Reuber)
Manschettenknopf – senkt den Blutdruck? (Kreutzfeld)
Mantel – Lässt keine Kugeln durch.
Münze – Lässt Erinnerungen lebendig werden, wenn man sie verschluckt. (Kreutzfeld)
Nagelfeile – Betäubt Leute.
Nagelclipper – unbekannt. (Alter Film, Kreutzfeld)
Polaroid Fotos – Zeigt dem Besitzer beim Betrachten das Innere und Äußere des Zimmers mit der Nummer 10, das sonst nicht sichtbar ist (nur in der Nähe des Motels). Intensives Betrachten ruft anscheinend auch Visionen aus dem Zimmer hervor.
Portemonaie – unbekannt. (Sood’s Objekt Katalog)
Quadratischer Gegenstand – unbekannt. (Alter Film)
Radio – Stellt man den richtigen Sender ein wächst man ein Stück, heißt es.
Rasiermesser – unbekannt. (Orden)
Rechter Schuh – unbekannt. (Verlies)
Regenschirm – Angeblich glauben andere Leute immer den Besitzer zu kennen.
Seife – unbekannt. (Sood’s Objekt Katalog)
Seifenverpackung mit Motel Schriftzug – unbekannt. (Verlies)
Schere – Kann Ziele herumschleudern.
Schlüssel – Öffnet das verlassene Motel Zimmer, der Besitzer kann in das Zimmer hinein, wenn er die Tür verschließt und wieder öffnet, kann er durch jede beliebige Tür in der Welt wieder heraustreten.
Schuhanzieher – unbekannt. (Orden)
Stempel? – unbekannt. (Verlies)
Streichholzschachtel – unbekannt. (Orden)
Taschenmesser – unbekannt. (Sood’s Objekt Katalog)
Taschentuch – unbekannt. (Legionsliste)
Telefon – unbekannt. (Orden)
Thermoskanne – unbekannt. (Verlies)
Uhr – Bewirkt, dass solides Messing gasförmig wird ohne sich erst zu verflüssigen.
Uhrenetui – Verhindert den Zerfall auf kurzer Distanz. (Alter Film, Orden)
Vase – unbekannt. (Orden)
Wasserglas – unbekannt. (Orden)
Wasserflasche mit schwarzem Etikett – unbekannt. (Verlies)
Zahnbürste – unbekannt. (Kreutzfeld)
Zeitschrift (Life) – unbekannt. (Sood’s Objekt Katalog)
Zeitung – unbekannt. (Legionsliste, Kreutzfeld)
Zigaretten – unbekannt. (Legionsliste)
Zigarettenschachtel – unbekannt. (Kreutzfeld)
Kombinationen:
Im alten Film der Sammler lösen anscheinend ein nicht definierbarer quadratischer Gegenstand, das Uhrenetui, das Nagelclipper, die Zahnbürste, der Aschenbecher und die Zigarettenschachtel nach der Benutzung mit dem Schlüssel eine katastrophale Reaktion aus, bei der umherstehende Menschen sterben oder verrückt werden. Die Besitzerin wurde als Geist im verwüsteten Nebenzimmer des Motel Zimmers gefangen.
Der Geist der Motel Besitzerin konnte wieder in die Realität geholt werden, nachdem das Uhrenetui zuerst die Auflösung der Erscheinung verhinderte und der Kamm die Zeitverschiebung aufhob.
Weitere Listen findet man hier und hier (von Fans evtl. ausgeschmückt).
Ich habe schon seit November 2008 versucht von Pushing Daisies alle Folgen im Free TV zu sehen. Diese Serie war es mir wert auch mal einen Termin zu verschieben oder auf eine andere Aktivität komplett zu verzichten. Ein ganz starkes Indiz für eine außergewöhnliche Serie ist, wenn ich den Computer für die Zeit der Sendung komplett von meiner Aufmerksamkeit nebenher ausblende.
Leider bekam ich von der Serie erst mit, als bereits die 4. Folge im Fernsehen lief. Prompt bloggte ich darüber und konnte in der weiteren Zeit bis März 2009 dann leider doch nicht alle Episoden verfolgen. Seit diesen Tagen liebäugelte ich schon mit der Anschaffung der DVD Boxen. Die blieben jedoch störrisch bei ca. 20 Euro pro Staffel stehen und – ich gebe zu – ich bin da jemand, der in Sachen günstige Angebote sehr sehr lange warten kann.
Um so schöner, wenn auf einmal das mir wohl bekannte Portal serieasten.tv ein Gewinnspiel veranstaltet, exakt die 2. Staffel als Preis winkt. Dann war die Frage des Tages auch noch beantwortbar …und simsalabim.
Ich bedanke mich für den super schnellen Versand und die nette Weihnachtskarte. Zum Glück musste ich ja einige Weihnachtsgeschenke bestellen und selbstverständlich lag dann diesmal die 1. Staffel im Einkaufskorb zur Eigenbeschenkung. Also Warner oder ProSieben, wer auch immer sich als Sponsor aufzutreten entschied, ihr habt den richtigen getroffen und zudem letztlich euren Schnitt damit gemacht. Frohe Weihnachten.
Diese HBO Serie hebt sich wieder einmal genussvoll von anderen Musterbeispielen des Genres ab. Als Vampir-Serie tritt True Blood recht verspätet in den Zirkel der Blutsauger auf der Mattscheibe ein. Es hat sich gelohnt etwas mehr Zeit zu investieren. Mehrere Kritiker sind hingerissen von der Story.
Ich habe die erste Staffel auf Englisch gesehen. In den ersten zwei Folgen fragt man sich, ob der Hype um diese X-teAuflage von Liebesgeschichte zwischen Mensch und Vampir gerechtfertigt ist, in den zumal durchaus gebildete Quellen einstimmen. In einer amerikanischen Kleinstadt oder eher einem Provinznest will sich so schnell keine Story entfalten. Der Umgangston ist derb und die Handlung banal, beinahe lächerlich schlecht inszeniert sind die Szenen der ersten Auseinandersetzungen.
Sookie Stackhouse (Anna Paquin – wow endlich mal eine ordentliche* Darsteller Fanpage!) trifft Bill Compton (Stephen Moyer – *besonders im Vergleich zu seiner!). Sie ist menschlich oberflächlich, arbeitet als Kellnerin und hat eine für Vampire außergewöhnliche, aber unkontrollierte Gabe des Gedankenlesens. Bill ist seit dem amerikanischen Bürgerkrieg als Vampir in den Staaten unterwegs und kein besonders mächtiger Vampir. Vampire haben sich übrigens in dieser Geschichte der menschlichen Öffentlichkeit kürzlich enttarnt und leben mehr oder weniger offen Seite an Seite.
Menschen empfinden die Vampire gemeinhin als abstoßend und meiden sie, wo es geht. Einige Menschen sind fasziniert von den Vampiren, oft aus dem Wunsch heraus, einer von ihnen zu werden. Synthetisches Blut soll der Vampir Gesellschaft das Zusammenleben mit Menschen ermöglichen, doch gewisse Riten lassen sich durch das Ersatzblut nicht so schnell und einfach umkrempeln.
Erst mit fortschreitender Handlung kommt man auf den Trichter, dass der eher unspektakuläre Beginn ein Schachzug war um 1. die Entwicklung des naiven Hauptcharakters / der Dorfbevölkerung nachzuzeichnen – Sookie weiß wenig von der Welt und so gut wie nichts von den Vampiren – und 2. den weniger anspruchsvollen Zuschauer am Anfang nicht zu überfordern. Tatsächlich glaube ich, ich hätte die Serie nach nur einer Folge im freien Fernsehen ausgemustert.
Durch das Vorliegen der kompletten Box genehmigte ich mir den Rest und mochte letztlich kaum aufhören. Ist die Serie nun wirklich gut?
Wenn man Telenovelas lange genug schaut, schwört man irgendwann doch darauf. Mit dem Abstand von zwei Wochen kann ich sagen, dass True Blood ziemlich relaxed ist, allerdings ist es auch keine Schmonzette. Es gibt wenige, aber sehr blutige Szenen, eventuell mehr Sex als in the City und das ständig wachsende Gefühl, dass man das große Ganze der Vampire irgendwann mal echt verstehen wird.
Die Zahl der kritischen, nachdenklichen Szenen erweitert sich Folge für Folge mit dem Gefühl, dass die heile Welt immer mehr Risse bekommt und selbst die noblen Figuren ihre Abgründe haben. Alan Ball (auch schon bei Six Feet Under aktiv) spielt damit, die Vampire zu entmystifizieren.
Statt der ewigen Hütung von Geheimnissen und der Angst entdeckt zu werden, lässt er die Parteien frontal aufeinander prallen und schaut was dabei rauskommt – evtl. eine Reihe vieler gefrusteter arbeitsloser Vampire, die den lieben langen Tag nichts anderes machen als synthetisches Blut zu saufen. Wer möchte, kann sich das Tru Blood aus der Serie inzwischen auch als echten Drink genehmigen.
Jerry Seinfeld war ein Phänomen zu seiner Zeit als Seriendarsteller. Nicht das er der erste extrem gehypte Schauspieler war, aber er gehört zu einem exklusiven Club derjenigen, die für eine Zeit lang die höchste Jahresgage im US Fernsehen verdienten. Seinfeld belegte diesen Platz Ende der 90er Jahre. Danach übernahm meiner Meinung nach Tim Allen mit “Hör’ mal, wer da hämmert” bzw. “Home Improvement” den Platz auf dem Sitcom Thron. Bezeichnend für beide ist, dass sie sich unter ihrem richtigen Namen spiel(t)en.
Mir ist in inzwischen grauer Erinnerung, dass die Serie keine richtige Musik oder Melodie hatte. Zwischendurch wurde immer wild ein Bass gezupft und dann ging es weiter. In dem eingebundenen Video kann sich jeder seine Meinung bilden, ob es sich dabei um einen Soundtrack handelt oder nicht.
Dieses Jahr feiert Seinfeld – als Serie – ihren zwanzigsten Geburtstag, sowie ihren elfjährigen Todestag, denn seit 1998 gibt es keine weiteren Staffeln. Erfolgreich blieb Seinfeld als Privatperson auch nach seiner Serie. Er produzierte Dreamworks “Bee Movie” und spielte mit seiner Stimme eine der Rollen selbst. An dieser Stelle möchte ich gern noch einmal auf Tim Allen zurück kommen, denn mit “Galaxy Quest“, als Persiflage alter Star Trek Folgen, konnte er für mich qualitativ ebenfalls einen Megahit im Kino landen, den ich jedem Trekkie empfehlen kann.
Ein beeindruckendes Schaubild von Flickr Nutzer rickysaurus zur Seinfeld Serie stellt sämtliche Beziehungen der neunjährigen Seinfeld Story unter den Charakteren dar. Demnach geht Seinfeld 46 Beziehungen ein. Unter ihnen hat es wohl nur Sidra (Teri Hatcher alias Susan in Desperate Housewifes bzw. Loise in Superman) später zu großem eigenen Ruhm in der Serienlandschaft gebracht. Elaine (Julia Louis-Dreyfus) bringt es als einzige Frau unter den vier Hauptcharakteren der Sitcom gerade mal auf 16 Verflossene, einer davon ist Jerry selbst.
Die weiteren Hauptcharaktere sind George Costanza (Jason Alexander), der viel arbeitet, dazu aber sehr geizig und meistens unzufrieden ist, sowie Cosmo Kramer (Michael Richards), der immer etwas entrückt wirkt, keiner weiß was er arbeitet, aber er kennt viele Leute und zaubert immer wieder überraschende Dinge hervor. George ist der beste Freund von Jerry, während Kramer eigentlich die wenigsten aber intensivsten Auftritte unter allen Hauptcharakteren hat.
Letztlich war Seinfeld für mich eher wegen dem ganzen Hype faszinierend, als wahrer Fan der Serie kann ich mich bis heute nicht bezeichnen. Dafür habe ich auch nicht genug Episoden geschaut. Erfrischend war für mich, dass es sich hierbei nicht um eine typische Familien-Sitcom handelt, und dass ein wenig erwachsener erzählt wird als beispielsweise bei Friends. Die Serienboxen werden weiterhin zu ziemlich hohen Preisen gehandelt. Eine Frage zum Schluss… gibt es Sitcoms, die bereits abgelaufen sind bzw. abgesetzt wurden und die ihr selbst noch einmal intensiv anschaut oder ist der Zauber verflogen und wendet ihr euch lieber der nächsten Sitcom zu?